Donnerstag, 26. Mai 2011

Großes Kino - Das war vermutlich mal

Fällt den Drehbuchautoren und Regisseuren in Hollywood oder sonstwo auf der Welt nichts mehr Neues ein, oder was ist in den letzten Jahren in den Kinos los. Seit Jahren werden wir mit tollen neuen Blockbustern überschüttet und doch ist es fast immer das gleiche. Entweder überladene Actionfilme wo nur noch draufgehauen wird und alle paar Sekunden etwas in die Luft fliegt oder es gibt nur noch Vollanimierte Filme, die so vor Spezialeffekten triefen, dass es keinen Spaß macht den Film zu sehen. Die dritte Variante ist, dass eine „Milch gebende Kuh“ weiterhin gemolken werden soll, also eine Fortsetzung nach der anderen gedreht wird. Hier erinner ich nur an Fast 5, Fluch der Karibik 4, Terminator 5 (geplant),  oder andere.
Oder Avatar. Er wurde groß angekündigt als erster Film, der komplett am PC entstanden ist. Die Story war nur zweitrangig. Die Story an sich ist ja auch schon lange bekannt. Böse Eroberer versuchen einen fremden, unbekannten Planeten und seine Rohstoffe auszubeuten, aber der Held hat ein schlechtes Gewissen und rettet den Planeten. Ich gebe zu, dass die Effekte gut gemacht waren und das ganze in 3D auch relativ gut aussieht, aber es ist ein Film, den ich mir vielleicht ein oder zweimal ansehe.
Ähnlich ist das Ganze mit der Terminator-Reihe. Es sind von den Stories her alles Filme, die eigentlich keine Fortsetzung zulassen. Im ersten Teil erklärt Kyle Reese, dass die Zeitmaschine, mit der er zurück in die Vergangenheit gereist ist, zerstört wurde. Trotz allem kam 8 Jahre später die erste Fortsetzung, weil man mehr technische Möglichkeiten (für die Spezialeffekte) hatte (und vermutlich auch auf gute Merchandising-Einnahmen hoffte). Dabei sollte Terminator (1) laut Aussage des Regisseurs (James Cameron (schon wieder) immer ein Einzelfilm bleiben. Ich gebe allerdings zu, dass Terminator 2 mein Lieblingsteil der Reihe ist, wenn man es überhaupt so nennen kann. T3 und T4 fand ich einfach nur noch einen Versuch Geld mit Zelluloid zu drucken. Wenn ich dran denke, das T5 in Planung ist wird mir fast schlecht. Bleibt fast nur zu hoffen, dass Arnies uneheliche Kinder und die große Empörung in den prüden USA einen Drehstart verhindern. Herr Schwarzenegger hätte sich nach dem Ende seiner politischen Karriere aufs Altenteil zurückziehen sollen und nur noch ein paar Gastrollen annehmen sollen, wie zum Beispiel in „R.E.D. – Älter, härter, besser“ mit Bruce Willis. Einem Schauspieler, dem es trotz langer Leinwandpräsenz gelingt immer mal wieder ein paar Highlights zu setzen. Gelungen war Stirb langsam 4.0, wo er sich als Old-School-Cop mit den Neuerungen des digitalen Zeitalters auseinandersetzen muss.
Ganz schlimm fand ich es mit „Fluch der Karibik 4 – Fremde Gezeiten“. Während Kapitän Jack Sparrow (Johnny Depp) in den ersten 3 Teilen einen wunderschönen Charakter spielte und man auch schon lange keine Piratenfilme mehr im Kino gesehen hat, war es mal eine schöne Abwechslung. Erst versucht er sein Schiff, die Black Pearl, zurückzubekommen und einen Fluch aufhebt, wird er im zweiten Teil von Davy Jones verdammt und in die Unterwelt geschickt, wo er im dritten Teil mit Hilfe von Miss Elizabeth und Mr. Turner entkommt, weil man über das Ende der Welt segelt. Damit hätte man es bleiben lassen sollen. Teil 4 hat zwar noch Kapitän Jack Sparrow, Kapitän Barbossa und Mr. Gibbs als Konstante aus den ersten 3 Filmen, aber der Humor bleibt klar auf der Strecke und der Film ist größtenteils unlustig und träge.
