Samstag, 30. April 2011

It´s who I am - Eine gute Idee

Im Jahr 1999 trainierte Edward Wimmer am College für einen Marathon und war somit häufig laufen. Sein Vater, Mike Wimmer, hatte Bedenken um die Sicherheit seines Sohnes, wenn dieser beim Lauftraining war. Eltern machen sich ja immer Gedanken. Ob es dem Kind gut geht, ob auch nichts passiert ist, und so weiter. Also bat Vater Mike seinen Sohn Edward seine ID mitzunehmen. Wer selber intensiv läuft weiß, dass man gerne auf alles unnötige verzichtet. Ich selbst laufe auch immer ohne Portemonnaie. Was ich bisher dabei hatte war mein Telefon, etwas zu trinken und eventuell noch ein oder zwei Dirham um mir notfalls an der Tankstelle, die auf meiner Laufrunde liegt was Neues zu trinken zu holen. An meine ID habe ich in den seltensten Fällen gedacht. Edward scheint ähnlich wie ich veranlagt zu sein. Der Geschichte nach ist er eines Tages auf einer unübersichtlichen, kurvigen Strecke, beinahe von einem Pick-up über den Haufen gefahren worden. Wie so manchmal im Leben muss erst etwas passieren (oder zumindest beinah) damit ein Umdenken stattfindet. Edward überlegte, was passiert wäre, wenn er von diesem Pick-up erwischt worden wäre und ohnmächtig ins Krankenhaus eingeliefert worden wäre. Keiner hätte gewusst, wer er ist, was für eine Blutgruppe er hat und so weiter und so fort. Wer sich im Gesundheitswesen etwas auskennt weiß, dass eine medizinische Vorgeschichte mitunter hilfreich sein kann. Grade was Medikationen und eventuelle Allergische Reaktionen betrifft. Jedenfalls ist an diesem Tag Edward eine Idee gekommen, die er dann mit seinem Vater umsetzte und die RoadID war geboren.
RoadID ist in unterschiedlichen Ausführungen erhältlich. Als Armband, als „Hundemarken“  (wie man sie von der US Army kennt), als Aufsatz an den Schuhen (in die Schnürsenkel eingefädelt). Die ganzen Modelle gibt es dann entweder als klassische Variante, wo: Name, Wohnort und Notfallnummern vermerkt werden. Oder aber als Interaktiv. Auf diesem sind dann Name, Wohnort und Kontaktdaten zu einer kostenlosen Servicenummer und einer Webseite mit Laser eingraviert. Auf dieser Webseite sollte man dann seine medizinischen Daten, Notfallnummer und so weiter hinterlassen. Ein Missbrauch der Nummer oder der Webseite ist relativ schwierig, da man die Zugangsdaten von der Rückseite des Armbandes (oder des Schuhpatches) benötigt. Wenn man nun also auf einer Trainingsrunde verunglücken sollte, was allerdings hoffentlich nie passiert, können die Rettungskräfte und später die Ärzte im Krankenhaus mit diesen Daten die Person identifizieren und kennen Name, Geburtsdatum, Blutgruppe, medizinische Vorgeschichte, Allergien und Notfallkontakte. Grundvoraussetzung man hat diese natürlich auf der Webseite eingetragen.
Leider ist diese ganze Geschichte nicht ganz kostenlos. Andererseits wollen Edward und Mike ja auch von etwas leben und die Materialien bekommen Sie auch nicht geschenkt. Aber für das WristID (Armband) Elite Interaktiv habe ich jetzt nicht ganz 30 US-Dollar bezahlt. Wobei die Informationen auf der Webseite dabei für ein Jahr gespeichert werden. Nach diesem Jahr kostet dieser Service jährlich 9,99 US-Dollar. Was auch noch eine nette Sache ist; Ein Teil des Kaufpreises wird wohltätigen Organisationen zukommen gelassen, aus denen man selber auswählen kann. Ich meine es gäbe 4 oder 5 zur Auswahl. Man tut mit dem Kauf also nicht nur sich etwas Gutes (falls man mal drauf angewiesen sein sollte), sondern auch für die Allgemeinheit. Und ich halte dieses Geld für gut investiert, da es in einem Notfall so sein könnte, wie eine Nutzerin auf der Webseite geschrieben hat:
Wenn du nicht mehr sprechen kannst, tut das RoadID für dich.
Ich werde das Armband jetzt bei Fahrten mit dem Fahrrad oder bei meinen gelegentlichen Laufrunden immer anziehen. Nur für den Fall der Fälle. Ich hoffe, dass ich es nie brauchen werde.

Euch möchte ich diese Möglichkeit ans Herz legen, da ihr mir auch etwas bedeutet.  Weitere Informationen und Bestellmöglichkeitén findet ihr unter http://www.roadid.com/
Falls ich jemanden nun überzeugt haben sollte, ich habe noch einige Gutscheine, die das ganze einen Dollar günstiger machen. Bei Bedarf, schreibt mich einfach an.

Bis dann.

Freitag, 29. April 2011

Aus gegebenem Anlass

Heute mal ein kurzer Ausflug ins Reich der Nationalhymnen.
Es ist ja weitläufig bekannt, dass der europäische Hochadel Jahrzehnte, wenn nicht sogar Jahrhunderte untereinander durchgeheiratet hat und so die Habsburger, die Welfen und viele andere in irgendeiner Art und Weise und 50 Ecken miteinander verwandt sind. Die Windsors bilden d keine Ausnahme.
Die Nationalhymnen der jeweiligen Staaten sind trotz allem immer ziemlich eigenständig und haben nicht immer einen Bezug zum jeweligen Adel.England bildet da eine Ausnahme und man besingt die Königin.


Wenn wir uns jetzt in unserer deutschen Geschichte ein wenig in der Zeit zurück bewegen. Sagen wir in die Zeit von 1871-1918. In dieser Zeit gab es noch eine andere, als die jetzige Staatsform in Deutschland und somit auch eine andere Nationalhymne. und wenn man sich ein wenig damit beschäftigt findet man ungeahnte gemeinsamkeiten zu weiteren früheren oder noch aktuellen Hymnen, wie wikipedia einem vermittelt.
"Diese Auffassung ignorierte jedoch den Umstand, dass „God Save the King“ einen Urtyp der Monarchen gewidmeten feierlichen patriotischen Lieder darstellt, weshalb auch andere – auch deutsche – Fürstenhymnen zu dieser Melodie gesungen wurden (wie im Falle der russischen Zarenhymne von 1816–1833 Molitwa Russkich oder der Bayernhymne Heil unserm König, Heil!) und noch werden (wie im Falle der liechtensteinischen Hymne Oben am jungen Rhein). Selbst von Fürstenhymnen abgesehen wurden damals auch andere Nationalhymnen wie die frühere Schweizer Hymne Heil Dir Helvetia und das amerikanische Repräsentationslied „My Country, 'Tis of Thee“ zur selben Melodie gesungen." Da ich aber weder mit den Bayern noch mit den Liechtensteiner oder Amerikanern so viel am Hut habe, werde ich euch hier nur noch die deutsche Variante des Liedes zum Vergleich hier einstelle. Wünsche euch Royalen Hochzeitsgaffern einen wunderschönen Tag und ihr hört wieder von mir.

