Donnerstag, 28. Februar 2013

Mein Song zum Wochenende

Ist kein explizit ausgewählter Song, aber eine Ermahnung an die Generation Facebook.

Ich bin zwar auch (sehr und manchmal zu-) viel in den sozialen Netzwerken unterwegs, aber mir ist da die Tage mal wieder was aufgefallen...
Dieses Phänomen hat zwar schon lange vor facebook angefangen, aber das Web2.0 hat unser Leben noch mal beschleunigt und wir erleben gerade alles nochmal. Am Wochenende ist in Dubai ein Festival namens "90rewinds" - und wie der Name schon sagt,, sind dabei hauptsächlich Künstler aus den 90ern oder Artisten, die Lieder aus den 90ern präsentieren. Das ganze hat mich mal wieder veranlasst zu der Überlegung kommen lassen "Was gab es damals da eigentlich?". Denn in unserer schnelllebigen Zeit, vergessen wir ja schon oft, was gestern war. Für fast alle Termine müssen wir uns einen Termin anlegen. Entweder in einem altertümlichen Kalender oder im Smartphone oder Post-its und Erinnerungsemails verfassen. Schlimm, wie faul man geworden ist durch die Technisierung. Ein paar Daten sind (bei mir) zum Glück fest verankert. Da wären unter anderem:
26.1. ; 16.2. ; 15.5. ; 20.8. ; 21.11. ; 30.12.
doof nur, das Weihnachten jedes Jahr so überraschend kommt. ;)

Aber wenn wir uns mal überlegen, was in den letzten 20-25 Jahren musikalisch los war. Was ist gekommen, geblieben oder wieder gegangen?
Geblieben ist nicht viel. Teilweise sage ich zum Glück. Erinnern wir uns nur an all diese Modetänze. Angefangen bei "Cotton Eye Joe" über "Ketchup-Song" bis hin zu "Macarena", "Gangnam Style" oder "Harlem Shake". eines so schlimm wie das andere, aber zum Glück schon lange (oder bald wieder) vergessen. Sommer-, Partyhits und Hüttengaudi kommen und gehen. Viele sind eine Saison auf dem Markt, verschwinden und tauchen 2-5 Jahre später entweder im RTL-Dschungel oder bei einer  billigen Castingshow für neue One-Season-wonder in der Jury.
Auf Anhieb fällt mir nicht ein Künstler oder eine Band ein, die sich aus den 90ern DAUERHAFT in den Charts platzieren konnte, oder mal immer wieder im Rampenlicht steht. Aber es geht auch anders. Es erstaunt mich aber nicht, dass es gerade die alten Bands sind, die immer wieder von sich reden machen und wieder auf Tourneen gehen. Aktuell geht Metallica mal wieder auf Tour und kommt am 19.4. sogar zum zweiten Mal in der über 30 (!) jährigen Bandgeschichte nach Abu Dhabi. Ohne Frage - Ich bin dabei. AC/DC soll dieses Jahr noch auf Tour gehen - Wenn die hier in die Region kommen, bin ich dabei. Gnus ´n Roses kommen Ende März nach Abu Dhabi - reizt mich aber nicht, da Nathalie zu der Zeit hier ist und die Band eigentlich nur noch aus Axl besteht. Sting kommt vorbei. Die Scorpions sind noch auf Tour und planen nun doch noch ein weiteres Album anstatt die Rente zu geniessen, und, und, und....

Ich will euch ja nicht vorschreiben, das ihr euch die Musik der "alten Männer" anhören müsst, aber -grade die Plattenindustrie- sollte sich mal anfangen Gedanken zu machen, warum diese alten, gewachsenen Bands immer noch Erfolge feiern, während andere Musiker und/oder Bands die aus irgendwelchen Castingshows geklont wurden schon wieder Pleite sind oder sich so zerstritten haben, dass man nicht mehr miteinander redet...
Natürlich ist durch die Download-Piraterie nicht mehr so gut zu kontrollieren, wer, wann, was oder wieviel verkauft hat, aber selbst da hat die GEMA ja auf youtube dem deutschen Volk einen guten Riegel vorgeschoben.