Ähnlich schlimm fand ich „Fast 5“. Die Geschichte ist erzählt, es fällt einem kaum noch was neues ein und die Autos stehen auch nicht mehr im Vordergrund. Ich bin „begeistert“, als Vin Diesel (den ich als Schauspieler mag) auf der Premiere vom aktuellen Film bereits über einen sechsten Teil redete, der dann in Deutschland spielen solle, weil es dort kein Tempolimit gäbe. Oh mein Gott. Bitte nicht.
Zu „Herr der Ringe“ bin ich hin und her gerissen. Zum einen finde ich es gut, dass Peter Jackson sich an ein Projekt wagte, was über 50 Jahre als unverfilmbar galt. Die Abweichungen zum Buch sind zwar teilweise drastisch, aber irgendwie auch verständlich. Was aber beruhigt: Es wird definitiv keine Fortsetzung geben. Und das man die vorgehende Geschichte nachher dreht und veröffentlich ist heute leider auch keine Seltenheit mehr. Aber was ist das bitte für ein Erzählstil? Warum verrate ich das Ende, wenn ich erst später erfahre, wie das alles angefangen hat? Wobei bis heute ja noch nicht feststeht, wann „Der Hobbit“ in die Kinos kommen wird. Gibt ja genug Probleme am Set um Finanzierung, Dreharbeiten usw.
Bitte, bitte liebe Drehbuchautoren, Produzenten, Regisseure: Lasst mal wieder eure Fantasie spielen und holt aus gegebenem Stoff einen richtig guten Film raus. Was hätte man zum Beispiel aus „Thor“ machen können. Ich persönlich war enttäuscht, da es sehr vorhersehbar war und zu keiner Zeit einen Spannungsbogen aufbaute, weil man wusste, was passieren würde.
Was ist aus dem wirklich großen Kino geworden?  Filme, die Geschichte geschrieben haben und man darauf stolz war gesehen zu haben. Da gibt es zum einen „Der Pate“, „Star Wars“ (allerdings nur die alten Filme), Casablanca, Shining und viele mehr. Filme die einen in andere Welten oder andere Zeiten entführten. Wo nicht bereits vor Veröffentlichung die große Vermarktungs- und Werbefeldzüge gestartet wurden.
Muss es denn wirklich sein, das ein Monat vor Kinostart schon das entsprechende Spielzeug in jedem Happy Meal verfügbar ist oder das Videospiel auf dem Markt ist? Geht es nur noch ums Geld und nicht mehr um den Film an sich? Den Menschen eine gute Unterhaltung zu bieten und Sie für eine gewisse Zeit in ein faszinierendes Abenteuer und/oder in eine fremde Welt zu entführen?
Abschließend will ich auch die eine oder andere TV-Produktion nicht unerwähnt lassen, die (für mich) Kultcharakter besitzen. Eine, die mir sofort einfällt ist „Das Boot“ oder „Die unendliche Geschichte“ – auch wenn letztere DEUTLICH vom Buch abweicht. Man kann sich halt nicht immer an die Buchvorlage halten, siehe weiter oben bei „Herr der Ringe“… Allerdings könnte man sich auch manchmal etwas mehr Mühe geben.
 So was wird heute leider nicht mehr produziert und kann man vermutlich auch nicht mehr umsetzen, weil es nicht mehr die Zielgruppe hätte. Wenn es nicht gewaltig kracht und Blut fließt, oder ersatzweise genügend Spezialeffekte besitzt, kann man sowas nicht mehr produzieren/vermarkten.
Ich für meinen Teil wünsche mir „GROSSES KINO“ zurück, denn wie es so schön in der Kinowerbung heißt: „Dafür werden Filme gemacht“. Weg vom Green Screen und zurück in die Traumfabrik, wo man Blut geschwitzt hat um einen guten (!) Film zu produzieren.
Brauch ich nicht unbedingt...!

