Samstag war ich abends in Dubai unterwegs, weil meinen Bekannten von Shine einen Termin in ihrer neuen Lokalität "The Music Room" mit mir ausgemacht haben. Ging um die Unmengen an Fotos, die ein Kollege aus Fujairah und ich von ihnen mittlerweile gemacht haben.
Jedenfalls war ich etwas zu zeitig in Dubai, da ich an einem Samstag mit mehr Verkehr gerechnet hatte, aber alles ging -für die hiesigen Verhältnisse- ziemlich reibungslos. Das ein oder andere mal etwas geschnitten worden, oder ich hätte mein Handschuhfach aufmachen müssen, damit der Geländewagen aus meinem Kofferraum durchfahren kann. Ein Abstand von nicht mal einem Meter bei Tempo 140 ist nicht sonderlich beruhigend. Jedenfalls hatte ich mich entschieden im Bosporus Döner-Restaurant noch kurz einzufinden und etwas zu essen. Als der Laden im Frühjahr eröffnet hat, war ja alles gut und toll und überhaupt, aber DAS was ich letzten Samstag bekommen habe, war unter aller Sau. Das Fleich war zäh, der Döner nochmal kleiner geworden, dafür war der Preis mit 35 Dirham (rund 7 Euro) stabil geblieben. Besonders gut war er diesmal auch nicht, also hab ich für mich entschieden, das letzte mal dort gewesen zu sein! Tut mir Leid für die beiden Betreiber, aber wenn man seine Kundschaft nicht ein wenig bessere Leistung erbringen kann, muss man mit einer Abwanderung rechnen. Immerhin gibt es mittlerweile in Dubai diverse andere Dönerbuden.
Weiter Richtung "Music Room". Den Weg kenn ich zwar nicht, aber wofür hat man STEFFI (mein Naiv heißt so.)...? Leider hat Steffi keinen Fahrspurassistent und sagt nur links oder rechts abbiegen. Da man in Dubai aber öfter hart links, ganz links, links und halb links abbiegen kann, kommt man manchmal nicht dahin, wo man hin will, was lange Umwege verursacht. Womit auch wieder bewiesen wäre, dass man sich beim Autofahren nicht immer auf das Navigationsvermögen von Frauen verlassen sollte. Nur Spaß! Ich bin jedenfalls falsch abgebogen und durch enge Gassen von Dubai geführt worden. Ja, auch das gibt es. Nun fuhr vor mir ein Nissan Sunny, der angehalten hat, den Warnblinker einschaltete um Leute aussteigen zu lassen. An sich keine besonders erwähnenswerte Situation. Wie ich aus eigener Erfahrung weiß ist der Nissan Sunny kein besonders großes Auto. Und trotzdem stiegen von der Rückbank folgende Personen aus:
Vater
Mutter
2 weitere Erwachsene
6 Kinder
Ich hab keine Ahnung, wie die sich alle da hinten reingezwängt haben! Die Scheiben von dem Auto waren so stark abgelebt, dass man nicht reinschauen konnte. Ist ja eigentlich auch so üblich hier. Ich kam mir jedenfalls vor, wie in einem Zeichentrickfilm, wo aus einem Mini, 20 Clowns aussteigen. Leider hatte ich meine Kamera nicht schnell genug griffbereit und es gibt kein Beweisfoto.
Irgendwann bin ich dann aber auch am "Music Room" angekommen und wollte schnell 1-2 Aufnahmen vom Eingangsbereich bzw. dem Hotel machen. Ein klein wenig Zeit hatte ich ja noch, also Stativ raus und ... Verdammt! Warum steht das eine Bein so komisch ab?
Lange Geschichte kurz erzählt: Während meinem Flug (seit dem hatte ich es nicht mehr im Einsatz) scheint wohl ein Scharnier gebrochen zu sein und ich werde mir in naher Zukunft ein neues Stativ zulegen müssen. Mal sehen was es so auf dem Markt gibt und mir zusagt. Vermutlich werde ich aber in Richtung Manfrotto gehen.
Ein zwei Fotos habe ich trotzdem noch mit Stativ geschafft, weil ich ja ein kleines Stativ -eigentlich für die Kompaktkamera- habe. Ein Ergebnis von dieser Runde darf und kann ich euch zeigen, der Rest liegt noch unter Verschluss und wartet auf Freigabe.
Ich bin fast geneigt das Bild "The Client is always wrong" in Anlehnung an den Film Desperado von Tarantino mit Antonio Banderas zu nennen.
Als ich das defekte Stativ wieder zum Auto brachte kam es noch zu einer anderen mehr oder weniger irritierenden Situation. Das brachte mich auch persönlich in eine Zwickmühle. Ein kleiner unscheinbarer Pakistani (oder so) kam auf mich zu und fragte: "Do work?"Äh, bitte was?
In einem kurzen Gespräch wurde klar, dass er auf der Suche nach Arbeit sei und bereit wäre rund um die Uhr zu arbeiten, da er im Moment keinen Job, keine Unterkunft und kein Visum habe.
Hätte ich mich "richtig" verhalten, hätte ich die Polizei rufen müssen, andererseits will man ja kein Unmensch sein und ihn in Teufels Küche bringen. Diese Gruppe von Menschen haben es schon schwer genug. Ich konnte mich dazu durchringen ihm zu sagen, dass ich für die Regierung arbeite (was im weiteren Sinn auch stimmt, obwohl ich bei der Emirates Fire and Rescue Company angestellt bin und er besser ganz schnell das Weite sucht. Ich hoffe, dass er nicht den falschen anspricht sondern auf ordentlichem Weg wieder in ein Arbeitsverhältnis kommt oder regulär ausreisen kann.
So wurde mein Wochenende doch noch recht erlebnisreich und irgendwie trotz allem seltsam. Die letzten 2 Tage waren etwas anstrengend, aber ich habs ja so gewollt. Mal sehen, was die nächsten Tage bringen.
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