Und da ich ihn vorhin schon erwähnt habe, hier ein Bild, das ein Bekannter geteilt hat.
Ich vergrab mich jetzt noch ein wenig in meinen alten Musik-Dateien und später geht es einen  Geburtstag eines Kollegen feiern. Wünsche euch ein schönes Wochenende. Ich werde die nächsten 2 Tage als freiwilliger Helfer beim Abu Dhabi International Triathlon mitmachen und hoffe, dass es von da dann auch was zu schreiben gibt.

Donnerstag, 21. Februar 2013

Not as seen on TV ?

Der Umgang mit der "Ware Leiharbeiter" -wie im aktuellen Fall bei Amazon in Bad Hersfeld- sorgte in der letzten Woche schon für viel Aufsehen und Furore.
Die ARD hatte eine Dokumentation über ausgebeutete und schlecht behandelte Leiharbeiter aus Spanien beim Online-Versandhändler Amazon aufgezeichnet und ausgestrahlt. Dabei ging es um permanente Überwachung durch Security oder auch merkwürdiges Transferverhalten des Arbeitgebers zum Zentrallager.
Nun, eine Woche später, meldet sich die Dame aus Spanien, dass Ihre Aussagen so lange zerschnitten wurden, bis sie einen anderen Sinn ergeben würden, als die, die sie eigentlich getätigt hätte (Berichtet zumindest ein MeinungsBILDendes Organ aus Deutschland). Immerhin hat Amazon reagiert und nach Ausstrahlung und Protest von Zulieferern und Dienstleistern, unter anderem den Sicherheitsdienst gewechselt, da diesem einwandfrei eine Verbindung in die rechtsextreme Szene nachgewiesen werden konnte.

Der Blog wird ein wenig Deutschland und die Emirate vermischen weil es durchaus parallelen gibt und ich aus Deutschland auch den Billiglohnsektor kenne. Hier in den Emiraten  geht es mir sowohl finanziell, als auch beruflich besser, nur vermisse ich meine Süße.
In Deutschland war ich -nacheinander- bei zwei Sicherheitsdienstleistern angestellt. Wenn man bedenkt, dass eine dieser Firmen unter anderem auch das Personal an der Sicherheitsschleuse am Flughafen stellt, will man eigentlich schon gar nicht mehr wissen, was die pro Stunde verdienen bzw. nicht mehr fliegen. Ich kenne jetzt nicht die aktuellen Zahlen, aber viel bleibt nicht von übrig. Bei meinen Tätigkeiten waren es rund 7,50 € brutto die Stunde. Hört sich prinzipiell nicht verkehrt an, aber wenn man Lohnsteuerklasse 1, Miete, Fahrkosten, Lebenshaltungskosten, Telefon mit abrechnet, bleibt nicht mehr viel übrig. Da das Telefon wichtig für den laufenden Dienstbetrieb war, weil man auch oft genug außerhalb der Arbeitszeit mit der Firma telefoniert hat, wurde eher an den Lebenshaltungskosten gespart. Da musste dann das günstigere Produkt gekauft werden, weshalb man sich dann auch nicht mehr wundert, das auch da versucht wird Kosten zu sparen um möglichst günstig zu produzieren. Ein Filet-steak gibt es nun mal nicht für 3,99 €.
Inwieweit die Aussage, dass 3-5 Amazon-Mitarbeiter in einer Ferienanlage in einer Hütte mit 2-3 Schlafzimmern wohnen stimmt, kann und will ich nicht beurteilen. Wie ich aber aus den Emiraten -aus eigener Erfahrung- weiß, ist es hier durchaus möglich, dass in einer 50qm Wohnung so 30-50 Leute wohnen. Doppelbetten, wo Platz ist und eigentlich sollen die Leute ja auch arbeiten und nicht zu Hause sein. Ist leider eine Unart, die mir an diesem Land nicht gefällt, aber zum Glück betrifft es mich nicht. Diese Arbeiter, die so wohnen müssen, kommen überwiegend aus Pakistan, Bangladesh, Indien oder sonstigen Billiglohnländern. Eines Tages kam ich mit einem Bangladeshi ins Gespräch, weil er mich fragte, was er nun tun solle, da sein Arbeitsplatz in Flammen aufgeht, wo er ein fürstliches Einkommen von 1000 arabischen Dirham (etwa 200 €) hätte. In solchen Momenten merke ich, wie gut ich es aktuell habe. Andererseits schickt dieser Bangladeshi die Hälfte seines Monatslohnes nach Hause und seine gesamte Familie davon hat ein sehr gutes Leben.
Eine ähnliche Tendenz zu diesem Lohngefüge entwickelt sich auch in Deutschland. Die Bundesregierung hat es Partei- und Legislaturübergreifend geschafft, ein Volk so weit voneinander zu teilen, wie selten zuvor. Es wurden die Hartz-Gesetze auf den Weg gebracht, die sogenannten "1 €-Jobber" eingeführt und mit dem "Pfandsammler" ein komplett neuer Berufszweig geschaffen.