Mittwoch, 25. Mai 2011

So ist das Leben eben.

Danke Goggi.
Danke für deine Teilnahme an 30 Tage - 30 Lieder und deinen Beitrag "Queen" mit "The show must go on".
Wie du bereits geschrieben hast:
Genau genommen, sind alle Musikstücke in denen Freddy singt Gänsehautlieder. Dieses aber ganz besonders, weil es neben dem durchdringenden Sound uns allen klar macht, dass bei allem was passiert das Leben halt weiter geht. Tausende Fukushima-Tote, Torndo-Opfer, Scheidungen, Geldsorgen, Arbeitsplatzverluste und Krankheten die wir mitbekommen oder selber erlebt haben: das Leben geht weiter - und damit die Show.

Ein Lied, das bei dir Gänsehaut auslöst: Queen - "The Show Must Go On" 

Quelle: http://goggiblog.blogspot.com/

Dem kann ich nichts mehr hinzufügen. Höchstens vielleicht noch, dass ein Musiker wie Freddy 1991 viel zu früh gestorben ist und ich mir gewünscht hätte noch mehr von seiner Musik hören, erleben, erfahren zu können. Aber es bleibt uns immer noch das, was er hinterlassen hat. Danke für 21 Jahre QUEEN.



Dienstag, 17. Mai 2011

Probleme bei PSN

Am 20. April 2011 wurde das Playstation Network (PSN) stillgelegt. Keiner wusste wieso, nichts funktionierte mehr. Kein Onlinespiel mit Freunden, gar nichts.
Rund eine Woche später kam raus, dass das PSN gehackt worden war. Millionen von Kundendaten sind gestohlen worden. Emailadressen, Kreditkartennummern usw. Die Öffentlichkeitsarbeit von Sony war ein Graus. Informationen wurden nur Tröpfchenweise bekanntgegeben, der Neustart des PSN immer wieder nach hinten verschoben.
Vor ein paar Tagen hat Sony nun damit begonnen alles wieder Schritt für Schritt hochzufahren. Die Nutzer wurden per facebook, Twitter und auf der eigenen Homepage darüber informiert. Am 16. Mai 2011 wurde bekannt gegeben, dass das PSN wieder funktionieren würde. Also hab auch ich mich an die Arbeit gemacht und alle nötigen Schritte durchgeführt. Passwortwechsel, Datensicherung der PS3 (nicht nötig aber evtl. besser) um dann das Update auszuführen zu können.
Der Passwortwechsel war über PC gar kein Problem, wenn man die neuen Vorgaben zur Passwortwahl von Sony einhält. Datensicherung von der PS3 – Keine Probleme. Aber jetzt:
Playstation eingeschaltet, PSN-Anmeldung. Soweit so gut. Da man von der ganzen Kommunikation wusste, dass die aktuelle Version 3.61 installiert werden muss wollte ich eben dieses ausführen. Die Playstation sagte mir auch, dass ich ein Update ausführen muss. Wenn man diesen Schritt allerdings ausführt um dann gesagt zu bekommen, dass ich mit Version 3.60 die aktuellste Version habe und kein Update verfügbar ist frage ich mich schon, was das soll.
Ich begab mich (nachdem ich mich ein wenig im Offline-Modus abreagiert habe) auf Problemsuche auf diversen Webseiten. Erste Anlaufstelle war natürlich die Playstation-Homepage. Wo ich nach langer Suche auch einen möglichen Grund gefunden habe. Das Update ist in 51 Ländern, unter anderem in Nordamerika und Europa, verfügbar. Asien und Japan müssen sich erstmal weiter gedulden. Toll! Vielen Dank auch. Ich wollte daraufhin dem Support eine höfliche Email schreiben, was über ein vorgegebenes Kontaktformular auf der Webseite möglich ist. Angaben, die benötigt werden sind: Email-Adresse und Frage an den Support. Gute Sache. Doof nur, wenn man mit keiner regulären und registrierten Email-Adresse eine Nachricht an den Support schicken kann. Ich bekam immer die Meldung, dass ich doch bitte eine gültige Email-Adresse verwenden soll. Was meint ihr, was ich mache? Ich will eine Antwort von euch haben und da werde ich bestimmt keine Spam-Mail-Adresse oder eine Fantasie-Adresse angeben.
Wann ich jetzt wieder mit meinen Freunden online FIFA11 oder NfS spielen kann steht also weiter in den Sternen. Wenn Sony so weiter macht schaffen Sie es echt noch mich zur X-Box zu verführen…
Kundenservice: Mangelhaft
Dabei will ich doch einfach nur wieder ein wenig daddeln. Das kann doch nicht zu viel verlangt sein.

