Wie schon aus dem Titel hervor geht: Ja ich habe es geschafft und meinen ersten Triathlon beendet!
Der Weg dahin war aber nicht immer leicht und die letzten Stunden vor dem Start waren der blanke Nerventerror.
Ich hatte mich ja schon vor diverser Zeit dazu entschieden einen Triathlon zu versuchen und mich auch dementsprechend für TriYas angemeldet. Da es mein erster Triathlon werden sollte habe ich mich erst einmal für die Sprintdistanz angemeldet. Das bedeutet:
750 Meter Freiwasser schwimmen
20 Kilometer Radfahren auf einem Teil der F1-Strecke
5 Kilometer Laufen auf den Servicestrassen neben der Strecke
Radfahren machte mir nach diversen Events dieses und letztes Jahr gar kein Kopfzerbrechen. Laufen war riskant, da ich im Januar 3 Wochen mit Erkältung, Adduktoren und im Februar mit dem alten Schien- und Wadenbeinbruch zu kämpfen hatte.
Der Trainingsplan stand und wurde ziemlich gut umgesetzt, aber das schwimmen bereitete mir wirklich Kopfzerbrechen!
Donnerstag, 27.2.2014 - Pasta-Party
Gut gelaunt ging es zum berühmten Yas Viceroy Hotel zur Pasta-Party und dem dazugehörigen Race-briefing. Streckenführung, Streckenbesonderheiten, Regeln, und so weiter. Ja, ein Triathlon scheint gut durchorganisiert zu sein.
Die Organisation im allgemeinen scheint deutlich besser zu sein, als beim letztjährigen Abu Dhabi International Triathlon (kurz ADIT), bei dem ich als Helfer dabei war. Da entstand übrigens auch der Entschluss an einem solchen Event teilzunehmen.
Freitag, 28.2.2014 - RENNTAG
Vorbereitungen zu Hause, wie Rennnummer anbringen. Sehr schöne, leicht zu handhabende Abziehbilder, und nicht so unordentlich wie letztes Jahr beim ADIT, wo das ganze mit Edding aufgemalt wurde..
Entgegen der üblichen Praxis findet dieses Event nicht früh morgens statt, sondern beginnt erst gegen Mittag mit dem Kids Duathlon und der erste olympische Triathlon beginnt erst um 15 Uhr im Gruppenstart. Danach geht es im 15/20/25 Minuten-Takt für die einzelnen Distanz- und Altersgruppen auf die Strecke. Meine Gruppe startete um 16:50 Uhr. Meiner Meinung nach ziemlich spät, aber so spät sollte es erst einmal werden. Also konnte ich mir die Streckenführung und die Starts von 2-3 Gruppen anschauen, bevor es für mich selbst ernst werden sollte.
Das Fahrrad stand in der Boxengasse, Handtuch mit Schuhen und Zubehör war präpariert und die Strecke sah ganz nett aus. Auffällig, dass die Fahrradstrecke durch den Tunnel auf die reguläre Strecke geführt wird. Man darf also da lang fahren, wo Vettel, Rosberg und Alonso auch entlang preschen. Dienstags auf Train Yas ist dies ja nicht möglich.
Dann wurde es ernst und die ersten Gruppen starteten endlich. Auf dem Bild rechts zu sehen ist die Ankunft der Spitzengruppe der 1. Start-Welle und der Start der 2. Gruppe auf die olympische Distanz.
Jetzt ging es irgendwie erstaunlich schnell. Schon startete die 3. Gruppe und ich musste mich sputen meine Sonnenbrille und letzte Utensilien in der Transition-Area in der Boxengasse zu platzieren.
Das letzte Briefing erfolgte kurz vor Schwimmstart und enthielt nur noch die wichtigsten Details.
Die Wassertemperatur war von den offiziellen mit 22° angegeben - Hätte nicht gedacht, dass das so kalt sein kann. Ich habe nur zugesehen, dass ich in Bewegung blieb, dann der Startschuss und es ging los. 750 Meter. An Land jetzt nicht so schlimm, aber im Wasser, mit Strömung, ohne Wendepunkte wie im Schwimmbad. Das ist schon eine andere Hausnummer. Aber trotz allem ging es irgendwie sehr gut voran, auch wenn es sich im Wasser wie eine Ewigkeit anfühlte, bis die ersten Meter zurück gelegt waren. Erster Wendepunkt, zweiter Wendepunkt, dritter, vierter und ich war blind. Nicht etwa, weil mein Schwimmbrille weg oder beschlagen war, sondern weil die Sonne mittlerweile so tief stand.
Am Schwimmausgang waren Treppen aufgebaut und Marshals halfen einem die ersten Stufen nach oben. Die ersten ein oder zwei Stufen wollten irgendwie meine Knie nicht das machen, was ich wollte. Dann ging es aber und durch das Paddock in die Wechsel Zone.
Es ging mir erstaunlich gut nach dem schwimmen. Es war zwar anstrengend, aber ich kann noch laufen und wenn ich auf dem Rad sitze, werde ich mich etwas regenerieren können. Durch die Boxengasse und an den Tunnel, aufsitzen, Pedale einklicken und VORSICHTIG durch den Tunnel. Der ist nämlich erstaunlich eng, selbst mit Rennrad - keine Ahnung, wie die mit den Boliden machen. Auf der Strecke das gewohnte Bild, nur dass man die vorgegebenen Abstände um Windschatten fahren zu unterbinden, konnten auf Grund der "Verkehrsdichte" nicht immer eingehalten werden. Aber ich habe keine Strafe erhalten, also habe ich mich wohl ziemlich richtig verhalten. Nach 4 Runden war das ganze dann auch schon wieder vorbei und es ging wieder in die Wechsel-Zone. Rennrad abstellen und Schuhe wechseln. Im Nachhinein habe ich festgestellt, dass ich hier etwas Zeit verloren habe. Wobei der Blick auf die Uhr mir sagte, dass ich erstaunlich gut dabei bin. Aber vor mir lagen noch 5 Kilometer laufen.
Dies ging aber auch relativ gut, wenn auch noch verbesserungswürdig und die 2 Wasserstationen halfen die Distanz gut zu überstehen. Die Ziellinie rückt immer näher. Beim überqueren drücke ich die Stop-Taste an meinem Garmin und da steht 1:30h... DAS GLAUBE ICH NICHT!
Da ich bereits eine Stunde vor Rennstart eine Email erhalten habe, dass mein Ergebnis online abrufbar sei, überprüfte ich das und siehe da:
Die offizielle Zeit bestätigt mein Garmin. Ist also nichts kaputt, keine Pause in der Aufzeichnung... Mir kam es wesentlich länger vor, aber ich bin mehr als zufrieden. Jetzt gilt es die Fahrrad-Distanz im Training etwas zu erweitern, da in 2 Wochen der Start auf der Sprintdistanz beim ADIT ansteht. Aus mir unbekannten Gründen sind die Strecken 750 Meter Schwimmen - 50 Kilometer rad fahren - 5 Kilometer Laufen, aber auch diesen will ich beenden!
Nette Begegnung nach d em Zieldurchlauf:
Empfang des T-Shirts und der Medaille, Versorgung mit isotonischen Getränken, Bananen und Wasser und ein paar Sitzmöglichkeiten. Wie üblich kommt man ins Gespräch und auf einmal meint mein Gegenüber, dass er mich irgendwoher kennen würde, und ob ich eine Zeit lang in Fujairah gewohnt oder gearbeitet hätte. Wie sich herausstellte unterhielt ich mich mit Nabil von einer anderen Schicht meiner alten Wache in Fujairah-Sakamkam. Die Welt ist klein!