Sport treiben bedeutet, dass man nicht nur 2x die Woche ins Gym geht, oder wie hier in Abu Dhabi möglich isst, über die Formel 1-Strecke läuft oder radelt (immer Dienstags, ich berichtete ja schon über TrainYas) sondern auch das man hin und wieder mal raus muss zum laufen oder Radfahren.
Heute war wieder so ein Tag. Da ich an meiner Gesundheit schon interessiert bin, versuche ich stark befahrene Straßen zu vermeiden, fahre auf dem Seitenstreifen (sofern vorhanden) oder laufe auf dem Gehweg. Klingt logisch und vernünftig.
Hier in Baniyas ist der Verkehr relativ überschaubar, wenn man die Hauptstrecken meidet. Dementsprechend sah auch meine Laufroute für heute aus. Die Strecke kenne ich, weil ich sie streckenweise öfter laufe, oder auch mal mit dem Rennrad fahre. Die Autos kann ich meist -bis auf den Teil süd- und westlich der Mall- an einer Hand abzählen.
Links ist meine gesamte Runde zu sehen und um den Ausschnitt rechts geht es mir.
Oberhalb der roten Linie ist Straße. Ich laufe immer auf dem Gehweg, hat den Vorteil, dass man Autos nicht ausweichen muss und auch die Speedhumps umgehen kann und (mittlerweile) ein Bodenniveau hat.
Unterhalb der roten Linie ist festgefahrener Sand, Baustelle und eine gelegentlich benutzte Abkürzung zu unserem Wohnhaus und der Rückseite der Mall.
Aus dem Augenwinkel sah ich ein Taxi, dass parallel auf der rechten Seite (also auf dem Grund) zu mir entlangfuhr. Ich konnte mich also schon mal darauf einstellen, dass das Taxi in ein paar Metern über den Gehweg, die Rampe runter auf die Strasse möchte.
Der Abstand allerdings, in dem das passierte war ziemlich knapp.
Ein Schritt weiter vorne und das Taxi wäre mir über den Fuss gefahren.
Zwei Schritte weiter vorne und der liebenswerte Fahrer hätte mich aufgegabelt.
Der erste Zacken nach unten weg ist mein ausweichen und ein liebenswerter Klopfer mit der flachen Hand auf den Kofferraumdeckel.
Beim weiterlaufen rief mir der Taxifahrer was hinterher und es entwickelte sich eine kleine und kurze Diskussion. Das er beim Überfahren eines Fussgängergehwegs die Vorfahrt der Fussgänger zu beachten hat, ist ihm vermutlich immer noch nicht bewusst.
Vielleicht hätte ich mit den 2,irgendwas Kilometer Anlauf eine elegante Rolle über seine Motorhaube machen sollen... Die Idee kam mir aber leider erst später. Immerhin laufe ich ja, um meinen Kopf frei zu bekommen (und um in form zu sein, für meine sportlich gesetzten Ziele).
Das Beweis-Foto dazu gibt es ja auch schon...
Folglich kann der Fahrer auch froh sein, dass ich mir weder Lizenz- oder Fahrzeugkennzeichen gemerkt habe, sonst gäbe es jetzt eine dicke Beschwerde an Abu Dhabi Transport.
Immerhin habe ich keine große Lust ein Teil der Verkehrsunfallstatistik zu werden!
Montag, 9. Dezember 2013
Donnerstag, 5. Dezember 2013
Baniyas FC vs. Al Ain FC - Fussball in den Emiraten
Nach langer Funkstille im Blog und meinem Besuch im Stadion wollte und muss ich unbedingt mal wieder ein wenig was loswerden...
Zum einen:
Fussball ist schon etwas merkwürdiges in diesem Land.
Via PayTV bekommt man die Top-Spiele der Top-Ligen live und teilweise mit englischem Kommentar ins Haus geliefert, aber wenn der Verein um die Ecke spielt bekommt man nichts davon mit, außer man sucht sich die Anstoßzeiten umständlich selbst im Internet.
Auch komisch klingen die Anstoßzeiten, aber 16:50 Uhr ist eine relativ logische Schlussfolgerung, wenn man bedenkt, dass gegen 17:30 die Sonne untergeht und (für die gläubigen Moslems) dann eine weitere Gebetszeit angesetzt ist.
In der neu umgetauften Arabian Gulf League (früher: UAE Pro League) ist das Spiel ein Treffen von Tabellennachbarn vor dem Spieltag.
Baniyas auf 4, Al Ain auf 5. Baniyas allerdings nach dem 9. Spieltag mit einem Punkt mehr auf dem Konto (15 zu 14 Punkte). Also bei 28°C schön ins Stadion. Am 5. Dezember!
Das Stadion im Shamkha ist jetzt nicht das tollste, neuste oder größte, aber es hat doch einen gewissen Charme.
Zum einen:
Fussball ist schon etwas merkwürdiges in diesem Land.