Samstag, 14. Mai 2011

As time goes by - Goodbye Bruchweg

Heute ist der letzte Spieltag der Bundesliga. Ein paar Entscheidungen werden noch getroffen. Zum Beispiel, wer direkt absteigen wird und wie die genaue Platzierung in den internationalen Wettbewerben.
Weiterhin ist heute Tag der großen Verabschiedungen. Fußballer und Trainer wechseln die Vereine und gehen neuen Aufgaben entgegen. Die größte Verabschiedung steigt allerdings in Mainz. Neben dem Gästetrainer Stanislawski werden unter anderem auch die Mainzer Profis Holtby, Schürrle, Pieckenhagen verabschiedet. Die größte Verabschiedung betrifft jedoch das gesamte Bruchwegstadion, das nach diesem Spiel nicht mehr auf der höchsten deutschen Spielklasse vertreten sein wird, da unser Verein in die neu errichtete Coface-Arena umzieht.
Viel wurde über das letzte Spiel am Bruchweg gesagt, geschrieben und berichtet. Die UltraSzene Mainz (USM) bereitet seit Wochen und Monaten die Abschiedschoreo vor, die sich über das gesamte Stadion erstreckt. Ich habe zwar keine Zahlen mehr im Kopf, aber die USM brauchte für eine solch aufwendige Choreo Spenden von Materialien und Finanzen. Weiterhin hat die USM T-Shirts aufgelegt, mit deren Erlös die Choreo mitfinanziert wurde. Mein sind zwar noch in der Post, aber ich freu mich, wenn sie dann da sind. Vor Spielbeginn wurde ein großer Marsch aus der Innenstadt ans Stadion organisiert. Das erste Bild, das via Facebook kam, sah schon beeindruckend aus. Ich wäre gerne dabei, aber aus bekannten Gründen klappt das leider nicht.
Schauen wir ein wenig zurück auf die Zeit im Bruchweg. Seit 1996 gehe ich –mehr oder weniger- häufig zu den 05ern. Das erste Spiel: Mainz gegen Eintracht Frankfurt (2:2). Allein der Kader der damaligen Aufstellung…
Wache – Stöver, Tanjga, P. Neustädter, Lemsalu – Lieberknecht, Akrapovic, Schmidt, Hock – Grevelhörster, Ouakili  -  Einwechslungen: Demandt für Grevelhörster und Klopp für Lieberknecht
Ich weiß auch noch, dass wir in dieser Saison mit den karierten Kroatien-Trikots erst mit Trikot-Sponsor XxS (der gerüchteweise gar nicht existierte) und in der Rückrunde den Erdal-Frosch drauf hatten. Mein erster Fanartikel war eben eines dieser Trikots. Warum ich allerdings die Nummer 12 mit HERZBERGER-Beflockung geholt habe, weiß ich allerdings nicht mehr. Wie sah das Stadion damals aus? Ich erinnere mich an die alte, flache Haupttribüne mit Sat.1- Schriftzügen und PMG als Sponsorentafeln. Ebenso an die Laufbahn, die wir damals noch hatten. Die sandige Gegengrade, sowie eine Holz-Zusatztribüne hinter dem Tor, wo heute die Blöcke P-S  sind. Selbstverständlich unsere bis heute tätige Anzeigetafel. Damals allerdings noch mit funktionierender Uhr links in der Mitte…
Wie die Zeit vergeht und was wir alles in diesem Stadion bzw. mit unserem Verein seit damals erlebt haben. Verpasste Aufstiege in Wolfsburg, Berlin und Braunschweig. Diverse Nicht-Abstiege aus der 2. Bundesliga, wozu mir ein Interview von Klopp einfällt, in dem er nach seinen größten sportlichen Erfolgen bei Mainz gefragt wird. Seine Antwort war damals „Nichtabstieg in der Saison XX/XX; XX/XX und Nichtabstieg in den Spielzeiten von XX/XX bis XX/XX.“ Die Jahreszeiten weiß ich leider nicht mehr. Oder auch das Interview mit dem Spezi des SWR: „Wenn du da bist, fühl ich mich gleich 3 Klassen schlechter.“ Was kam noch? Der Aufstieg gegen Trier. Europapokal über die Fairplay-Wertung, die wir leider im Frankfurter Stadtwald spielen mussten. Ein weiteres spektakuläres 2:2 gegen Eintracht Frankfurt in der Saison 2005/2006, bei dem NiNo alleine 3 Tore geschossen hat. Allerdings leider 2 Eigentore. Den Abstieg in die 2. Liga und der Wiederaufstieg. Eine Trainerentlassung vor Beginn der Saison und der Verpflichtung des „Nobody“ Thomas Tuchel, der uns nach 2 Jahren Amtszeit an die Tabellenspitze geführt hat. Diese Saison sollte in Erinnerung bleiben. Wir haben so viel mit unserem „Kleingartenverein Mainz 05“ (Christian Heidel) erreicht:
- Tabellenführer.
- 7 Siege in Folge (Ligarekord gemeinsam mit u.a. Bayern München).
- nie schlechter als Platz 5 über die gesamte Saison.
- direkte Qualifizierung für die nächste Saison in der Europaleague.
- beste Punktzahl jemals in der Vereinsgeschichte in der ersten Bundesliga.
- Abschied vom Bruchweg.
Der Verein plant eine Menge, um die Eröffnung der Coface-Arena gebührend zu feiern. Hierzu wird ein Abschiedsspiel am Bruchweg stattfinden, danach zum neuen Stadion gegangen um dieses mit einer Feier offiziell einzuweihen. Später dann der Liga Total-Cup. Dazu kommen dann kurz drauf die Pflichtveranstaltungen in Bundesliga und der Europaleague.
Ich werde den Bruchweg ein wenig vermissen, freu mich aber auch auf das neue Stadion und die Höhepunkte, die wir dort noch erleben werden. Ich wünsche dem Bruchweg alles Gute, werde vielleicht mal wieder bei den Amateuren vorbeischauen, die ja weiterhin dort spielen. Wische mir die Träne aus dem Augenwinkel, freu mich auf das Spiel heute gegen Sankt Pauli und schaue voraus auf eine (hoffentlich) rosige Zukunft.