Glückwunsch!
Mit Hartz muss man nicht mehr arbeiten gehen, weil als "1 €-Jobber" braucht man sich ja auch nicht an den "fleissigen Mitarbeitern" orientieren, da nicht viel passiert, wenn der Arbeitgeber, der dick  Kohle für den Einsatz der Billiglohnkraft abkassiert unzufrieden mit einem ist und diesen wieder nach Hause schickt. Kann ich zwar nicht belegen und will damit auch niemanden persönlich angreifen, aber es ist doch offensichtlich, das etwas in Deutschland nicht stimmt.
Als Pfandsammler braucht man sich mittlerweile nicht mehr zu versuchen, wie SternTV vor kurzem bewiesen hat, weil die untereinander schon alle lohnenswerten Bezirke unter sich aufgeteilt haben und diese auch mit den gegebenen Mitteln verteidigen.

Was mich eigentlich auch schon zum nächsten Punkt bringt. Die scheinbar immer bessere Verdummung des deutschen Volkes, durch die Massenmedien wie RTL, RTL2 und andere. In Ermangelung an Alternativen bin  ich momentan auf RTL2 als deutsches Fernsehen beschränkt und ich stelle fest, dass ich die letzten 3 Monate -ohne deutsches Fernsehen- eigentlich wenig bis gar nichts vermisst habe. Asso-TV wie Köln5667 oder Berlin bei Nacht und Tag ist einfach soooo schlecht, dagegen wirkt GZSZ ja fast als Kandidat für den Grimmepreis. Toll es steht ein kleiner Hinweis dabei, das alle Personen und Handlungen frei erfunden sind, aber wer ACHTET darauf?

Doch ich war beim Thema Billiglohn. Auch wenn ich nicht mehr zu den Geringverdienern in Deutschland gehöre, unterstütze ich die Kampagne "Bedingungsloses Grundeinkommen". Selbst der Herr Kanzlerkandidat der SPD findet das ja keine schlechte Idee mehr, da man als Kanzler ja weniger verdient, als  er aktuell mit 3 Vorträgen. Für mich wäre dieser Herr mit einer solchen Aussage UNwählbar. Auch die lachhafte Weigerung -nach der eben erwähnten Aussage-, dass er NICHT an einem TV-Duell mit Kanzlerin Merkel teilnehmen würde, wenn Stefan Raab der Moderator ist. Kann man zwar nachvollziehen, aber das man 24 Stunden später seine Meinung um 180° dreht.... Wie soll das erst werden, wenn er im Kanzleramt sitzt? Der Staat XY ist unser bester Freund und wir werden versuchen die Zusammenarbeit zwischen unseren beiden Staaten zu vertiefen. 24 Stunden später ruft ein NATO-Partner zum Angriff auf eben diesen Staat und der neue Kanzler stimmt zu und schickt "seine" Soldaten in eben das Land, mit dem man noch kurz vorher zusammenarbeiten wollte??? Na danke!

