Fällt den Drehbuchautoren und Regisseuren in Hollywood oder sonstwo auf der Welt nichts mehr Neues ein, oder was ist in den letzten Jahren in den Kinos los. Seit Jahren werden wir mit tollen neuen Blockbustern überschüttet und doch ist es fast immer das gleiche. Entweder überladene Actionfilme wo nur noch draufgehauen wird und alle paar Sekunden etwas in die Luft fliegt oder es gibt nur noch Vollanimierte Filme, die so vor Spezialeffekten triefen, dass es keinen Spaß macht den Film zu sehen. Die dritte Variante ist, dass eine „Milch gebende Kuh“ weiterhin gemolken werden soll, also eine Fortsetzung nach der anderen gedreht wird. Hier erinner ich nur an Fast 5, Fluch der Karibik 4, Terminator 5 (geplant), oder andere.
Oder Avatar. Er wurde groß angekündigt als erster Film, der komplett am PC entstanden ist. Die Story war nur zweitrangig. Die Story an sich ist ja auch schon lange bekannt. Böse Eroberer versuchen einen fremden, unbekannten Planeten und seine Rohstoffe auszubeuten, aber der Held hat ein schlechtes Gewissen und rettet den Planeten. Ich gebe zu, dass die Effekte gut gemacht waren und das ganze in 3D auch relativ gut aussieht, aber es ist ein Film, den ich mir vielleicht ein oder zweimal ansehe.
Ähnlich ist das Ganze mit der Terminator-Reihe. Es sind von den Stories her alles Filme, die eigentlich keine Fortsetzung zulassen. Im ersten Teil erklärt Kyle Reese, dass die Zeitmaschine, mit der er zurück in die Vergangenheit gereist ist, zerstört wurde. Trotz allem kam 8 Jahre später die erste Fortsetzung, weil man mehr technische Möglichkeiten (für die Spezialeffekte) hatte (und vermutlich auch auf gute Merchandising-Einnahmen hoffte). Dabei sollte Terminator (1) laut Aussage des Regisseurs (James Cameron (schon wieder) immer ein Einzelfilm bleiben. Ich gebe allerdings zu, dass Terminator 2 mein Lieblingsteil der Reihe ist, wenn man es überhaupt so nennen kann. T3 und T4 fand ich einfach nur noch einen Versuch Geld mit Zelluloid zu drucken. Wenn ich dran denke, das T5 in Planung ist wird mir fast schlecht. Bleibt fast nur zu hoffen, dass Arnies uneheliche Kinder und die große Empörung in den prüden USA einen Drehstart verhindern. Herr Schwarzenegger hätte sich nach dem Ende seiner politischen Karriere aufs Altenteil zurückziehen sollen und nur noch ein paar Gastrollen annehmen sollen, wie zum Beispiel in „R.E.D. – Älter, härter, besser“ mit Bruce Willis. Einem Schauspieler, dem es trotz langer Leinwandpräsenz gelingt immer mal wieder ein paar Highlights zu setzen. Gelungen war Stirb langsam 4.0, wo er sich als Old-School-Cop mit den Neuerungen des digitalen Zeitalters auseinandersetzen muss.
Ganz schlimm fand ich es mit „Fluch der Karibik 4 – Fremde Gezeiten“. Während Kapitän Jack Sparrow (Johnny Depp) in den ersten 3 Teilen einen wunderschönen Charakter spielte und man auch schon lange keine Piratenfilme mehr im Kino gesehen hat, war es mal eine schöne Abwechslung. Erst versucht er sein Schiff, die Black Pearl, zurückzubekommen und einen Fluch aufhebt, wird er im zweiten Teil von Davy Jones verdammt und in die Unterwelt geschickt, wo er im dritten Teil mit Hilfe von Miss Elizabeth und Mr. Turner entkommt, weil man über das Ende der Welt segelt. Damit hätte man es bleiben lassen sollen. Teil 4 hat zwar noch Kapitän Jack Sparrow, Kapitän Barbossa und Mr. Gibbs als Konstante aus den ersten 3 Filmen, aber der Humor bleibt klar auf der Strecke und der Film ist größtenteils unlustig und träge.