Bruchweg, Die alte Haupttribüne

Bruchweg, Heimat bis 2011


Willkommen Caface-Arena 2011-????

Mittwoch, 4. Mai 2011

Es lebe die schönste Nebensache der Welt

Oder: Die Bundesliga geht in die letzten 2 Spieltage.
Jetzt ist Sie fast schon wieder vorbei. Die 48. Bundesliga-Saison. Da die erste und wichtigste Entscheidung schon getroffen ist, will ich schon mal ein wenig bilanzieren, was alles passiert ist. Immerhin war es eine durchaus amüsante, aber teilweise auch verrückte Saison. Mit Trainerentlassungen zu Hauf, das Trainerkarusell drehte sich so schnell, dass man teilweise ga nicht mehr wußte, ob das Vereinstaktik war, das der bisherige Coach beim übernächsten Gegner trainiert um die Spieler zu zermürben und anschließend zurückkehrt oder, ob diese entlassenen Trainer doch so gut sind und einfach nur das falsche Trainingsprogramm abspulten. So kommen Fragen über Fragen und die Erkenntnis, dass der FC Bayern doch kein Abo auf den Meistertitel hat und die Schale dieses Jahr nach Dortmund geht.

Fangen wir am Beginn der Saison an. Da gibt es ja immer irgendwelche Überraschungen. Ich erinner mich da noch recht lebhaft daran, wie Mainz 05 ein paar Tage vor Saisonbeginn 2009/2010 den Aufstiegstrainer Andersson entließ und einen (für die meisten Leute) unbekannten wie Thomas Tuchel zum Cheftrainer ernannte. Dies ist aber eine andere Geschichte und wird vielleicht irgendwann einmal in einem Huldigungsblog veröffentlicht.
Der Tabellenführer nach dem ersten Spieltag ist allerdings auch manchmal eine Überraschung. Die üblichen Verdächtigen waren ja noch wegen der anstrengenden und langen Fussball-WM im südafrikanischen Winter ja noch personell geschwächt. So verwunderte es doch ein wenig nach dem ersten Spieltag Hoffenheim, FC Kaiserslautern und St. Pauli auf den ersten 3 Plätzen zu finden. Dahinter Leverkusen und Mainz. Auf den Abstiegsrängen (inklusive Relegation) Dortmund, Stuttgart und Bremen.
Durch eine unglaubliche Siegesserie konnte sich die graue Maus der Bundesliga am 4. Spieltag zum ersten mal in Ihrer Vereinsgeschichte auch einmal Tabellenführer nennen. Mainz legte am 4. Spieltag den 4. Sieg -gegen Stuttgart, Wolfsburg, Lautern und Bremen- hin. Also nicht irgendwelche No-Names. Das man ausgerechnet in Kaiserslautern auf den Platz an der Sonne kletterte war noch etwas mehr für das Selbstbewusstsein. Doch wo waren die sogenannten Großen Vereine?
Dortmund -  6. (immerhin schon wieder, nach Platz 16 am ersten Spieltag)
Leverkusen - 8.
FC Bayern - 11.
Eintracht - 12.
Schalke - 17. (und das für einen selbsternannten Meisterschaftskandidaten...)
Die Siegesserie und somit auch die Tabellenführung der Mainzer sollte anhalten bis zum 8. Spieltag. Bis dahin waren 7 Siege in 7 Spielen. Einstellung des Startrekords. Teilweise wurde schon vom 8. Sieg geträumt, aber gegen den HSV verlor man leider 0:1 am heimischen Bruchweg. So muß man weiter von einem neuen (alleinigen) Startrekordhalter warten. Doch Mainz verzauberte. Vor 10 Jahren war man froh nach Müchnen zu fahren, auf den FC Bayern und nicht auf die Löwen zu treffen und nicht zweistellig nach Hause zu fahren. Dieses Jahr wurden die Bayern am 6. Spieltag von Mainz mit 2:1 in der heimischen Allianz-Arena geschlagen, wobei Mainz alle drei Tore schießen mußte, damit es nicht zu peinlich wird.