Donnerstag, 28. April 2011

Die Schlacht der Superlative

Mein nicht-unbedingt-Lieblingssender übertrifft sich mal wieder in eben solchen. Seit Wochen und Monaten wirbt die Medienlandschaft für das morgige „Event“. Anfangs war von der königlichen Traumhochzeit des Jahres die Rede. Mittlerweile wurde es zur Hochzeit des Jahrhunderts hochstilisiert. Na gut. Das Jahrhundert/Jahrtausend ist noch nicht sooo alt. Das kann also immer noch überboten werden, womit bei der nächsten königlichen/adligen Hochzeit das Thema wieder aufgegriffen werden kann.
Doch blicken wir ein wenig zurück. 2002 heirateten Maxima und Prinz Willem-Alexander in den Niederlanden. Dies war schon eine Traumhochzeit die Weltweit übertragen wurde. Oder letztes Jahr, als Prinzessin Victoria von Schweden ihrem Daniel Westling das Ja-Wort gab. Auch ein Mega-Event. Und wenn wir nach vorne blicken, steht das nächste adlige Ja-Wort bevor. Wenn wir uns erinnern hat sich Prinz Albert von Monaco mit Charlene VOR William und Kate verlobt, aber der Termin wurde nach dessen Hochzeit verlegt. Keine Ahnung, warum der Windsor-Spross es so eilig hat mit dem heiraten, aber wenn er meint. Jeder wie er denkt. Ist vielleicht auch ganz gut um die englische Monarchie mal wieder ins Leben zu rufen. Die tote Königin der Herzen ist ausgeschlachtet worden und wirft keine neuen Nachrichten mehr ab. Charles und Camilla sind mittlerweile auch akzeptiert und verhalten sich unauffällig und mit Queen Mom hat die letzte polarisierende Persönlichkeit der Windsors leider vor einiger Zeit das zeitliche gesegnet. Keine Nachrichten, keine Skandale, nichts Neues aus dem englischen Königshaus. Da hilft es auch nicht, wenn man zu einer Karnevalsparty in einer NSDAP-Uniform aufläuft um aufzufallen. Ein paar Tage Medienpräsenz, und danach wieder ab in die Versenkung. Da ist so eine Hochzeit schon ein tolles und großes Marketingevent. Und RTL haut voll drauf und schöpft aus den vollen.
Ein Online-Hochzeitsbuch, das seit Wochen in jeder möglichen und unmöglichen Sendung angepriesen wird wie saures Bier. Da hilft es auch nicht, dass man es versucht zu einem Weltrekord zu bringen. Zum einen ist das Gratulationsbuch auf facebook, wofür eine Registrierung nötig ist. Macht ja nichts, denn es sind ja mittlerweile gefühlte 10 Milliarden Nutzer auf facebook registriert. Und was bringt einem dieses Buch mit Videos und Glückwünschen für das Brautpaar, wenn nahezu alle Beiträge auf Deutsch sind? Werden die noch übersetzt? Ich wage zu bezweifeln, dass diese Beiträge alle fehlerfrei sind, oder Kate und William so gut unsere Sprache können um das alles zu verstehen. Geschweige denn, dass sie es sich ansehen werden.
Die aggressive Werbung für die Livesendung. „Bei uns sehen Sie alles“ und „Näher dran ist nur die Queen“. Wenn ich so Schlagworte und Slogans vor meiner Hochzeit hören würde, hätte ich ähnlich wie Kate Angst davor NACKT in der Westminster Abbey aufzutauchen. Toll. Vielen Dank auch für diese Info liebe selbsternannte Königshaus-Experten. Wer seid Ihr überhaupt? Warum habe ich noch nie was von euch gehört? Andererseits geht Ihr mir sowas von am allerwerteten vorbei, dass ich es gar nicht beschreiben kann. Und wieso ist William überhaupt der begehrteste Junggeselle der Welt? Wer hat ihn dazu ernannt und wo kann ich bitte die Rangliste sehen? Falls so eine Liste existiert kann ich mich darüber freuen, da ich dann von Platz 19.452 auf 19451 hochrutsche. Ich bin begeistert!.
Was allerdings auch auffällt ist die Konsequenz mit der die Superlative durchgezogen werden. So wird zum Beispiel bei „Let´s Dance“ der Schwierigkeitsgrad von Woche zu Woche größer für die Kandidaten und das große Finale kurz bevorsteht. Hier ist es interessant zu beobachten, dass nach nahezu jeder Sendung einer der „Prominenten“ aufgibt und der Kandidat oder die Kandidatin, die letzte Sendung rausgeflogen ist, wieder zurückkommen darf und in der folgenden Sendung eine Glanzleistung abliefert, der die Jury zu wahren Jubelorgien bewegt.
Dann kommt in den nächsten Wochen auch das große Finale (schon wieder dieser Begriff) bei DSDS. Abgesehen davon, dass ich bis heute noch keinen wirklichen Superstar in dieser Sendung gesehen habe führt das ganze schon ab absurdum. Neben den gelenkten Manipulationen im laufenden Programm von RTL gibt es auch genug Seiten im Internet, die in Sozialen Netzwerken wie facebook, Spam verbreiten, dass der eine Kandidat die andere Kandidatin geschlagen hätte. Oh mein Gott. Wenn das wirklich so sein sollte, hätte RTL das bestimmt medial ausgeschlachtet und wenn wirklich was dahinter stecken würde, wäre das auch für die Staatsanwaltschaft interessant (Tatbestand der Körperverletzung). Kommen wir noch zum Thema Vorbildfunktion der Kandidaten. Wenn ich einen Vertreter der Rasse Mensch sehe, der seinen Sprachfehler sowie grammatikalische Irrtümer zu einer neuen, eigenen Sprache ernennt, verstehe ich, warum Deutschland von Jahr zu Jahr im Pisa-Test schlechter abschneidet. Mit Mitbürgern mit Migrationshintergrund kann das nicht alleine zusammenhängen. Ich kenne Türken, die besser deutsch sprechen und schreiben können, als manch deutscher Staatsbürger.
Doch Kommen wir zur Definition „Superstar“. Laut Wikipedia, reicht Prominenz allein nicht aus, um ein Star zu sein, der betreffenden Person muss auch ein gewisses Maß an Beliebtheit, Bewunderung oder Verehrung zuteilwerden (umgangssprachlich oft als „berühmte“ Personen bezeichnet). Es gibt daher eine gewisse Nähe zum Phänomen des „Helden“. Diejenigen, die den Stars besondere Bewunderung und Verehrung entgegenbringen, bezeichnet man als Fans. Die Rituale der Verehrung und Bewunderung werden auch als Kult im säkularen Sinne bezeichnet, der um die Stars betrieben wird. Ähnlich wie beim religiösen Kult nährt sich dieser Kult häufig aus einer Vielzahl von Mythen, die sich um den Star ranken. Diese Mythen und Legenden entstehen aus einer Vermischung von medienvermittelten Bildern, eigenen oft verklärten Erinnerungen, projizierten Sehnsüchten, Erzählungen anderer usw., deren Wahrheitsgehalt schwer zu überprüfen ist. Das heißt für mich, dass man nicht über Nacht zum Star oder Superstar werden kann, sondern, dass man sich diese Bezeichnung lange und hart erarbeiten muss. Und seien wir mal ehrlich. Wer begleitet uns seit Jahren durch diese Serie? Bohlen und Menderes. Bei Bohlen muss ich zugeben, dass er seit Jahrzehnten immer in den Medien ist. Auch wenn ich ihn nicht leiden kann und seine Musik fürchterlich finde, kann man ihn als Star bezeichnen. Menderes ist dieses Jahr im Recall gescheitert, aber auch weit vom Thema Star entfernt. Wen von den jetzt noch verbliebenen Kandidaten kanntet ihr vor einem Jahr? Vermutlich keinen einzigen.
Dann noch zum Thema Finale. Abgeleitet vom lateinischen Finis bedeutet es Ende. Streng genommen hoffe ich, dass es danach nie wieder eine Staffel von Let´s Dance, Superstar oder Dschungelcamp und weiteren geben wird. Doch leider geben der Erfolg und die Quote den Sendern Recht. Und nächstes Jahr gibt es neue Folgen und neue Kandidaten die mehr oder weniger ungelenk übers Parkett schweben, Lieder, die Klassiker sind in neuen ungeahnten Dimensionen verunglimpfen oder durch rumsitzen und Nichtstun im australischen Dschungel brillieren. Sprecht doch bitte lieber vom jeweiligen Staffelfinale. Und dass Jurymitglieder austauschbar sind beweist uns ja Herr Bohlen wunderbar. 5 Dirham für denjenigen, der mir ohne die Hilfe des Internets ALLE Jurymitglieder der vergangenen Staffeln von DSDS aufzählen kann.
Das sind nur ein paar Beispiele. Wenn ich bedenke, wie lang die Liste an Bespielen noch ist, fände ich überhaupt kein Ende. Allein die gesamte Formel 1-Saison, in der jedes Rennen einen anderen Titel hat. Oder die Boxkämpfe der Klitschko´s und Konsorten. Und, und, und.
Weniger ist manchmal mehr und morgen bleibt die Glotze aus!