Ein Lichtblick zum Thema Billiglohn gibt es aber auch noch. Vor kurzem haben die Sicherheitsmitarbeiter an diversen deutschen Flughäfen gestreikt. Respekt dafür. Man sollte sich diesbezüglich mal ein Beispiel am Nachbarn Frankreich nehmen. Dort gibt es eine mitunter gute und verständliche Art des Streiks und zivilen Ungehorsams. Man sollte sich einfach nur mal zusammentun und organisieren. Wenn Deutschland einen Tag still steht, weil die Billiglöhner nicht arbeiten, würde es -ähnlich wie hier in den Emiraten- sehr, sehr schlimm aussehen. Innerhalb von 24 Stunden! Das erspreche ich euch, wird aber an den vielen kleinen Gruppierungen und Zielsetzungen scheitern.

Und was nun stimmt, oder nicht... Die Wahrheit liegt vermutlich irgendwo dazwischen. In den Emiraten, wie in Deutschland. Macht euch nicht so abhängig vom TV und der Meinung sogenannter, selbsternannter Experten, sondern macht euch selbst ein Bild von dem, was euch vorgesetzt wird. Das Internet bietet mehr als genug Möglichkeiten und zwischen den Ohren sitzt immer noch etwas, das Gehirn genannt wird. Benutzt es.

Sonntag, 17. Februar 2013

Du bist, was du isst.

Doch wer weiß heutzutage noch, was genau er da isst. Schinken besteht heutzutage hauptsächlich aus Wasser. In Käse ist gar keine Milch mehr, wenn es sich überhaupt noch um so etwas wie Käse handelt.  Und seit neustem ist in Rindfleisch ein Pferd zu finden.

Alles Lebensmittel-"Skandale" aus den letzten paar Jahren.

Wenn man den Medien glauben darf, kann man bald nichts mehr essen, ohne das zu bekommen, was man eigentlich bestellt oder gekauft hat, oder man findet in naher Zukunft den Hinweis "Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Zutaten-Liste, oder verzichten sie auf Billig-essen und kochen mal wieder richtig.".
Zum Beispiel habe ich hier mal eine Dose Tomatensuppe neben mir stehen. Bekannt wurde diese, weil Warhol sie mal gemalt hat. Und Globalisierung sei Dank ist auch hier ein Inhaltsverzeichnis dabei. Der Einfachheit halber, werde ich die nur auf Englisch abtippen, das wichtigste versteht man sowieso. (Nach der Arbeit will ich nach Möglichkeit nicht mehr zweisprachig denken...)

- Tomato puree (Water, Tomato paste)
- Water
- High fructose corn syrup
- Wheat flour
Contains less than 2% of:
- Vegetable oil (Corn, Cottonseed, Canola and/or Soybean)
- Salt
- Potassium Chloride (auf deutsch: Kaliumchlorid)
- Lower sodium natural salt
- Flavoring,
- Citric acid (E330) (Acidity regulator),
- Ascorbic acid (Vitamin C),
- Potassium phosphate (E340) (Flavoring)

Ist jetzt kein besonders gutes Beispiel, aber schon mal 2 E-Nummern. Es gibt Nahrungsmittel, die deutlich mehr davon haben. Was diese E-Nummern überhaupt bedeuten, weiß ja eh kein Mensch. Doch zum Glück gibt es das Internet und dort gibt es unter anderem auch frei zugängliche Datenbanken, in denen diese E-Nummern aufgeschlüsselt werden. Eine davon ist zusatzstoffe-online.de wo man nach Nummer oder nach Wirkung oder Name suchen kann. Vermeiden lassen sich die E-Nummern nämlich leider auch nicht. So wird zum Beispiel ein Gericht haltbar oder es sieht nach dem kochen noch so aus, wie vorher, oder so, wie man es sich vorstellt oder in der Werbung sieht. Immerhin ist man in seiner eigenen Küche ja nicht bei McDonalds. Auch wenn es dort seit neustem Currywurst gibt. Die ersten Erfahrungsberichte, die ich gelesen habe sind allerdings vernichtend. Naja, was will man erwarten, wenn schon Schubeck und Hoeneß Werbung für die Frittenbude machen und ihren teilweise doch guten Namen so in den Dreck ziehen lassen wollen. Aber ich schweife ab.