Schauen wir uns die Tabelle wieder mal an.
1. Dortmund (21 Punkte)
2. Mainz (21 Punkte)
3. Leverkusen
...
8. Eintracht Frankfurt
..
10. FC Bayern München
..
16. Schalke
Von nun an dominierte der BVB die Saison und spielte nach belieben. Die meisten Gegner wurden unangespitzt in Grund und Boden gespielt. Dortmund war unangehm. Wobei es ja eigentlich "Mainz 05 - Aussenstelle Dortmund" heißen könnte, wenn man sich den Trainerstab und Kader mal so ansieht. Ist jetzt nicht böse gemeint, aber ist doch so... ;-)
Dann kam auch schon mit riesengroßen Schritten die Winterpause. Fazit: Der BVB liegt mit 43 Punkten (!), 10 Punkte vor dem Zweitplatzierten Mainz 05 (!!!)
Der FC Bayern hat sich große Mühe gegeben und es mittlerweile auf den 5. Tabellenplatz geschafft, der ja immerhin zur Teilnahme am "Verlierercup" (Zitat Uli Heneß) berechtigt. Die Abteilung Attacke des FCB hatte zwar zwischenzeitlich geschlossen, aber das was aus München kam, klang zwar nach Kampfansage, aber auch ein wenig nach Resignation.
Da in der Winterpause auch Zeit für personelle Veränderungen ist, bin ich eben mal in die VAE ausgewandert. Doch das Trainerkarussell war noch im grünen Bereich.
Mit
- Groß (VfB Stuttgart)
- Soldo (FC Köln) und
- Keller (erneut VfB Stuttgart)
waren die Entlassungen relativ übersichtlich.
Die Rückrunde war bis zum jetzt gespielten 32. Spieltag wesentlich interessanter.
Das Trainerkarussell nahm Fahrt auf und drehte teilweise auf Höchsttouren. In der Rückrunde flogen: Ragnick (Hoffenheim), McLaren (Wolfsburg), Frontzeck (Gladbach), Veh (HSV), Magath (Schalke), Littbarski (Wolfsburg), Skibbe (Frankfurt) und van Gaal (FC Bayern).
Weiterhin steht fest, dass Pezzaiuoli nach der Sommerpause nicht weiter die TSG Hoffenheim trainieren wird. Das hieß es auch bei van Gaal. Kurze Zeit später wurde aus der bevorstehenden Trennung eine sofortige Trennung. Aber so wie es aussieht wird die TSG Hoffenheim Wort halten. Immerhin steht der Nachfolger schon fest. Ebenso wie bei einigen anderen Clubs. Stanislawski geht von Pauli nach Hoffenheim, Heynkes von Leverkusen mal wieder nach München. Zum Thema Stanislawski lasse ich mich nicht aus. Da soll sich jeder seine eigene Meinung bilden. Interessant ist aber, das die aktuellen Nachfolger teilweise gerade erst bei anderen Vereinen entlassen oder höchst spektakulär. So ging Magath zum Beispiel zurück nach Wolfsburg, wo er ja schon als Meistertrainer fungiert hat, und die Eintracht aus Frankfurt, die man nicht umsonst als "launische Diva vom Main" bezeichnnet, verpflichtete einen überführten Drogenkonsumenten namens Christoph Daum. Als diese Meldung über die Ticker der Sender (hr, SWR, FFH und andere) ging, hielt ich es zuerst für einen verfrühten Aprilscherz, der sich jedoch als bittere Wahrheit herrausstellen sollte.

