Sonntag, 10. Juni 2012

Die EM 2012 in Dubai

Gestern bot sich für mich zum ersten Mal die Möglichkeit zu einem Public Viewing einer großen Sportveranstaltung zu gehen. Diese Einrichtung gibt es seit der WM in Deutschland und jedes Mal musste ich irgendwie so arbeiten, dass es für mich nicht in Frage kam, dort hin zu gehen.
Natürlich war ich auch wieder mit meinen Kollegen von der Schicht unterwegs und wir haben uns vorher mit wesentlich kleineren Bällen beschäftigt. Durch die ganze Zeitverschiebung hatten wir jedoch noch einiges an Zeit übrig zwischen dem verlassen des Emirates Golf Club und dem Beginn der Übertragung vom Deutschlandspiel.
Was man in seiner Freizeit in Dubai machen kann - man geht in eine Mall. Die Marina Mall war diesmal unsere Wahl. Die DFB-Trikots wurden schon zahlreicher, als wir gefragt wurden, ob wir Deutsche seien. Hm. Mein Kollege ist relativ hellhäutig und trägt ein DFB-Trikot, ich trage ein DFB-Trikot und der andere Kollege trägt wenigstens schwarz-weiß. Die Frage, wo man sich das Spiel ansehen könne, war leicht zu beantworten, aber wenn man als "Residental" anfängt diverse Hotels und Bars aufzuzählen erntet man oftmals nur komische Blicke. Ich hoffe, wir konnten den beiden weiterhelfen. Unsere Location war das Barasti neben dem Westin-Hotel. Wir sind allerdings von ausgegangen, dass es eine komplett geschlossene Veranstaltung wäre, denn es wurde offiziell als CLUB VIEWING des German Emirates Club (kurz: GEC) angekündigt.
Als wir ankamen, ging alles Problemlos und wir bekamen unsere Polohemden und sind gemütlich in das Zelt. Das niemand von uns den Eintritt kassierte war, hmmm, na gut. Doch als nach dem Spiel der Dänen das Zelt zum Großteil geräumt wurde und man Wristbands zum Einlass brauchte sind wir nochmal zum Eingang. Die Schlange, die uns dort erwartete war, um es mit einem Wort zu beschreiben, LANG! Da man aber doch ganz gute Kontakte hat, konnten wir nach kurzer Wartezeit, das ganze doch beschleunigen und bekamen die Wristbands. Der Spaß konnte losgehen.

Um eins gleich mal klar zu stellen. Man kann den Gegner noch so sehr nicht mögen, bei einer Nationalhymne hat man nicht zu pfeifen. Das man pfeift sobald ein Portugiese auf der Leinwand zu sehen war, ist halbwegs noch verständlich, aber auch nicht unbedingt notwendig. Trotz allem wunderte mich, wie das alles funktionierte. Bei einem Festzelt in Deutschland kommt es ja häufiger mal vor, dass die Luft weniger toll ist. Gestern in Dubai hatten wir ungefähr 39°C und die Klimaanlage funktionierte.

Selbst die üblichen Rituale bei GEC-Veranstaltungen funktionierten Einwandfrei. Es gab Bitburger und Currywurst. Ab der 2. Halbzeit war das Bier nur noch halbwegs gekühlt, und über die Currywurst legen wir besser gleich den Mantel des Schweigens. Aber über Geschmack lässt sich streiten und es gab anscheinend doch einige, denen sie schmeckte.
Was allerdings überhaupt keinen Spaß machte, war die Tatsache, das Al Jazeera Sport zwar eine relativ gute Übertragung machte, aber der Ton war 3-4 Sekunden vor dem Bild da. Das nahm einem irgendwie den ganzen Spaß am Spiel, konnte aber einigermaßen ignoriert werden, da es im Zelt doch recht laut war. Selbst die Dänen und einige Holländer haben sich in einen Teil des Zeltes eingefunden und mit uns gefeiert. Sehr friedlich, sehr angenehm und wenn mein Dienstplan es zulässt, könnte ich mir vorstellen nochmal hinzufahren.
Selbst den Ausfall der Übertragung für 30 Sekunden kann ich verschmerzen, da dass Zelt einen in der Zwischenzeit gut unterhalten hat.
Unterm Strich war es ein erfolgreicher Abend mit einem Auftakt-Arbeitssieg gegen die Portugiesen und wir werden sehen, was die EM uns noch so bringen wird.

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