Donnerstag, 5. Dezember 2013

Baniyas FC vs. Al Ain FC - Fussball in den Emiraten

Nach langer Funkstille im Blog und meinem Besuch im Stadion wollte und muss ich unbedingt mal wieder ein wenig was loswerden...

Zum einen:
Fussball ist schon etwas merkwürdiges in diesem Land.
Via PayTV bekommt man die Top-Spiele der Top-Ligen live und teilweise mit englischem Kommentar ins Haus geliefert, aber wenn der Verein um die Ecke spielt bekommt man nichts davon mit, außer man sucht sich die Anstoßzeiten umständlich selbst im Internet.
Auch komisch klingen die Anstoßzeiten, aber 16:50 Uhr ist eine relativ logische Schlussfolgerung, wenn man bedenkt, dass gegen 17:30 die Sonne untergeht und (für die gläubigen Moslems) dann eine weitere Gebetszeit angesetzt ist.

In der neu umgetauften Arabian Gulf League (früher: UAE Pro League) ist das Spiel ein Treffen von Tabellennachbarn vor dem Spieltag.
Baniyas auf 4, Al Ain auf 5. Baniyas allerdings nach dem 9. Spieltag mit einem Punkt mehr auf dem Konto (15 zu 14 Punkte). Also bei 28°C schön ins Stadion. Am 5. Dezember!
Das Stadion im Shamkha ist jetzt nicht das tollste, neuste oder größte, aber es hat doch einen gewissen Charme.

Angenehmer Aspekt: Der Eintritt ist, solange man nicht VIP sitzen will und mit Getränken beliefert werden möchte, KOSTENLOS. Dafür sind die Sitze dann zwar gepolstert, aber nicht so bequem wie im VIP-Bereich, aber es gibt schlimmeres. Nur, dass ich mit meinem Tshirt immer an der Rückenlehne blieb, war nicht so toll. In 2 Wochen gegen Al Jazeera also vielleicht mal darüber nachdenken doch VIP-Ticket zu nehmen.

Auf dem Bild oben ist es noch eine halbe Stunde bis zum Anpfiff und wie zu sehen ist, bin ich noch ziemlich allein im Stadion. Wird sich aber noch ändern. 
Wie bei meinen letzten Besuchen schon (in Kalba und beim AG Supercup) war der Support schon ungewöhnlich. Wer sich selbst einen Eindruck davon machen möchte. Bitte schön:



Das spiel war relativ mittelmäßig. Eine Menge Fehlpässe und Pfiffe. Sowohl vom Schiedsrichter, als auch vom Publikum. Insgesamt hatte man den Eindruck, dass der ein oder andere Spieler von Al Ain im Radius von 3 Meter eines Gegenspielers einfach nur umfallen muss und er bekommt den Freistoß.
Im Besonderen trifft das -meiner Meinung nach- auf Spieler Nummer 10, Omar Abdulrahman von Al Ain zu. Der lag gefühlt mehr auf dem Boden als dass er spielte, was auch schon beim AGSupercup aufgefallen war.
In der 28. Minute dann mal ein wirkliches Foul, was eigentlich relativ unspektakulär war, aber Baniyas-Spieler Nummer 11, Carlos Andres Munoz, musste mit Kopfverband weiterspielen, während sein Gegenspieler (Nummer 25) Ahmed Al Shamsi ins Krankenhaus gebracht werden musste. Von hier aus "Gute Besserung".
Es fiel allerdings auf, dass der Chilene Munoz vom Unparteiischen relativ ignoriert wurde als dieser nach komplettem Wechsel des blutverschmierten Outfits, an der Mittellinie warten lies.
Baniyas war dann bis zur Halbzeit stärker, obwohl das Spiel sehr stark vom Schiedsrichter zerhackt wurde. Kaum 2 Minuten Spielfluß am Stück. Pausenlos Pfiffe, Proteste und Freistöße. 4 Minuten Nachspielzeit waren natürlich nur eine logische Konsequenz des Spielverlaufs, dass es am Ende 7 Minuten waren, wunderten mich auch nicht.

In der zweiten Halbzeit war erstmal weiterhin Baniyas am Drücker, was  aber von Pfiffen des Schiedsrichter relativ verhindert wurde. Als man dann versuchte mit einer Schwalbe einen Elfmeter zu schinden war die gelbe Karte leider nur die logische Konsequenz (48. Minute).
In der 52. Minute dann allerdings das erlösende 1:0 für Baniyas. Nur leider machte Al Ain von dort an mehr Druck, was darin endete, dass in der 79. Minute der Ausgleich fiel.

Randnotizen, die mir noch aufgefallen sind:
Baniyas ist sehr faul und träge, was Spielerwechsel angeht. 
Der Torhüter Sultan Musabbeh wurde während des Spiels 3x behandelt und jedes mal so lang, dass eine Auswechslung schneller und vermutlich auch sinnvoller gewesen wäre.
Carlos Andres Munoz musste einmal sein komplett blutverschmiertes Dress wechseln und insgesamt 4x neu verbunden werden. Kampfsau, aber ob das mit einem 5 cm Cut an der linken Schläfe so gut ist bleibt mal dahin gestellt. Besonders, wenn es sich um so ein Kopfballmonster wie Munoz handelt.

Leider wurde mir nicht gestattet meine Nikon mit ins Stadion zu nehmen, aber iPhone macht ja auch ganz gute Fotos.


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