Samstag, 23. April 2011

Auf keinen Fall klicken

Danke meine Schweizer... Ich habe mir mal copy&paste erlaubt, da mir der Beitrag von euch einfach super gut gefällt. Sorry dafür.

 

Na Super!

Achtung: Dieser Artikel richtet sich ausschliesslich an jene Leser, die den Link mit dem Hinweis: "Hier auf keinen Fall drauf klicken!" gedrückt haben. (Allen anderen sei an dieser Stelle herzlich gratuliert, den Goggiblog auch einfach so gefunden zu haben und dürfen den Artikel natürlich trotzdem lesen)
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Hallo Saftnase.

Tust Du eigentlich auch mal was man Dir sagt? Da stand doch klar und deutlich: "Hier auf keinen Fall drauf klicken!", oder? Und warum bist Du jetzt trotzdem hier? Siehst Du. So funktioniert Spam im Internet. Man wird es Dir hier und da zwar unterstellen, aber eigentlich bist Du gar nicht bösartig, sondern einfach naiv. Um nicht zu sagen: menschlich. Wenn immer wir Menschen nämlich hoffen, hinter einem Rubbelfeld, einem Advetstürchen oder eben einem geheimnisvollen Link etwas zu entdecken, was andere noch nicht kennen, schalten wir sämtliche für Intelligenz zuständige Hirnzellen automatisch aus.

Mit sabberndem Mundwinkel staunen wir in den Bildschirm und beobachten - als minimale Vorsichtsmassnahme - den Bildaufbau und ob sich nicht doch ein roter Warnbalken zeigt, der unsere Festplatte noch einmal vor dem GAU bewahren möge. Es öffnet sich dann leider aber nur irgendwas was nicht toll ist und schon surft der Mensch unbesorgt weiter. Doch im Fall der vielen WOW-Links auf Facebook ist es in diesem Moment leider schon zu spät. Durch den Klick im falschen Moment hat man ungewollt (eben: nicht böswillig, aber völlig naiv) sämtlichen Kontakten eine E-Mail und eine Chat-Nachricht geschrieben, und seine eigene und die Pinwand aller Freunde mit Spam gefüllt. Den Besitzern der Spamseite wird zwar früher oder später der Garaus gemacht, aber leider erst so spät, dass dieser gerade noch sämtliche Daten Deines Facebook-Accounts speichern konnte. Verwendbar bei der nächsten Spam-Aktion. Und übrigens weitaus aussagekräftiger als etwa die paar Daten des iPhones, von denen man dieser Tage ununterbrochen liest.

Entsetzt durch die eigene Dummheit rollt schon die nächste Lawine der Menschlichkeit durch's Internet. Die Warner! "Achtung, diesen und jenen Link nicht klicken und diese Warnung an deine Pinwand kleben, blablabla". Hab ich eben das vierzehnte Mal gelesen und ich frage mich, welches nun der schlimmere Spam war: der böse Link, oder die Warnungen danach.

Es gibt übrigens eine ganz einfache Anleitung, sich vor derartigem Spam zu schützen:

1. Hirn einschalten
2. Hirn eingeschaltet lassen
3. Hirn nicht abstellen
4. Hirn benutzen
5. Nicht jeden Scheiss anklicken

So. Monsieur Fischer hat auch noch ein paar Worte darüber verloren: Hier klicken :-)
Und an dieser Stelle die Statistik, wie viele Leser trotz Hinweis "Hier auf keinen Fall drauf klicken!" hier gelandet sind (wird gelegentlich aktualisiert)

Mittwoch, 20. April 2011

Die Spiele - MÖGEN BEGINNEN

Jetzt ist es doch soweit. Ich habs nicht mehr ausgehalten und nachdem ich auf der Post war um 2 Pakete für Freunde in Deutschland aufzugeben, bin ich noch ein wenig -knapp 2 Stunden- durch Fujairah spaziert. Bei 35 Grad im Schatten eine Schweißtreibende Angelegenheit. Ohne festes Ziel, einfach ein wenig die Zeit totschlagen und mal nicht zu Hause vorm PC sitzen.
Mal diesen Laden angeschaut, mal jenen aber außer 2 Flaschen Wasser habe ich nichts wirklich tolles gefunden. Doch dann...
Als ich vom Fujairah Stadium zum nächsten Kreisverkehr kam, viel mir ein Laden ins Auge und ich wußte, dass ich heute doch noch Geld ausgeben würde. Ein Fahrradladen! Zwar nicht so, wie in Deutschland, aber es gibt Fahrrräder und nach meinem mittlerweile fast viermonatigem Entzug schraubte ich meine Ansprüche nach unten. Im Angebot fand ich ein Rennrad und zwei Mountainbikes in meiner Größe. Das Rennrad kam zu keinem Moment in Frage, da Stahlrahmen und veraltete Technik nicht nur ein Schritt zurück wären, sondern eine Zeitreise in die Steinzeit. Weiterhin läuft ja die Überlegung aus meinem Urlaub mein Rennrad aus Deutschland mit in die Emirate zu nehmen. Also schauen wir uns mal die Mountainbikes an.
Die Technik ist schon aktueller und die Verarbeitungsieht auch ganz ordentlich aus. Shimano Gripshift, zwar nur 18 Gänge, aber das sollte reichen. Das Rad soll ja nicht meine Träume erfüllen und Sportgerät sein, sondern größtenteils ja erstmal nur Fortbewegungsmittel um alleine von A nach B zu kommen. Und dafür reicht es aus.
Viel mehr kann man für den Preis von 550 AED (rund 110 Euro) auch nicht erwarten. Zusammen mit dem "Techniker" noch ein paar kleine Veränderungen an Bremsen, Sattelstütze und Luftdruck vorgenommen und ich bin wieder Besitzer eines Fahrrades.
Die erste Runde ging dann direkt durch die Stadtzurück nach Hause und ich muß mein Fazit revidieren. Das Fortbewegen als Radfahrer in Fujairah ist nicht so suizidal, wie vermutet. War jetzt auch nicht die Verkehrsdichte, aber die Strassen sind doch breit genug um den Autos aus dem Weg zu gehen. An den Kreisverkehren muß man zwar mal ein wenig darauf achten, was die Autos machen aber auch da kommt man durch.
Ich freu mich jetzt schon auf einige kleinere Touren wie zum Beispiel zum Tennisclub und zurück. Wenn ich das Fahrrad mit den Taxifahrten aufrechne, hat es sich sogar schon relativ bald amoritisiert...
Ich werde euch demnächst dann mal über die ein oder andere Tour informieren und hoffe, das ich das Rad auch mit auf Fototouren nehmen kann.
In diesem Sinne, bis dann.