Im Umfeld diverser Vereine gingen natürlich sofort die Frotzeleien los. Heute bleibt festzustellen, dass Daum KEIN Feuerwehrmann ist. Dies zeigte sich spätestens nach der 3:0-Derby-Pleite in Mainz am vergangenen Spieltag, an dem auch ein größtenteils dominierender Verein aus dem Ruhrgebiet endlich festlegen konnt, das er Meister geworden war. Man hatte alles versucht. Die Frage nach dem M-Wort wrde diese Saison ziemlich häufig an Dortmunder Spieler und Trainer gestellt. Lange konnte man es vermeiden. Es soll sogar soweit gegangen sein, dass Journalisten untereinander Wetten abgeschlossen haben, wer Klopp zum ersten Mal das Wort "Meisterschaft" auf die Zunge legt und er es auch ausspricht und nicht unterschluckt. Wer das Rennen gewonnen hat, weiß ich jetzt gar nicht mehr, aber da findet sich bestimmt jemand.
Aber welche Entscheidungen sind noch gefallen?
Hetha BSC Berlin steigt in die erste Bundesliga auf. Pauli braucht schon ein wahres Fussballwunder und Gladbach, Frankfurt und Wolfsburg müssen auf ein mittleres Fussballwunder hoffen um in der höchsten deutschen Spielklasse zu verbleiben. Köln und Bremen brauchen noch einen, allerhöchstens zwei Punkte aus zwei Spielen. Dies sollte aber machbar sein. Grade für Bremen würde es mir Leid tun, sollten sie doch noch den Gang in die Zweitklassigkeit antreten müssen. Ich habe zwar nichts persönlich mit dem Verein zu tun, aber ich müßte unter einem Abstieg vermutlich sehr leiden ;-)
Freuen wir uns auf garantierte wiedersehen in den Stadien von Stuttgart, Kaiserslautern, Schalke, Hoffenheim, Hamburg und Freiburg. Für die ist die Saison eigentlich schon beendet und es geht (ausser bei Schalke, die noch das Pokalfinale vor der Brust haben) eigentlich nur noch darum, die Saison gut zu beenden.
Was ist mit dem Rest?
 Dortmund ist wie Meister. Glückwunsch dazu und als hätte ich es nicht schon früher gewusst, schrieb ich am 07. März 2011 auf facebook an die Pinnwand einer guten Freundin
"Wettervorhersage für Dortmund am 14.05.2011
Schwarz-Gelber Konfettiregen mit gelegentlich blitzender Meisterschale.
Stimmung auf dem Siedepunkt und ganz Dortmund feiert die Meisterschaft

und das Versinken der Königsblauen im Niemandsland der Tabelle ;)".
Auf den Plätzen 2 und 3 sind Leverkusen und Bayern mit 5 Punkten Unterschied. Sollte also eigentlich auch klar sein, das der FC Bayern in die Championsleague-Qualifikation muß, wenn nicht noch etwas unvorhergesehenes passiert. Hannover spielt definitiv in der Europaleague. Mainz und Nürnberg streiten sich um Platz 5, wobei die Mainzer ebenso wie Leverkusen 5 Punkte Vorsprung haben. Sollte also eigentlich auch klar sein. Eigentlich!
Als Mainzer hat man schon zu viel erlebt, um sich jetzt schon sicher zu fühlen. Damals in Berlin, war es ebenfalls ein Punkt, den man zum Aufstieg gebraucht hätte. Ein Jahr später in Braunschweig war es ein Tor. Also warten wir lieber noch den nächsten Spieltag ab, als jetzt schon mal von Reiseplanungen in europäische Fussballtempeln zu träumen. Wunder soll es ja immer wieder geben... Ich freue mich auf jeden Fall über die erfolgreichste Saison "meiner" Mainzer mit dem besten Tabellenplatz aller (bisherigen) Zeiten und hoffe nächste Saison in der neuen Coface-Arena auch das ein oder andere Spiel zu sehen und ich bin gespannt, was die nächste Saison uns so bringen wird.

Montag, 2. Mai 2011

Der (Terror-)König ist tot. Lang lebe der König

Die USA versuchen uns, kurz vor dem 10. Jahrestag des 11. September 2001, weiß zu machen, dass der meist gesuchte Terrorist, Osama bin Laden, vom Terrornetzwerk Al Kaiida tot ist.