Was kann man noch bedenkenlos essen? Oder trinken? Selbst bei Getränken findet man das Problem überall, dass man nicht nachvollziehen kann, was genau man da eigentlich trinkt. Beispiele:
- Red Bull mit 19 erwähnten Inhaltsstoffen
- Coca Cola mit 7 Zutaten, die in den Emiraten aber nicht genauer erwähnt sind sondern nur sehr oberflächlich behandelt werden und Pepsi noch sparsamer mit Verbraucherangaben. Kann sein, dass es auf arabisch auf den Dosen steht, aber auf englisch sind KEINE Inhaltsstoffe vermerkt.
Ein Klassiker, wo man sich sicher sein kann, was drin ist besteht aus: Malz, Hopfen, Hefe und Wasser. Allgemein bekannt als Bier. -Dem deutschen Reinheitsgebot sei Dank.-  Leider sieht es beim Wein nicht so gut aus. Vor 20-25 Jahren fand man Frostschutzmittel in Wein und vor kurzem wurde Schwefelwasser aus Assmannshausen in Flaschen abgefüllt und für teures Geld verkauft.

Wie das Pferd jetzt genau in das Rindfleisch kam, bleibt abzuwarten. Denn frei nach der Devise "Wenn man nicht mehr weiter weiss, macht man einen Arbeitskreis." haben deutsche und europäische Regierungen beschlossen, dem Skandal schnellstmöglich auf die Schliche zu kommen.. Das Ergebnis lasse ich mal offen.
In der Ursache vermute ich aber den anhalten Preis- und Konkurrenzkampf im Discounter. Man muss immer billiger und immer mehr Ware anbieten. Alles muss in einem Laden verfügbar sein, weil die Menschen nach einem 16 Stunden Arbeitstag bei Mindestlohn von 7,50 Euro brutto die Stunde nicht auch noch Stunden lang von einem Laden zum anderen hetzen wollen. Da auch die Subventionen der EU immer weiter gestrichen werden, muss das Fleisch verschnitten werden, erwischt werden ja nur die anderen.
Die andere Folge dieses Billig-Denken ist, dass die privaten Metzgereien, Bäckereien oder Tante-Emma-Läden immer weiter von der Bildfläche verschwinden und es immer öfter so aussieht, wie im Rheingau, wo in bald jeder Ortschaft ein EDEKA, PENNY, LIDL oder was auch immer neben dem anderen steht. Anstatt Qualität zu kaufen, wird lieber Quantität gekauft. Oder halt etwas weniger für kleines Geld, weil ansonsten noch so viel Monat zu Ende des Geldes übrig ist.

Ganz faszinierend ist es aber immer noch bei den "Likörchen". "Achtung, Wild" -der bekannte Kräuterlikör, der unter anderem erster Trikotsponsor in der Bundesliga bei Eintracht Braunschweig war- besteht aus Kräutern, die im Werksnahen Stadtwald wachsen... Ahja. Wenn ich mal die Mengen sehe, die von diesem Gesöff weltweit unterwegs sind, ist das entweder ein sehr großer und ergiebiger Wald (UNWAHRSCHEINLICH), oder aber es wird gemogelt (EHER). Aus meiner Zeit bei einer bekannten Schweizer Destillerie kenne ich den Unterschied zwischen einem Brand, einem Geist und einem Likör.
Ein Brand ist ein reines Destillat, dass mit Hilfe von Wasser von ca. 96%Vol. Alkohol auf ein trinkbares Gefüge "eingestellt" wird.
Ein Geist ist prinzipiell das gleiche, allerdings darf hier Alkohol, bzw. Zucker vor der Gärung, hinzu gegeben werden.
Ein Likör ist: Man nehme... "Wasser, Alkohol, Aromen (künstlich oder natürlich), und eventuell noch Zucker- also Lebensmittelfarbe.
Das aber nur so als Randnotiz und vermutlich widme ich mich in der nächsten Ausgabe mal dem vorhin angesprochenen Billiglohn-gehabe in Deutschland.