Via PayTV bekommt man die Top-Spiele der Top-Ligen live und teilweise mit englischem Kommentar ins Haus geliefert, aber wenn der Verein um die Ecke spielt bekommt man nichts davon mit, außer man sucht sich die Anstoßzeiten umständlich selbst im Internet.
Auch komisch klingen die Anstoßzeiten, aber 16:50 Uhr ist eine relativ logische Schlussfolgerung, wenn man bedenkt, dass gegen 17:30 die Sonne untergeht und (für die gläubigen Moslems) dann eine weitere Gebetszeit angesetzt ist.
In der neu umgetauften Arabian Gulf League (früher: UAE Pro League) ist das Spiel ein Treffen von Tabellennachbarn vor dem Spieltag.
Baniyas auf 4, Al Ain auf 5. Baniyas allerdings nach dem 9. Spieltag mit einem Punkt mehr auf dem Konto (15 zu 14 Punkte). Also bei 28°C schön ins Stadion. Am 5. Dezember!
Das Stadion im Shamkha ist jetzt nicht das tollste, neuste oder größte, aber es hat doch einen gewissen Charme.
Angenehmer Aspekt: Der Eintritt ist, solange man nicht VIP sitzen will und mit Getränken beliefert werden möchte, KOSTENLOS. Dafür sind die Sitze dann zwar gepolstert, aber nicht so bequem wie im VIP-Bereich, aber es gibt schlimmeres. Nur, dass ich mit meinem Tshirt immer an der Rückenlehne blieb, war nicht so toll. In 2 Wochen gegen Al Jazeera also vielleicht mal darüber nachdenken doch VIP-Ticket zu nehmen.
Auf dem Bild oben ist es noch eine halbe Stunde bis zum Anpfiff und wie zu sehen ist, bin ich noch ziemlich allein im Stadion. Wird sich aber noch ändern.
Wie bei meinen letzten Besuchen schon (in Kalba und beim AG Supercup) war der Support schon ungewöhnlich. Wer sich selbst einen Eindruck davon machen möchte. Bitte schön:
Das spiel war relativ mittelmäßig. Eine Menge Fehlpässe und Pfiffe. Sowohl vom Schiedsrichter, als auch vom Publikum. Insgesamt hatte man den Eindruck, dass der ein oder andere Spieler von Al Ain im Radius von 3 Meter eines Gegenspielers einfach nur umfallen muss und er bekommt den Freistoß.
Im Besonderen trifft das -meiner Meinung nach- auf Spieler Nummer 10, Omar Abdulrahman von Al Ain zu. Der lag gefühlt mehr auf dem Boden als dass er spielte, was auch schon beim AGSupercup aufgefallen war.
In der 28. Minute dann mal ein wirkliches Foul, was eigentlich relativ unspektakulär war, aber Baniyas-Spieler Nummer 11, Carlos Andres Munoz, musste mit Kopfverband weiterspielen, während sein Gegenspieler (Nummer 25) Ahmed Al Shamsi ins Krankenhaus gebracht werden musste. Von hier aus "Gute Besserung".
Es fiel allerdings auf, dass der Chilene Munoz vom Unparteiischen relativ ignoriert wurde als dieser nach komplettem Wechsel des blutverschmierten Outfits, an der Mittellinie warten lies.
Baniyas war dann bis zur Halbzeit stärker, obwohl das Spiel sehr stark vom Schiedsrichter zerhackt wurde. Kaum 2 Minuten Spielfluß am Stück. Pausenlos Pfiffe, Proteste und Freistöße. 4 Minuten Nachspielzeit waren natürlich nur eine logische Konsequenz des Spielverlaufs, dass es am Ende 7 Minuten waren, wunderten mich auch nicht.
In der zweiten Halbzeit war erstmal weiterhin Baniyas am Drücker, was aber von Pfiffen des Schiedsrichter relativ verhindert wurde. Als man dann versuchte mit einer Schwalbe einen Elfmeter zu schinden war die gelbe Karte leider nur die logische Konsequenz (48. Minute).
In der 52. Minute dann allerdings das erlösende 1:0 für Baniyas. Nur leider machte Al Ain von dort an mehr Druck, was darin endete, dass in der 79. Minute der Ausgleich fiel.
Randnotizen, die mir noch aufgefallen sind:
Baniyas ist sehr faul und träge, was Spielerwechsel angeht.
Der Torhüter Sultan Musabbeh wurde während des Spiels 3x behandelt und jedes mal so lang, dass eine Auswechslung schneller und vermutlich auch sinnvoller gewesen wäre.
Carlos Andres Munoz musste einmal sein komplett blutverschmiertes Dress wechseln und insgesamt 4x neu verbunden werden. Kampfsau, aber ob das mit einem 5 cm Cut an der linken Schläfe so gut ist bleibt mal dahin gestellt. Besonders, wenn es sich um so ein Kopfballmonster wie Munoz handelt.
Leider wurde mir nicht gestattet meine Nikon mit ins Stadion zu nehmen, aber iPhone macht ja auch ganz gute Fotos.
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