Samstag, 16. April 2011

Mein Song zum Wochenende




Ich weiß, dass ich ein unverbesserlicher Besserwisser sein kann.
Ich weiß, dass ich (meistens) ein schlechter Verlierer bin.
Ich weiß, dass ich zum Thema "Selektives hören" eine Doktorarbeit verfasen kann.
Ich weiß, dass ich, was Zwischenmenschliche Beziehungen angeht nicht immer leicht bin.
Ich weiß, dass ich ein furchtbares Ar******ch sein kann.
Ich weiß, dass das was ich manchmal sage, sehr verletzend ist.
Ich weiß, dass ich mitunter sogar ignorant sein kann.

Wenn du bei irgendeinem der Punkte oben zugestimmt hast, ist dieser Song für dich. Bin die Tage mal wieder durch meine Mediathek gekrochen und unter anderem auf diesem Song hängen geblieben.



Ich weiß auch, dass dies nicht jedermanns Musik ist und darum werde ich euch den Songtext hier zitieren, damit ihr es auch einfach lesen könnt.

Gesprochen:
Liebe Freunde. Entschuldigung, es tut mir Leid. Wie gern würden wir diese Worte öfter hören und wie schwer tun wir uns damit sie einmal auszusprechen. Die toten Hosen, möchten diesen großen Schritt gehen, und möchten uns entschuldigen, für alles was war; alles was ist und alles was noch sein wird.
Song:
Wir sind hier, um uns zu entschuldigen,
und wir reichen euch die Hand.
Wir wollten nur das System zerstören,
doch jetzt haben wir nachgedacht.

Unser Leben war hart, unsere Kindheit schwer,
bitte zieht das in Betracht.
Seid nicht böse mit uns, ihr könnt nichts dafür,
wir haben Blumen mitgebracht.

Wir sind hier, um uns zu entschuldigen
bei allen Menschen in diesem Staat.
Für jede Straßenschlacht, jeden Widerspruch
und was sonst noch unschön war.

Für freie Liebe im Park, und den ganzen Lärm
und dass wir mal betrunken warn.
Wir haben bis heute geglaubt,
dass ihr Arschlöcher seid, aber das ist gar nicht wahr.

Wir hatten Steine und ihr nur Wasser.
Ihr hattet Recht und wir waren schuld.
Wir suchten unsere Grenzen.
Habt Dank für die Geduld!
Darum nehmt bitte als Entschuldigung
unsere schönen Blumen an.

Wir sind hier, um uns zu entschuldigen,
und wir wollen nicht länger stören.
Wir sind doch eigentlich genau wie ihr,
wir möchten auch dazu gehören.


Wir haben euch erzürnt, eure Kinder versaut
und euch dann noch ausgelacht.
Doch jetzt tut es uns leid, wir stehen vor euch
und haben Blumen mitgebracht.

Ja, es tut uns wirklich leid, wir stehen vor euch
und haben Kekse mitgebracht.


Also habt bitte Nachsicht mit mir und ich werde versuchen mich zu bessern.

Mittwoch, 13. April 2011

Tickets, Tickets, Ich will mein Ticket..

Bald ist es soweit, und der FSV Mainz 05 bezieht seine neue Heimat in Nähe des Europakreisels. Die Coface-Arena (www.coface-arena.de) steht kurz vor der Fertigstellung. Alle Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Jeder Arbeiter auf der Baustelle gibt alles. Davon gehe ich zumindest aus. Auch unser Verein macht, was er kann. Seit Dezember konnten Dauerkarteninhaber, Mitglieder und Neukunden eine Dauerkarte beantragen. Auch wenn zu dem Zeitpunkt schon nahezu feststand, dass ich in die Emirate gehe, wollte ich es mir nicht nehmen lassen eine eben dieser zu beantragen. Ich werde zwar die wenigsten Spiele mit dieser Karte sehen, aber mir geht es um die Zeit nach den Emiraten. Ich werde vermutlich nicht ewig hier bleiben, aber die ein oder andere Spielzeit vermutlich schon.
Zum Vergabemodus der neuen Dauerkarten für die nächste Saison ist eigentlich nur zu sagen, dass der Verein dort (mal wieder) richtig gute Arbeit abgeliefert hat. Als erstes werden die momentanen Dauerkarteninhaber bedient, danach die Mitglieder und dann die Neukunden. Da das Dauerkartenkontingent deutlich nach oben geschraubt wurde, machte ich mir keine Gedanken, dass ich auf irgendeiner Warteliste (so wie die letzten Jahre) lande, sondern ohne größere Probleme eine auf meinen Namen ausgestellte Karte erhalten werde. Vor einiger Zeit wurde von offizieller Seite aus mitgeteilt, dass alle, die bis jetzt eine Dauerkarte beantragt haben, auch eine Dauerkarte erhalten werden. Die Freude ist groß.
Gestern wurde nun die die neue FanKarte vorgestellt. Sie stellt im neuen Stadion Dauerkarte, Mitgliedsausweis und Zahlungsmittel dar. Das schlicht rote Design ist in Ordnung, dass allerdings Sparkasse Mainz und Entega mit drauf sind, halte ich für etwas bedenklich. Besonders Entega als Hauptsponsor. Was, wenn nun Entega aus dem Sponsorenvertrag aussteigt und eine andere Firma an deren Platz tritt? Die FanKarte hat zwar „nur“ eine Gültigkeit von 4 Jahren, aber selbst das ist ein Zeitraum, in dem viel passieren kann. Hätte mir jemand vor 4 Jahren gesagt, dass ich heute in den Vereinigten Arabischen Emiraten bei der Feuerwehr arbeite, hätte ich ihn vermutlich für verrückt erklärt. Desweiteren halte ich die 50.000 Karten, die erstmal hergestellt werden, für zu wenig. Es gibt mittlerweile Menschen, die alles Mögliche und Unmögliche sammeln. Ich habe heute noch die PayClever-Karten, die für die UEFA-Cup-Teilnahme in der Commerzbankarena im Frankfurter Stadtwald hergestellt wurden. Ebenso befinde ich mich noch im Besitz einer Karte aus München und Frankfurt.
Nun allerdings macht sich doch ein wenig Panik bei mir breit. Wie mit allen Bestellungen ist auch eine Dauerkarte für die nächste Saison mit Fristen verbunden, die eingehalten werden sollten da die Bestellung/Reservierung ansonsten ihre Gültigkeit verliert. Ist mir zum Glück bisher nur einmal im Kino passiert, war aber schon ärgerlich, weil ich dadurch nicht mehr in den Film kam, den ich sehen wollte. Die Panik, die sich ausbreitet ist folgenderweise zu erklären. Ich meine mich zu erinnern, dass es hieß, dass die Besteller einer Dauerkarte im April angeschrieben werden würden. Wobei es unter anderem um die Bezahlung und die Block-/Platzvergabe gehen würde. Da ich mittlerweile aus eigener Erfahrung weiß, wie „schnell“ hier unten die Post arbeitet und ich vorhin im offiziellen Forum schon gelesen habe, das teilweise schon Dauerkarten für die nächste Saison zum Tausch oder zur Beteiligung angeboten werden, bin ich etwas beunruhigt, dass meine Bestätigung mit samt Rechnung nicht rechtzeitig bei mir ankommt. Wenn man dann allerdings an einem Mittwochmorgen kurz nach 9:00 Uhr bei der Geschäfststelle anruft und dann in der Schleife landet, dass man außerhalb der Geschäftszeiten anruft, die Montag bis Freitag von 9:00 Uhr bis gehen, sich dann automatisch zum Ticketing verbinden läßt um dort die gleiche Ansage zu hören. Das beruhigt ungemein!.
Ich werde es später nochmal probieren. Allein im Interesse meines Neffen und seiner Mutter, die meine Dauerkarte in vertrauensvolle Hände bekommen sollen um auch mal ein Spiel der 05er zu sehen oder diese weiterverleihen können. Zumindest solange ich in den Emiraten bin. Wenn ich im Spätsommer in den Urlaub komme will ich den Genuss eines Stadionbesuchs selber geniessen. Bis dahin habe ich aber vermutlich noch eine Menge Arbeit vor mir und ich mich endlich wieder Dauerkartenbesitzer nennen kann. Ich halte euch in jedem Fall auf dem Laufenden.