Kann es sein, dass man nur einen Vorwand sucht, um die eigenen Truppen aus Afghanistan abzuziehen?
Warum ein Vorwand? Der Leichnam wurde sehr schnell verbrannt und auf offener See verstreut, sodass keine Beweise zurückbleiben können. Keine Exhumierung; Kein DNA-Test; Keine Zahntechnische Untersuchung zur Sicherstellung der Identität des angeblich toten Terrorchefs.
Wenn man sich ein paar Jahre zurückerinnert, muß man unweigerlich daran denken, wie stolz man den gefangen genommenen Saddam Hussein den Medien präsentierte. Warum nicht diesmal? Okay, Saddam hat den USA "2 Kriege" beschert, aber ob ihn das Medienwirksamer macht? Wohl kaum. Immerhin hat Osama (angeblich) die USA angegriffen und viele US-Bürger getötet. Und das nachdem er zwei Jahrzehnte zuvor von den USA Waffen, Ausbildung und Geld im Kampf gegen die Sowjets erhalten hat. Warum man die "fütternde Hand" beissen sollte, bleibt mir bis heute unklar. Ebenso, dass nachdem am 11. September 2001 der komplette Luftraum über den USA gesperrt wurde die Familie bin Laden von der CIA aus dem Land geflogen wurde.
Möglichkeiten für Verschwörungstheorien sind genügend vorhanden und werden vermutlich ebenso wie der Kennedymord, die Watergate-Affäre, die Mondlandung und viele andere Sachen NIE komplett geklärt werden.

Was mich allerdings beschäftigt, hat mir RTL (man höre und staune) suggeriert.

Was passiert nun, nach Osama´s Tod, mit unseren Terrorgesetzen? Werden diese gelockert oder weiter verschärft?

Dank dieser -im Eilverfahren verabschiedeten- Gesetze, dürfte man in Flugzeuge nicht mehr als 10x100ml mitnehmen, mußte im Verdachtsfall damit rechnen, dass der PC und Telefon durchsucht bzw. abgehört werden. Sämtliche Onlineüberweisungen gehen über die USA und vieles mehr. Das Leben in permanenter Angst wurde auch in Deutschland geschärft und ausgenutzt. Da wären die "Sauerlandgruppe", die Kofferbomber während der WM 2006 und zuletzt noch die ausgehobene Terrorzelle aus Düsseldorf, die angeblich beim ESC einen Anschlag verüben wollte. Selbst ich hab mich im Dezember ein wenig eingeschüchtert und unehaglich gefühlt, als ich auf dem Weg zur Arbeit am Frankfurter Hauptbahnhof Polizisten in schußsicheren Westen und MP im Arm patrolierten. Wirkt echt beruhigend, dass die sowas haben. Was ist mit mir???
Doch zurück zu den Anti-Terrorgesetzen. Wer jetzt mit einer Lockerung rechnet, den nenne ich einen Träumer! Ich rechne eher mit einer Verschärfung der Gesetze und Erhöhung der Gefahrenstufe, da Al Kaiida doch so gut durchstrukturiert ist und Osama (vermutlich) schon lange nicht mehr die Fäden in der Hand hielt. Und wenn in der Öffentlichkeit die Verschärfung der Gesetze hinterfragt wird, werden vermutlich mögliche Vergeltungsanschläge als Argument gebracht. Aber die Möglichkeit, dass der Staat gerne weiß, was seine Bürger so machen sollte man nicht vergessen. Wem kann man schon verdenken, dass man ein Volk in Angst und Schrecken besser lenken und regieren kann, als einen Haufen aufmüpfiger Landsleute...?

Ich persönlich zweifel an der Meldung, dass Osama tot ist.
Ich glaube, dass die USA nur einen Grund suchten, die Truppen aus Afghanistan abziehen zu können. Osama ist offiziell tot, der Job erledigt. Den Wiederaufbau des zerbombten, zerstörten Landes können die anderen Nationen der ISAF übernehmen. Das es weiterhin Selbstmordattentäter geben wird, interessiert nicht. Sind ja keine amerikanischen Staatsbürger. Ausserdem kostet so ein Krieg eine Menge Geld und wenn man die Wirtschaftsdaten der USA ansieht, kann man den bevorstehenden Rückzug nur zu gut verstehen.

Solange mir dder Tod von Osama bin Laden nicht durch irgendwelche Dokumente definitiv bestätigt wird, lebt er weiter und die Terrorwarnung interessiert mich nicht weiter. Panikmache brauch ich nicht. Wenn es einen erwischen soll, erwischt es einen. Um es mit den Einheimischen zu sagen, in deren Land ich momentan wohne, zu sagen: "Inshallah"; Wenn Gott will...

Passt auf euch auf und laßt euch nicht alles gefallen.
Bis demnächst