Donnerstag, 14. Februar 2013

Sch*** auf den Kommerz


Zum Valentinstag muss ich gestehen, dass ich gerne Arschhaare rauche und dass mir mein Helmchen brennt. Bernhard out.

Montag, 11. Februar 2013

Ein Dank in eigener Sache

Der nächste Meilenstein ist gebrochen. 15.000 Klicks.



Und um dem ganzen noch die Krone aufzusetzen: Es gibt ein neues Projekt von mir...

Meine eigene Fotoseite

Könnt ihr euch gerne mal ansehen, wird in den nächsten Tagen, Wochen und Monaten mit alten und neuen Fotos gefüllt. Alles Fotos können auch käuflich gegen geringe Gebühr erworben werden. Hab ja mitbekommen, dass einige meine Fotos mittlerweile als Hintergrundbilder verwenden und teilweise auch ausgedruckt haben.
Die gekauften Bilder werden mit dezenterem Wasserzeichen verkauft und ausschliesslich per Email übersandt. Somit fallen keine Versandkosten an. Wenn ihr Interesse an einem Bild habt, schreibt mich einfach an.
Die Seite ist auch auf Facebook verfügbar. Ich würde mich freuen, wenn ihr euch die Seite mal anschaut, "Gefällt mir" drückt und sie euren Freunden und bekannten empfehlt.

Freitag, 8. Februar 2013

Not as seen on TV - Dubai

Ich will mich mal wieder einem meiner ehemaligen Lieblingsthemen widmen. Dem deutschen Privatfernsehen - RTL, ProSieben, RTL2 und wie sie alle heißen.

Die Verdummung des deutschen Volkes schreitet immer weiter voran und die Privaten tragen einen Großteil dazu bei. Wie ich darauf komme? Macht die Augen auf und macht euch Gedanken.

Ende Januar machte meine Verlobte Nathalie mich darauf aufmerksam, dass in TAFF bei ProSieben wohl eine Wochenserie über eine Familie aus Wattenscheid kommt. An sich nicht interessant, aber die machten Urlaub in Dubai. Da ich hier kein ProSieben empfange, nutzte ich die Möglichkeit, die sich onlinetvrecorder.com bietet. Da kann ich viele deutsche Programme aufzeichnen und mit Zeitversatz downloaden und da ich eh grade beruflich sehr viel dabei bin Videos zu schneiden habe ich jeweils die einzelnen Folgen rausgeschnitten und zu einem Gesamtwerk zusammengefügt. Dieses gut 41 Minuten lange Meisterwerk offenbart mal wieder, wie sehr man die Leute verdummen will. Falls ihr es nicht gesehen habt:

Ich distanziere mich von der Einstellung dieser Familie und würde am liebsten meinen deutschen Pass abgeben, falls es sich wirklich so zugetragen hat. Das hat diverse Gründe. Augenscheinlich ist das Video übelst zusammen geschnitten. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Luxushotel wie das Rixos (Standort auf der Palme in Jumeirah) eine Familie am Flughafen mit dem Auto abholt, die dann aber mit einem öffentlichen Wassertaxi auf der Palme ankommen. Vermutlich wurde das ganze unter anderem von dem Hotel bezahlt, da -nach Informationen aus dem deutschen Kreis in den Emiraten- das Rixos Hotel demnächst eine All-inclusive-Anlage in Ras al-Khaimah eröffnet. Genauso schlimm finde ich, dass der Vater anscheinend nur T-Shirts mit SCHALKE-Logo eingepackt hat und selbst beim Sterne-Dinner im orangefarbenen Trikot im Restaurant sitzt. Oder die zickige Tochter, die nichts isst, was sie nicht kennt. Ideale weltoffene Anschauung für einen Urlaub in den Emiraten.
Wie kann man in einem islamischen Land, über das man sich anscheinend nicht informiert hat, in der Öffentlichkeit nach Alkohol fragen. In diesem Fall auf dem Gold Souk in Deira. Alles in allem war diese Wochenserie eine Aneinanderkettung von Klischees. Nicht jeder Araber, der in einem weißen Gewand rumläuft ist auch automatisch ein Scheich.
Werbung ist nun mal sehr wichtig. So kam ich auch durch Zufall darauf, dass der neue Spot von HRS ebenfalls in Dubai gedreht wurde.
Foto: Sebastian Opitz / www.ablazewithlight.com
Allerdings sind auch hier einige Sachen auch hier komisch. Da sind auf einmal Hotels, wo vorher keine sind und ein Flügel steht auf einer Interchange über der Sheikh Zayed Road. Schon toll, wenn man von so ein paar kurzen Ausschnitten eine Stadt erkennt. Eine sehr kurze Einstellung ist zum Beispiel auch in diesem Gebäude entstanden.
Hier der Spot. Sehr schöne Ecken ausgesucht und meiner Meinung nach gut gemacht. Trotz allem ist Dubai eine Stadt, in der der Schein mehr zählt, als das was Bestand hat.

