Sonntag, 31. März 2013

Whats new? Ein Erfahrungsbericht aus Yas Waterworld

Ende Januar eröffnete -meines bescheidenen Wissens nach- der vorerst letzte Wasserpark in den Emiraten auf Yas Island in der Nähe von Abu Dhabi. Bekannt ist die Insel durch Attraktionen wie zum Beispiel Ferrari-World was nicht so ganz meine Kragenweite ist oder durch die Formel 1 Strecke von Yas Marina Circuit, was schon eher meine Kategorie ist. Besonders, weil man Dienstag Abends immer wieder schön sporteln kann, wenn einen die Verlobte nicht dazu verdonnert über die Strecke zu spazieren um die Strecke erklärt zu bekommen. Aber auch da besteht Hoffnung auf Besserung. Für Dienstag möchte Sie sich ein Fahrrad mieten und eine Runde strampeln. Ich freu mich drauf. Dann wäre da noch einer von zwei IKEAs und die Baustelle zu einer weiteren überdimensionierten Mall. Aber nun gibt es auf Yas halt auch noch den Wasserpark, der mit einer eigenen Geschichte auftischt.

Um mit der Geschichte des Parks überhaupt etwas anfangen zu können, muss man wissen, dass die Emiratis vor der Entdeckung des Öl größtenteils Perlentaucher und Fischer waren. Um diesen Park wurde eine Geschichte mit vielen witzigen Figuren und Namen um eine sagenumwobene, riesige Perle gewoben. Wie in jeder Geschichte gibt es gute und böse Charaktere und manchmal unerwartete Hilfe.

Nach den diversen Kapiteln der Geschichte gibt es auch Rutschen, Wellenkanäle und vieles mehr. Insgesamt wartet Yas Waterworld mit 43 Rutschen, Kanälen und anderen Attraktionen, wie eine Achterbahn.
Der Besuch von Nathalie sollte vor ein paar Tagen -jetzt, wo es endlich wieder etwas wärmer wird- zum Anlass genommen werden diesen Park auszuprobieren. Ich habe mich den hiesigen Gegebenheiten halt schon ziemlich gut angepasst und finde es unterhalb der 30°-Marke "ETWAS" frisch. Und da ich von meinem Volontariat beim Abu Dhabi International Triathlon noch 2 Gutscheine zu 50% Rabatt hatte, hielten sich auch die Kosten in einem angemessenen Rahmen. 225 Dirham (ca. 45 Euro) pro Person sind nun mal nicht so wenig. Unangemessen finde ich allerdings, dass man für weitere 100 Dirham (ca. 20 €) kann man sich ein "Premium" Eintritt erkaufen, womit man ein Vortrittsrecht an allen Attraktionen erhält und eine kürzere Warteschlange in Kauf nimmt. Nach meinen ersten Erfahrungen lohnt es sich aber. Wir waren fast den ganzen Tag in Waterworld, aber nachdem wir für einmal rutschen knapp 2 Stunden angestanden haben, war meine Stimmung ziemlich auf dem Nullpunkt.Vor allem, als dann erzählt wurde, dass eine der beiden Rutschen kaputt ist. Dass ich dann mit Nathalie und 4 anderen kreischenden Frauen -vermutlich emiratischer Abstammung- in einem Ring saß und dann schön durchgeschleudert wurden entschädigte ein wenig. Ich hatte meinen Spaß. (Ja, ich bin dumm.) Ob sich die 2 Stunden Wartezeit gelohnt haben? NEIN!
Wir haben dann darauf verzichtet eine weitere Rutsche auszuprobieren. Auch wenn mich die ein oder andere gereizt hätte. Der Liwa Loop sieht sehr interessant aus, aber ich werde (vermutlich) nur noch unter 2 Bedingungen in Yas Waterworld zurückkehren. NICHT an einem Wochenende und höhere Temperaturen mit weniger Besuchern. Ansonsten macht das nicht so wirklich Spaß, wenn man überall 1-2 Stunden warten muss oder extra dafür zur Kasse gebeten wird. Das klappt in anderen Wasserparks, wie z.B. im Aquaventure besser. Waterworld ist aber bei weitem auch nicht so groß. Die Gastronomie in Waterworld ist auch nicht der Brüller. Mitbringen darf man nichts außer einem Liter Wasser pro Person und für den Klassiker, den ich schon von J.Lo aus Dubai kenne (Beef burger with Cheese von "heiße Hexe" oder so) für 50 Dirham finde ich mal wieder absolut überteuert. Und wenn der Burger dann noch halb roh ist, trifft das nicht unbedingt meinen Geschmack. Was ich Waterworld jedoch zu gute halten muss:
Es gibt seperat abgeteilte Raucherbereiche. Somit findet man nicht überall Zigarettenkippen wie in anderen Parks, was es für Kinder angenehmer machen kann. (Mir fehlt (noch) der Bezug dafür, die Achterbahn ist spitze und die Wartezeiten sind überschaubar, die Live-Performance der Perlentaucher ist atemberaubend und das Merchandising ist ebenfalls überwältigend.
Ich vermute aber weiterhin, dass ich mir KEINE Jahreskarte kaufen werde. Wer weiß schon, ob man die für General oder Premium bekommt. Auch wenn sie "nur" mit 1000 AED (rund 200 Euro) bereits ab dem 5. Besuch refinanziert wäre.
Falls ihr selbst mal hinkommt und euch selbst überzeugen wollt, empfehle ich euch -wenn auch etwas teurer den Premium-Zutritt und ein Medium oder Large Locker. In die kleinen Locker bekommt man nämlich höchstens zwei paar Schuhe. Und stehen lassen sollte man am besten auch gar nichts, da die Reinigungs- und die Sicherheitskräfte jeden einzelnen Schuh einsammeln und zum "Lost & Found" bringen...