Mein Editor sagt, dass nachdem ich nun endlich die Geschäftsstelle erreicht habe, dass die Reservierungsschreiben für die Dauerkarten doch erst Ende April/Anfang Mai verschickt werden.
Das bruhigt ein wenig

Und ich muß mich nochmal editieren:
Kaum ruft man mal an und verfasst einen Blog; Kommt die Meldung über die iPhone-App von Mainz 05 die Mitteilung, dass die Zuteilung beginnt, jeder der eine DK beantragt hat bis Ende April angeschrieben wird und es nicht nötig sei sich beim Ticketing zu melden. Gut. Bei über 24.000 Vorbestellungen stell ich mir das auch recht nervig vor.

Dienstag, 12. April 2011

Ich glotz TV

Jetzt kann ich endlich mitreden. Obwohl ich glaube, dass sich nach dem ersten Sturm der Entrüstung das ganze Thema schon wieder gelegt hat und bereits in den Alltag übergangen ist.
Wovon ich schreibe? Der tollen und groß angekündigten Doku-Serie „Boss Undercover“ die auf RTL im Montag Abendprogramm läuft.
Gestern habe ich mir (aus Ermangelung an Alternativen) zum ersten Mal dieses … Werk angesehen. Ich habe zwar schon das ein oder andere über dieses Format gehört, wollte mir jedoch selbst ein Bild von davon machen, bevor ich dazu ausführlicher schreibe, was eigentlich auch nicht geplant war. Aber was ich da gestern Abend gesehen habe schlägt dem Fass den Boden aus. Ja gut, das Format kommt aus Amerika. Nicht unbedingt ein Grund die Erwartungshaltung zu senken, aber man sollte auf keinen Fall zu viel davon erwarten. Der Umstand, dass es in Deutschland von RTL produziert wird macht das Ganze nicht besser. Also gut. Wer es noch nicht gesehen hat bekommt eine kurze Inhaltsbeschreibung. Ein Manager einer großen Firma möchte in einer Woche (5 Werktage) erfahren, was die Basis denkt, ohne das diese weiß, wer der neue Kollege ist. Das Kamerateam, das das ganze begleitet, ist für eine angebliche Doku über Wiedereingliederung o.ä. dabei.
Nun gut, ich wusste aus dem Nachmittagsprogramm, dass diesmal der Chef der Dixie-Toiletten „an die Basis“ geht und versuchen will seinen Betrieb besser kennenzulernen und zu erfahren, was dort alles getan wird und was die Mitarbeiter so denken. Natürlich mit einem tollen Decknamen, damit man auch nicht auf die Idee kommt wer das ist und ein Kamerateam ist auch nicht unbedingt zuträglich, wenn man eine ehrliche und offene Meinung haben will. Immerhin hängen die meisten der deutschen an ihrem Arbeitsplatz (sofern sie denn einen haben und nicht bei RTL im Nachmittagsprogramm ihr Geld verdienen, aber das ist ein anderes Thema) und wollen ihn nicht durch schlechte Publicity im Fernsehen, wo alle Mitarbeiter mit vollem Namen gezeigt werden, riskieren. Das Grundprinzip der Sendung ist vielleicht nicht ganz verkehrt – allerdings sollte man für einen gewissen Erfolg den Chef für 2 Wochen zur Basis tun, damit eine Art Vertrauensverhältnis zu den Mitarbeitern aufgebaut werden kann, und die Kameras sollten dabei draußen bleiben. Um es auf einen Punkt zu bringen: Die Kommunikation zwischen Basis und Führung sollte auf einer offenen und ehrlichen Weise geführt werden. Mitarbeitermotivation ist (denke ich) eines der Schlagwörter, das in Deutschland schon lange nicht mehr beachtet wird – einige Mittelständische Unternehmen vielleicht ausgeschlossen. Meiner Meinung nach ist „Boss Undercover“ ein Format, das niemand braucht, außer RTL um sein Programm mit weiterem Sinnbefreiten Müll zu füllen. Manchmal komme ich mir bemitleidenswert vor, weil ich hier nur auf RTL, RTL2, ZDF und SF als deutschsprachige TV-Sender zugreifen kann. Andererseits ist es vielleicht auch ganz gut so, weil ich seitdem nicht mehr so viel TV schaue, wie noch in Deutschland, wo nahezu immer der Fernseher lief.
Noch ein Absatz zu RTL und seiner Sendung:
Soweit ich mich erinnern kann war die Leitung von RTL federführend bei der Kampagne gegen Raabs Veranstaltungen (Wok-WM, Turmspringen, etc.), dass er – bzw. ProSieben – seit geraumer Zeit nun „Dauerwerbesendung“ einblenden müssen. Das was ich gestern gesehen habe, war nichts anderes. Mir wurde eine Stunde lang (minus Werbeunterbrechungen) gezeigt, wie ein Dixie-Klo hergestellt, ausgeliefert sowie gewartet und gereinigt wird. Informationen die dabei übermittelt wurden? Ein Mitarbeiter hält den Chef also für zu alt um in der Produktion zu arbeiten. Mehr ist mir nicht hängen geblieben. Da wäre jeder Beitrag von „Der Sendung mit der Maus“ über besagte Firma besser und informativer gewesen als das gestern Abend. Um bei der Firma zu bleiben: Das war ein Griff ins Klo! Abgesehen davon wundere ich mich, dass RTL keine Einblendung von wegen „Dauerwerbesendung“ machen musste und über das allgemeine Niveau von RTL möchte ich mich (momentan) nicht weiter auslassen. Kommt vielleicht später nochmal in einem gesonderten Beitrag.
Ich hoffe nur, das dieses Format die erste Staffel nicht überlebt und ebenso schnell in der Versenkung verschwindet wie „Big Boss“ und andere erfolglos kopierte Konzepte aus den USA. Ein Jammer, das dieses Theater bei DSDS, Supertalent, Popstars und wie die ganzen Castingshows heißen funktioniert.