Die meisten dürften nur den Protz und Prunk von Dubai kennen, da dieser halt gerne touristisch aufbereitet wird. So kennen viele von euch den Burj Khalifa (vermutlich unter anderem von meinen Fotos) oder die Palme und die ein oder andere architektonische Meisterleistung (Palmeninsel, Atlantis Hotel, Skihalle, etc.).
Dubai hat aber auch seine Schattenseiten. Arbeitercamps, Bruchbuden und Müllentsorgung im Creek.
Man gibt sich zwar Mühe, aber alles in allem dauert es, bis man wo angekommen ist, wo die "westliche Welt" bereits ist. Recycling findet langsam auch hier Einzug. Leider machen noch nicht allzu viele Menschen mit.

Ich versuche ein natürliches Bild zu zeichnen und nicht nur den Prunk darzustellen. Es ist halt nicht alles Gold was glänzt. Dieses Bild vom  7. Mai 2012 verdeutlicht dies recht gut. Einerseits hat man den Prunk den Burj Khalifa, und im Vordergrund die still stehende Baustelle einer weiteren Mall.

Prinzipiell bin ich ziemlich froh in Abu Dhabi zu sein. Da ist es zwar nur ein wenig besser, aber auch hier ist noch viel Arbeit vorhanden. Wenn ich mittlerweile in Dubai bin, bin ich meistens doch SEHR froh, wenn ich mich wieder in mein Auto schwinge und zurück in die Hauptstadt fahren kann.
Ich versuche euch demnächst weitere Einblicke zu geben.
Meine Bitte an euch ist aber erstmal: Glaubt nicht alles, was im Fernsehen zu sehen ist und hinterfragt die Medien.

Freitag, 1. Februar 2013

Harte Zeiten

Auf die wir da zusteuern. Nach langer Zeit habe ich mir in der Dubai Mall mal wieder eine PM gekauft. Absolut überteuert und veraltet, aber mal was anderes, als Ausbildungsunterlagen oder Ausbildungsmaterial, dass ich ansonsten so durchsehe. Ja, mein Studium macht Fortschritte und die Arbeit nimmt langsam Ausmaße an ... Puh, hätte ich vorher nicht gedacht. Aber zurück zu PM.

"Die ganze Welt ist süchtig nach dem süßen Gold - und wird sich auf Entzug einstellen müssen: Die Kakao-Erträge gehen ständig zurück - in 20 Jahren wird SCHOKOLADE so selten und teuer sein wie Kaviar. Warum?" (PM Magazin Online)

Allein mit dieser Überschrift stand für mich fest, dass ich dieses Heft lesen muss! Kurz auf den Preis geguckt: 29 Dirham (grob 6 Euro). Preis in Deutschland: 3,50 Euro... Teurer Spaß, aber das interessiert mich, denn ich esse gerne und auch viel Schokolade.
In diesem Heft konnte man vieles wissenswertes, aber auch unnützliches über Schokolade und die Kakao-Pflanze erfahren. So hätte ich zum Beispiel nicht gedacht, dass jeder Deutsche pro Jahr 12 KILO Schokolade isst. Entweder als Seelentröster oder als Anti-Stress-Mittel oder einfach so. Wer kann es ihnen verdenken. Wenn man seine Schokolade gefunden hat, gehen da ohne Probleme einige Tafeln weg, aber 12 Kilo. Die Zahl hat mich schon etwas überrascht.