Weitere Informationen findet ihr unter dem Link: yaswaterworld.com/en

Und wenn ihr andere Erfahrungen habt, würde ich mich freuen, wenn ihr diese im Kommentar hinterlassen könnt. Ich genieße jetzt erst mal weiter den Urlaub mit meiner Verlobten.

Montag, 11. März 2013

Glück und Gelassenheit

Braucht man. Unbedingt!
Mit der Gelassenheit ist es grade etwas eng, weil ich mich mal auf jemand anderen verlasse, dass diese Person meine Post in Deutschland aufgibt und diese dann auch schnell und sicher zugestellt wird.
Nicht, dass ich ihm misstrauen würde, aber es ist doch ein wenig na ja, angespannt.

Gleiches gilt aber auch im Straßenverkehr in Abu Dhabi, über den ich mich ja auch schon mal ausgelassen habe. Heute war wieder so ein Tag....
Nach der Arbeit brachte mich ein Kolleg zu meiner Werkstatt in Mussaffah, weil mein Auto beim 30.000 Kilometer-Service war, also nichts schlimmes. In den Emiraten ist alle 5000 Kilometer ein Service mit Ölwechsel etc. angesetzt. Bei meiner Fahrleistung -die deutlich nachgelassen hat, seit ich in Abu Dhabi bin- aber nicht so tragisch. In meinem Auto wollte ich dann wieder Richtung Heimat. Ist ja kein Problem, man kennt ja den Weg. Allerdings kenne ich auch den Verkehr und fahre (gelegentlich) lieber etwas defensiver. Heute war da wieder so ein Tag.

Auf einer 5-Spurigen Straße standen auf den 2 rechten Fahrspuren LKWs und auf den anderen Spuren befanden sich PKW, die auf die Grünphase der nächsten Ampel sich der Kreuzung näherten. Da ich gesehen hatte, dass ein "etwas" mitgenommener Geländewagen QUER zur Fahrbahn über alle Spuren wechseln will, bin ich schon mal vom Gas. Da manche keine Zeit oder Geduld haben  und vorausschauendes Fahren hier auch nicht immer so gefragt ist, drängelte sich noch einer vor mich, der dann allerdings eine Vollbremsung hinlegte. Aber die Schutzengel waren dabei und der Zusammenstoß wurde vermieden.
Der Fahrer des Geländewagen schaute NUR nach links und fuhr weiter quer über die Straße, bis es an seiner vorderen rechten Ecke knirschte und Blinkergläser zerbrachen. Da stand wohl noch einer davor, den er nicht gesehen hat.
Wie man es bei der arabischen Gelassenheit nicht anders vorstellen kann, sind die beiden Unfallgegner mal auf die Gegenfahrbahn abgebogen und haben den Unfall abgearbeitet.
Mein Auto ist weiter Unfallfrei und der vor mir hatte Glück. Der andere weniger. Aber es zeigt sich mal wieder, dass man mit fahren wie man es in Deutschland lernt, doch nicht sooo verkehrt ist.