Sonntag, 10. April 2011

Sorgen und Nöte eines Radfahrers in den VAE

So langsam wird es wohl offiziell. Ich muss masochistisch veranlagt sein. Anders kann ich es mir nicht erklären, dass ich nahezu täglich auf meinen üblichen verdächtigen Radseiten bin. Einmal schaue ich nach einem neuen Rennrad auf www.canyon.com, obwohl zu Hause ein nicht mal ein Jahr altes Rad steht, allerdings wäre bei einem Neurad der Versand um die Hälfte billiger, als wenn ich mein „altes“ Rad mitnehme. Allerdings sind die Kosten für ein neues Rennrad doch nicht grade gering, so dass ich dieses Thema immer wieder weiter hinausschiebe. Vielleicht nicht das schlechteste, was ich mache. Auch wenn ich danach mein Rad mal wieder umso mehr vermisse und ich mich eigentlich nur noch auf einen Drahtesel schwingen will um ein paar Kilometer zu fressen. Vielleicht die Strecke runter Richtung Kalba oder hoch in Richtung Mirrba. Potentielle Strecken gibt es, und ein paar Rennradfahrer habe ich auch schon gesehen. Es geht also und ist nicht so schlimm, wie ich bislang immer vermutet hatte. Der Verkehr scheint nicht so das Problem zu sein, wenn man sich mal dran gewöhnt hat, was aber durchaus ein wenig dauern kann.
Wenn ich mir dann mal wieder vor Augen gehalten habe, dass ich mein Rad nicht hier habe und sich die Lust beim Blick auf die Wetterstation das ganze bekräftigt (momentan rund 30-35 Grad und Luftfeuchtigkeit von 50% plus X) mache ich den Fehler und lande auf den Seiten von Eschborn-Frankfurt oder der RennradFFM oder anderen Seiten mit Rennrad-Bezug. Besonders schlimm ist es, wenn ich dann lese, was alles an Veranstaltungen ansteht. Egal ob RTF oder P-RTF oder eine Afterwork-Tour oder ein Monatstreffen. Ich muss mir immer wieder vor Augen halten, dass es momentan nicht möglich ist dort teilzunehmen.
Das einzige, was momentan ein klein wenig Linderung meiner Lüste bietet, ist der Ergometer im Fitness-Studio des Fujairah Tennis & Country Club. Obwohl ich gestehen muss, dass es nicht das gleiche ist, wie auf dem Rennrad zu sitzen. Man spürt keinen Fahrtwind in seinem Gesicht, man sieht keine Veränderung in der Landschaft, es passiert nichts, außer das man ins Schwitzen gerät. Da kann einem die Lust schon vergehen. Auch wenn auf dem fest installierten Fernseher auf dem Ergometer eine Etappe von einem Klassiker oder ein Liverennen gezeigt wird. Es gäbe zwar noch eine andere Möglichkeit, aber nachdem ich mich in einem örtlichen Hotel, das Fahrräder verleiht, mal erkundigt habe, nahm ich auch davon Abstand. Es gibt zum einen nur Mountainbikes, was das geringere Problem wäre. Die größeren Probleme sind zum einen, dass die Fahrräder nur an Hotelgäste oder Mitglieder des eigenen Fitnessclub verliehen werden und zum anderen, dass diese Mountainbikes dann 60 Dirham (rund 12 Euro) pro Stunde kosten. Dafür ist mir mein Geld dann doch zu schade und ich spar es mir lieber für den Transport meines alten Rades, den Kauf eines neuen Rades aus Deutschland oder aus Dubai (wo ich allerdings noch nicht war, und auch nicht weiß, was ein solches Rad kostet). Ich gehe momentan davon aus, dass ich in Dubai für ein Rad etwa 7-10.000 Dirham (bis zu 2.000 Euro) ausgeben muss um das Rad so zu bekommen, wie ich es will. Die Räder, die ich bisher hier gesehen habe, entsprachen nicht unbedingt dessen, was mich interessiert, da es technische Rückschritte wären. Zum einen alles Alurahmen, was noch zu verkraften wäre, aber eine Retro-Schaltung am Unterrohr oder als Maximum eine Shimano Sora??? Muss wirklich nicht sein, wenn man zuletzt mit einer Shimano Ultegra 6700 gefahren ist. Weiter ist es schwer einen 60er Rahmen zu finden. Zumindest in den Läden, die ich bislang gefunden habe.
Spätestens, wenn ich Ende August im Urlaub in Deutschland bin, will ich wieder auf meinem Rad sitzen und Kilometer um Kilometer abspulen, wenn ich die Zeit dazu finde, denn einige Freunde haben schon angekündigt mich in Beschlag nehmen zu wollen. Andererseits habe ich auch genug anderes zu tun. Vielleicht nehme ich dann auch mein Rad mit runter. Muss man mal versuchen das ein oder andere Detail rausfinden.  Bleibt nur festzustellen, dass die Hoffnung zuletzt stirbt und ich dieses Jahr vielleicht doch noch ein wenig auf dem Rad sitzen werde…
Arber Radmarathon 2010

Freitag, 8. April 2011

Friday Bullfights in Fujairah

Heute nochmal frei und endlich hatte ich auch rausgefunden, wo jede Woche die Stierkämpfe stattfinden.

Bevor jetzt rumgeschrien wird wegen Tierquälerei und so weiter; Die Stierkämpfe hier in Fujairah finden Stier gegen Stier statt. Es wird auch kein Stier getötet. Die Stiere werden Kopf an Kopf gestellt. Die Bullen kämpfen gegeneinander und der erste Bulle, der zurückweicht hat verloren.

Nachdem ich mich ein wenig am Harbourclub durchgefragt hatte, fand ich etwas weiter die Strasse runter auch einen Gitterverschlag, an dem einige Personen rumstanden und auf etwas zu warten schienen. Ich schlenderte ein wenig umher und zweifelte an der Genauigkeit meines Standortes. Es gab zwar unterschiedliche Angaben zur Anfangszeit, aber es tat sich nichts an dem Gelände. Keine Viehtransporter, keine Stiere, nur ein paar Touristen und ein paar Einheimische.

Da ich kein Freund von Geduld bin, fragte ich einen der Einheimischen und der bestätigte mir, dass heute kein Kampf stattfinden würde, weil in ein paar Minuten die Flughow der Desert Falcons (Kunstflugstaffel der VAE) beginnen würde und der Lärm die Tiere verstören würde. Ich überlegte nun, was zu tun. An dem jetzigen Standort bleiben und Fotos der Flugshow machen, oder zurück ins Getümmel der rund 200 oder 300 Personen, die sich neben dem Night Souq versammelt hatten um vor der offiiziellen Bühne die Show zu verfolgen.  Ich entschied mich an Ort und Stelle zu bleiben und wollte den Sportmodus bzw. die Serienaufnahme ausprobieren.
Mit reichlich Lärm und Getöse traten die Desert Falcons auf und lieferten eine rund 30 Minuten Showeinlage ab. Das ich in diesen 30 Minuten allerdings fast 1.500 Fotos gemacht haben soll, kann ich selbst kaum glauben. Ich werde euch natürlich nicht alle der Bilder zeigen, aber eine kleine Auswahl, die doch verdeutlicht, was dort gezeigt wurde.



 Nach Ende der Flugshau kam noch eine Gruppe von Paraglidern aus dem Himmel, wobei ich allerdings nicht mitbekommen habe, von welcher Maschine aus die abgesprungen waren. Jedoch landeten die Paraglider medienwirksam in Höhe der Veranstaltunsfläche, während ich mich auf dem Rückweg befand.


Ich hoffe jetzt nur, dass -wenn ich in 2 Wochen wieder an einem Freitag frei habe- die Bullfights stattfinden und diese dann nicht wegen der hohen Temperaturen abgesagt werden, denn ich will unbedingt noch Fotos davon machen.

Donnerstag, 7. April 2011

Kleine Veränderungen, die viel ausmachen

Vor ein paar Tagen ist die Entscheidung gefallen, das eine digitale Kompaktkamera zwar eine feine Sache ist, aber nicht wirklich meinen Ansprüchen genügt. Also mußte eine neue Kamera her und ich erfüllte mir den Traum einer digitalen Spiegelreflex von Canon. Es wurde die EOS 1000D.
Zwar nicht mehr das neuste Modell, meinen Anforderungen aber ausreichend und vor allem bezahlbar. Interessant, wenn ich das vorher gewusst hätte, denn hier kann man sogar im Supermarkt ein wenig feilschen. Es war zwar nicht viel, aber ein kostenloses Stativ ist dabei in meinen Besitz gekommen. Immerhin ein Anfang, wenn man bedenkt, dass ich auch Langzeitaufnahmen machen möchte. Die 2 Objektive, die in dem Paket dabei waren (18-55 und 75-300) decken auch den größten Teil des Bereichs ab, in dem ich fotographieren möchte.