Mir war auch bekannt, dass die Kunst eine gute Schokolade herzustellen vergleichbar mit der Herstellung eines guten Weines ist. Geschmackstöne in der Nase und auf der Zunge, Konsistenz, Schmelz und so weiter. Lindt und andere Schokolatieres haben es uns ja in der Werbung oft genug erzählt, worauf es ankommt.
Worauf es allerdings auch ankommt wird aber -wie so oft- nicht erzählt. Die Rohstoffe, also die Kakao-bohne.
Ich hätte nicht gedacht, das Kakao eine so zickige Pflanze ist. Nichts als Scherereien hat man mit ihr. Entweder ist es zu warm, oder zu kalt. Zu feucht oder zu nass. Eine echte Diva. Trotz allem ist der Genuss von Schokolade auch mir wichtig. Grade während ich meine Unterlagen fürs Studium durchgehe, muss schon mal die ein oder andere Tafel Milka schon mal dran glauben. Aber auch auf der Arbeit bin ich selten ohne ein Stück Schokolade unterwegs. (Hoffentlich lesen das jetzt nicht meine Kollegen)
Das Schokolade (ähnlich wie (Rot-)Wein) in gewissen Mengen gesund ist, ist natürlich auch unbestritten. In dem oben verlinkten Artikel kann man dazu auch das ein oder andere lesen und ggf. auch lernen. Grashüpfer im Schokoladenmantel wird sich in unseren Breiten zwar vermutlich nicht durchsetzen, aber wenn das ICCO, die Internationale Kakao-Organisation (ja, so etwas scheint es zu geben) damit rechnet, dass bis 2020 grob geschätzt 100.000 Tonnen Kakao-Bohnen fehlen sind das Zahlen, die uns aufrütteln sollten. Man sollte DRINGEND nach neuen Möglichkeiten suchen, die Pflanze zu kultivieren, damit wir in Zukunft nicht auf diesen Nicht-schmeckenden Ersatz Darob (Hülsenfrucht des Johannisbrotbaum) zurückgreifen müssen.
Auch sollte man sich überlegen, wie man seine Schokolade möchte. Ich bevorzuge ja immer noch Vollmilch oder Knusperkeks oder Cornflakes. Aber so Kreationen wie Chili-Erdbeer oder Bratapfel gehen meiner Mainung nach GAR NICHT. Da sorgen die hin und wieder geteilten Fotos auf Facebook von z.B. Ritter Sport Älpler oder Currywurst noch von kreativem Galgenhumor.

Eine dunkle Seite der Schokolade -ohne Wortwitz- ist leider der Aspekt, dass viele Kakao-Bauer nicht vom Anbau leben können und Kinderarbeit zum Bewirtschaften der Felder ein in Afrika als legitimes Mittel angesehen wird. Laut dem Artikel in der PM verdient ein Kakaobauer grade mal 80 Cent am Tag und geschätzt arbeiten 250.000 Kinder auf den Plantagen.
In einer sozialen und globalisierten Welt sollten wir doch in der Lage sein 5-10 Cent mehr zu bezahlen, solange sich das Geld nicht ein Konzern wie Kraft, Ferrero oder Lindt (um nur 3 von 60 zu nennen) in die Tasche steckt, sondern das Geld auch bei den Bauern ankommt. Wobei natürlich auch auf eine rückhaltige Bewirtschaftung der Agrarflächen geachtet werden muss.

Und wenn das alles nicht helfen sollte, bleibt uns wohl nur übrig von der Schokolade auf Gummibärchen umzusteigen. Wobei ich glaube, dass es da nicht viel besser aussieht. Bleibt abschliessend fest zu stellen, dass Trude Herr gar nicht so verkehrt lag, man nur vielleicht von den Männern auf Gummibärchen oder Schoko-Keks-Pandas umsteigen sollte. Viel Spaß beim Song zum Wochenende und bis die Tage.