Ähnlich schlimm fand ich „Fast 5“. Die Geschichte ist erzählt, es fällt einem kaum noch was neues ein und die Autos stehen auch nicht mehr im Vordergrund. Ich bin „begeistert“, als Vin Diesel (den ich als Schauspieler mag) auf der Premiere vom aktuellen Film bereits über einen sechsten Teil redete, der dann in Deutschland spielen solle, weil es dort kein Tempolimit gäbe. Oh mein Gott. Bitte nicht.
Zu „Herr der Ringe“ bin ich hin und her gerissen. Zum einen finde ich es gut, dass Peter Jackson sich an ein Projekt wagte, was über 50 Jahre als unverfilmbar galt. Die Abweichungen zum Buch sind zwar teilweise drastisch, aber irgendwie auch verständlich. Was aber beruhigt: Es wird definitiv keine Fortsetzung geben. Und das man die vorgehende Geschichte nachher dreht und veröffentlich ist heute leider auch keine Seltenheit mehr. Aber was ist das bitte für ein Erzählstil? Warum verrate ich das Ende, wenn ich erst später erfahre, wie das alles angefangen hat? Wobei bis heute ja noch nicht feststeht, wann „Der Hobbit“ in die Kinos kommen wird. Gibt ja genug Probleme am Set um Finanzierung, Dreharbeiten usw.
Bitte, bitte liebe Drehbuchautoren, Produzenten, Regisseure: Lasst mal wieder eure Fantasie spielen und holt aus gegebenem Stoff einen richtig guten Film raus. Was hätte man zum Beispiel aus „Thor“ machen können. Ich persönlich war enttäuscht, da es sehr vorhersehbar war und zu keiner Zeit einen Spannungsbogen aufbaute, weil man wusste, was passieren würde.
Was ist aus dem wirklich großen Kino geworden? Filme, die Geschichte geschrieben haben und man darauf stolz war gesehen zu haben. Da gibt es zum einen „Der Pate“, „Star Wars“ (allerdings nur die alten Filme), Casablanca, Shining und viele mehr. Filme die einen in andere Welten oder andere Zeiten entführten. Wo nicht bereits vor Veröffentlichung die große Vermarktungs- und Werbefeldzüge gestartet wurden.
Muss es denn wirklich sein, das ein Monat vor Kinostart schon das entsprechende Spielzeug in jedem Happy Meal verfügbar ist oder das Videospiel auf dem Markt ist? Geht es nur noch ums Geld und nicht mehr um den Film an sich? Den Menschen eine gute Unterhaltung zu bieten und Sie für eine gewisse Zeit in ein faszinierendes Abenteuer und/oder in eine fremde Welt zu entführen?
Abschließend will ich auch die eine oder andere TV-Produktion nicht unerwähnt lassen, die (für mich) Kultcharakter besitzen. Eine, die mir sofort einfällt ist „Das Boot“ oder „Die unendliche Geschichte“ – auch wenn letztere DEUTLICH vom Buch abweicht. Man kann sich halt nicht immer an die Buchvorlage halten, siehe weiter oben bei „Herr der Ringe“… Allerdings könnte man sich auch manchmal etwas mehr Mühe geben.
So was wird heute leider nicht mehr produziert und kann man vermutlich auch nicht mehr umsetzen, weil es nicht mehr die Zielgruppe hätte. Wenn es nicht gewaltig kracht und Blut fließt, oder ersatzweise genügend Spezialeffekte besitzt, kann man sowas nicht mehr produzieren/vermarkten.
Ich für meinen Teil wünsche mir „GROSSES KINO“ zurück, denn wie es so schön in der Kinowerbung heißt: „Dafür werden Filme gemacht“. Weg vom Green Screen und zurück in die Traumfabrik, wo man Blut geschwitzt hat um einen guten (!) Film zu produzieren.
Brauch ich nicht unbedingt...!