Mein Dienstplan sagt ja, dass ich nach 24 Stunden Arbeit, 48 Stunden frei habe. In dieser Freizeit habe ich neben etwas Sport auch zwei Runden durch Fujairah gedreht und dabei die ein oder ander Funktion ausprobiert. Insgesamt kamen so fast 400 Bilder zustande, wovon zwar einige gelöscht wurden, weil sie über- oder unterbelichtet oder trotz Staiv verwackelt oder einfach nichts waren. Ich geniesse es, endlich wieder meinem Hobby nachgehen zu können, nachdem meine analoge Spiegelreflex bei einem Wasserschaden 2006 den Heldentod gestorben ist.
Weiterhin habe ich angefangen mich mit dem Thema HDR-Fotographie zu befassen. Die Tage wird noch Photoshop dazukommen. Man wird gespannt sein dürfen, auf die Ergebnisse die in den nächsten Tagen kommen werden.


Alte Kamera                                                                                  











                     Neue Kamera ->

Samstag, 2. April 2011

Kalba FC gegen Bani Yas

Nach langer und ausführlicher Suche, habe ich ihn endlich gefunden. Den Spielplan zur Rückrunde der UAE FA Pro League (www.ufl.ae). Allerdings musste ich auch noch rausfinden, wie man ihn liest. Während einer ruhigen Schichtauf der Feuerwache Sakamkam fragte ich dann einen einheimischen Kollegen. Der erklärte mir zum Glück, wie man den Plan zu lesen hatte. Es klingt zwar verwirrend, aber in diesem Land wird zuerst die Gastmannschaft genannt. Wenn dort also zum Beispiel Bani Yas - Kalba steht, ist das Spiel in Kalba und der Gegner ist Bani Yas, welche in Abu Dhabi beheimatet sind.
Soweit, so gut. Kommen wir zu den Anstoßzeiten... Hier fängt kein Fußballspiel zur gleichen Zeit an, was mehrere Hintergründe hat. Zum einen werden ALLE Spiele live im Free-TV übertragen, zum anderen wird darauf geachtet, dass die Spiele sich nicht mit der Gebetszeit überschneiden.
Das nächstbeste Spiel, das sich zu besuchen anbot war bereits erwähntes Bani Yas gegen Kalba in eben Kalba. Die Ortschaft liegt direkt südlich von meinem Wohnort Fujairah.
Zwar gibt es auch bei uns Fußballklubs und ein großes Stadion, allerdings haben die Vereine in der Stadt keine Homepage, wo man nach Spielterminen suchen kann, noch findet man einen Verein aus der Stadt in der obersten Spielklasse. Es gibt zwar Vereine aus dem Emirat Fujairah, aber die liegen so weit ab vom Schuss, das man als neutraler Beobachter fast dort übernachten müsste und da ich Sonntag um 7:30 Uhr (deutsche Zeit 5:30 Uhr) wieder arbeiten muss, fiel diese Überlegung direkt durch.
Gut. Wie kommt man am einfachsten von Fujairah nach Kalba (Emirat Sharjah), wenn es so gut wie keinen öffentlichen Nahverkehr gibt? Richtig, mit dem Taxi. Mag sich in euren Ohren vielleicht etwas dekadent anhören, aber hier unten ist das Taxi ein bezahlbares und leider auch oft das einzige Mittel um von A nach B zu gelangen. Es gibt zwar Überlandbusse, die aber alle zu dem Knotenpunkt Dubai fahren. Das zwar für wenig Geld, aber was will ich in Dubai, wenn das zu sehende Spiel nur 15 km entfernt ist... Die Taxifahrt kommt auch nur 24 Dirham, was ca. 5 Euro entspricht.
Als dann der Eingang des Stadions gefunden war, bestellte ich einen Sitzplatz, was 100 Dirham (rund 20 Euro) kostete. Ich habe um ehrlich zu sein, nicht weiter auf das Ticket geschaut, da ich mir erst mal das Stadion ansehen wollte. Es gibt nur eine Haupttribüne die im Westen gelegen ist, Sonne also im Rücken. Stehplatzbereich? Fehlanzeige! Was allerdings auffällt sind die Parkplätze direkt an den Aufgängen zu den Rängen. Hier mag man es nicht, wenn man weit bis zu seinem Auto laufen muss. Ebenso überraschend war, dass es keinerlei Sicherheitskontrollen gab. Weder am Einlass, noch an den Tribünenaufgängen. Zwar war jede Menge Security und Polizei vor Ort, aber keinerlei Anzeichen von einer Durchsuchung. Ebenso interessant, dass es keinerlei Art der Fantrennung außerhalb der Tribünen gab. Die einzelnen Blocks sind zwar getrennt, aber das war es. Als ich dann einen der netten Sicherheitsmenschen fragte, wo denn mein Sitzplatz wäre, fiel mir das erste mal auf, das da ein VIP auf dem Ticket steht…! Ich hatte also ein VIP-Ticket gekauft. Für 20 Euro! Wenn das so weitergeht gefällt es mir hier Fußball zu gucken. Also rein ins Vergnügen. Mixed Zone, Gebetsraum, Umkleidekabinen, Schiedsrichterkabine und Dopingkontrolle sowie das Büro der Liga-Offiziellen. Alles sehr ungewohnt zu sehen als einfacher Fußballfan. Auf der Tribüne angekommen suchte ich mir mal einen gemütlichen Sitzplatz im Ledersessel. Da die Plätze auch nicht nummeriert waren suchte ich mir einen mit guter Sicht über den Pressemenschen aus. Etwas versetzt zu den Heim-Fans erster Klasse. Denn anstelle den Blocks Namen zu geben oder zu nummerieren geht es von der Kurve (wegen Laufbahn) los mit Gäste-Fans zweiter Klasse, steigert sich in Gäste-Fans erster Klasse, Als Höhepunkt auf Höhe der Mittellinie die VVIP (keine Ahnung, wofür das zweite V steht..) und geht dann wieder runter zu den Heim-Fans erster Klasse, bis wieder in der nächsten Kurve angekommen die Heim-Fans zweiter Klasse platziert sind. Interessant wurde es, als sich dann ein paar Minuten vor Spielbeginn ein älterer Einheimischer Mann einfand und eine kleine Unterhaltung über meine Heimat, Fußball und Mainz 05 und sein Land und dem einheimischen Fußball mit mir begann, weil ich mich furchtbar ärgerte, weil Mainz grade das 0:1 gegen Freiburg gefangen hatte. Von ihm erfuhr ich, dass es bei diesem Spiel egal wäre, wie es ausgehe. Bani Yas würde Zweiter bleiben mit 7 Punkten Rückstand (bei einem Sieg) auf den Tabellenführer Al Jazira, und Kalba würde (Ergebnisunabhängig) Tabellenletzter (12.) bleiben.  Von ihm erfuhr ich auch, dass je nach Vertragslage nach 2 oder 3 Niederlagen alle ausländischen Spieler sich problemlos dazu aufgefordert werden würden, sich einen neuen Verein zu suchen (Zum Beispiel: Bancé bei Al Ahli).

Wenn man die Spielumgebung sieht, sieht man unter anderem, dass es neben wenig Zuspruch (674 Zuschauer) nur sehr wenige Sponsoren gibt. Über allem schwebt Etisalat (arabische Telekom). Die erste große Überraschung erfolgte dann, als die Heim-Fans anfingen ihren Support zu starten. An ein Megaphon im Block hab ich mich ja schon lange gewöhnt, Trommeln kenn ich auch schon aus dem Stadion, aber ein Dudelsack und die orientalische Flöte waren mir neu. Ebenso neu war die Erkenntnis, dass sogenannte Endlosschleifen durchaus interessant sein können. Ein Beispiel findet ihr in Youtube. http://www.youtube.com/watch?v=8cKboxtbO1Q
Es ist der fünfzehnte von 22 Spieltagen. Langsam beginnt also auch hier die heiße Phase. Bani Yas wird seiner Favoritenrolle gerecht und beginnt sehr stark. Beeindruckend auch, was man hier unter Fairplay versteht. Wenn ein Spieler am Boden liegt, wird (sofern der Schiedsrichter nicht unterbricht) weitergespielt und wenn der Spielzug beendet ist – in vorliegendem Beispiel ein Einwurfentscheid – wird der Ball zum Torwart gespielt. Oder wenn eine Mannschaft nicht vollzählig ist wird sich auf engstem Raum der Ball zugeschoben, ohne dass ein Gegner attackiert. Wenn die Mannschaft wieder vollzählig ist, wird der Ball zurückgespielt und ein neuer Angriff aufgezogen. Habe das ganze heute mehrfach beobachtet und finde es nicht unbedingt schlecht. Nach knapp einer halben Stunde findet auch Kalba endlich in das Spiel und erlangt langsam aber sicher ein Chancenplus. Allerdings wäre zu diesem Moment alles andere als ein Unentschieden mehr als unverdient. Bani Yas geht einfach auch zu schlampig mit seinen Chancen um. Muss man so schreiben, weil es keine andere Möglichkeit gibt, wenn man komplett freistehend aus 4 Metern es nicht schafft den Torwart zu überwinden. Er hätte noch fragen können, wo er den Ball gerne rein haben möchte und versemmlt dann großartig. Den daraus entstandenen Konter kann Kalba leider nicht nutzen und scheitert an den eigenen Nerven (35. Minute). Was mir ziemlich missfällt ist die Einstellung, dass ein Mittelfeld das Spiel nur unnötig langsam machen würde. Die meisten Bälle gehen lang und hoch in die Spitzen. Wenn man dann aber mal den Ball im Mittelfeld findet geht es manchmal heiß her, was in Minute 38 die erste gelbe Karte für Kalba nach sich zieht. Was folgte erinnerte mich ein wenig an einen „Tomislav Piplica“-Gedächtnis-Kopfball. Kalba´s Torhüter steht rund 20-25 Meter vor der Grundlinie und es kommt (mal wieder) ein langer Ball von Bani Yas- Defensive in Richtung Sturm. Torwart rennt noch ein Stück weiter raus und bleibt Sieger im Kopfballduell mit seinem Verteidiger. Leider springt der Ball dabei nach hinten und Bani Yas nutzt die Möglichkeit und macht das 1:0 (44.)

Halbzeit. Einige der Leute verschwinden in den Gebetsraum, einige gehen auf Toilette und einige gehen nach draußen eine rauchen.
Zum Wiederanpfiff könnte man meinen, dass die Spieler von Kalba vielleicht doch etwas zu viel FIFA11 gespielt haben. Direkt nach Wiederanpfiff versuchen sie es vom Freistoßpunkt aufs Tor zu  schießen, was natürlich daneben geht. Das Spiel verflacht zusehends und nach einem scheinbar harmlosen Zweikampf muss der Torwart von Bani Yas behandelt werden. Zum Glück holten seine Spieler auf der gegenüberliegenden Seite ein Eckstoß raus. Da der Schiedsrichter das Spiel zur Behandlung unterbrach boten die Spieler eine kleine Unterhaltungseinlage und zauberten ein wenig im und um den Strafraum. Hauptsächlich wurde versucht der Ball hochzuhalten. Dies gelang allen Beteiligten beider Mannschaften sehr gut. Man bekommt echt was geboten für sein Geld. Leider werden mit zunehmender Spieldauer die Fouls zum einen übler und zum anderen werden die Kellner, die uns die ganze Zeit mit Schnittchen, frischem Obst und Getränken versorgten etwas müde und wollten das Spiel auch sehen, bis mein Sitznachbar ihnen ein paar warme Worte auf arabisch um die Ohren gehauen hat. So konnte ich nur an den Reaktionen meiner Nachbarn sehen, wie Kalba sich eine Großchance erspielte und Bani Yas den Spielbetrieb nahezu einstellte und versuchte das Ergebnis zu verwalten (55.-62. Minute).  Danach nehmen die Unterbrechungen wegen Verletzungen zu und der Caddie, dass man aus der Premier League kennt, kommt mehrfach zum Einsatz. In der 76. Minute allerdings erobert Kalba den Ball in der eigenen Hälfte auf der rechten Seite und der Spieler startet durch und haut den Turbo rein, tanzt das komplette Mittelfeld und die Abwehr aus und es steht nur noch 1:1. Absolut verdient und jetzt flippen alle aus. Der eh schon ohrenbetäubende Lärm des Supports wird noch lauter. Kalba wittert Morgenluft und die Chance einer Sensation, was leider häufig in Freistößen für Bani Yas endet, die allerdings alle als gefahrlos irgendwo im nirgendwo landen. In der Schlussphase kam es zu einigen strittigen Situationen gegen Kalba. Ob es wirklich Abseits war, bevor der Ball erneut im Netz zappelte würde ich nicht beeidigen wollen. Wenn dann war es knapp, aber das Publikum war natürlich auf 180. Als dann in der 89. Minute auch noch ein eindeutiger Elfmeter verweigert wird ist natürlich Schluss mit der arabischen Gelassenheit. Der 4. Offizielle, der auch aktiv mit den Schiedsrichterassistenten kommunizierte, zeigt 4 Minuten Nachspielzeit an und alle merken, das Kalba dem Sieg näher ist, als Bani Yas dem Unentschieden. Als Kalba´s Torwart dann in der 92. Minute gefoult wird hat er natürlich alle Zeit der Welt und schlägt nach langem Warten endlich unglaublich weit ab. Der Ball landet kurz vor dem gegnerischen Strafraum punktgenau auf dem Sturmpartner, der eiskalt in der 93. Minute zum 1:2 einnetzt. Heimsieg! Wäre Wetten erlaubt, hätte man mit diesem Ergebnis sicher eine Menge Geld verdient. Zeitgleich mit dem kurz darauf folgenden Schlusspfiff nimmt mich mein Sitznachbar am Arm und meint, ich solle ihn doch in die Spielerkabine begleiten. In dem Moment erfuhr ich auch von ihm, dass er der Präsident des Vereines wäre und er sich über ausländisches Interesse an seinem Verein sehr freuen würde. Dabei hatte ich noch nicht mal die Prophet-Gedächtnis-Masche mit dem Spielerbeobachter von Aarau aus 2001 gezogen… Was allerdings noch überwältigender war, war die Tatsache, dass die Spieler ihren Triumph über den Tabellenzweiten nicht mit den Verantwortlichen und ein paar wenigen Gästen feierte, sondern alle Türen öffnete und jeder, der reinkommen wollte in die Kabine dürfte. Es war eine Feierlaune, als ob soeben der Klassenerhalt, wenn nicht sogar die Meisterschaft geschafft worden wäre.  So was habe ich noch nicht gesehen. Allerdings werde ich versuchen mir das noch ein oder andere Mal anzusehen.
Auf dem Rückweg musste ich leider feststellen, dass die Taxi-Dichte in Kalba leider nicht so stark ist, wie in Fujairah. Dafür sind die vorhandenen Taxis billiger. Auf der Rückfahrt waren es nicht mal 3 Euro, die zahlen musste. Wenn es gehen würde, würde ich mir ab sofort Taxis aus dem Emirat Sharjah bestellen. Auch wenn man gut verdient muss man ja ein wenig aufs Geld schauen. Zu Hause angekommen, habe ich mit großer Überraschung festgestellt, das man im Internet keinen Spielbericht findet, wie wir ihn aus Europa kennen, sondern den offiziellen Spielberichtsbogen.! (http://ufl.ae/en/content/match/report/?season_id=1&season_competition_id=5&id=220)
Bilder findet ihr unter: http://www.facebook.com/album.php?aid=52004&id=100000269076617&l=8bea70f430