»Ich sitze des Totschlags angeklagt im Kreuzverhör. Man wirft mir Fragen und Vorwürfe an den Kopf, ich will antworten, will erklären. Der Staatsanwalt ist von meiner Schuld überzeugt, er fragt mich direkt heraus: 'Haben Sie Herrn XY umgebracht?' – 'Ja, aber...', will ich antworten, aber weiter komme ich nicht - ich werde harsch unterbrochen, vom Richter verurteilt und von der Medienmeute als Mörder betitelt.
Was ich vor Gericht nicht ausführen durfte:Ich wohne in einem Haus, das meine Vorfahren (notabene nicht alles Schweizer!) erbaut und über die Jahre stets in Schuss gehalten haben. Darin hat sich vieles angesammelt, was mir als Bewohner lieb und teuer ist. Der Kühlschrank war selten leer, weil in meinem Garten hart gearbeitet wurde. Und weil nur diejenigen aus diesem Kühlschrank gegessen haben, die ihn - vorher, währenddessen oder auch später - wieder befüllt haben.
Dann kommt ein zweiter Gast. Darüber freue ich mich auch. Der zweite Gast ist zwar bettelarm, kommt aus einem fremden Land und spricht meine Sprache kaum. Mit Worten unterhalten kann ich mich darum nicht mit ihm, aber ich sehe, dass er ein herzlicher Mensch ist und sich prima mit meinen Haustieren versteht - er passt auf sie auf, und sie geniessen seine Gesellschaft. Übrigens kann mein zweiter Gast ganz vorzüglich kochen! Gern beziehe ich auch ihm ein Bett im Gästezimmer. Meine beiden ersten Gäste rücken im Gästezimmer etwas enger zusammen. Abends erzählen wir einander von unseren Leben und bringen uns gegenseitig Dinge bei. Wir verstehen uns recht gut, und mein zweiter Gast lernt unsere Sprache nach und nach.
Dann kommt ein dritter Gast. Er spricht meine Sprache kaum, das im Gästezimmer aufgestellte dritte Bett ist ihm nicht weich genug, und wenn er zu seinem Gott betet, müssen die beiden anderen Gäste aus dem Zimmer gehen. Er versteht sich nicht mit meinen Haustieren, findet gar, sie seien unnötig oder dreckig. Oft habe ich sogar Angst, dass er sie quält. Hinauswerfen darf ich meinen dritten Gast aber nicht, denn so ist das Gesetz.
Dann kommt ein vierter Gast. Nun habe ich im Gästezimmer keinen Platz mehr. Der vierte Gast verlangt darum, in meinem Bett unterzukommen. Das möchte ich aber nicht. Daher baue ich mein Haus aus und errichte ein weiteres Zimmer. Dafür geht leider ein Teil meines Gemüsegartens drauf – was gar nicht gut ist, denn mittlerweile essen ja schon viel mehr Menschen und Tiere davon. Mein vierter Gast spricht nicht mit mir. Aus dem Kühlschrank essen tut er zwar, aber im Garten helfen, das will er lieber nicht, und auch mit meinen ersten drei Gästen spricht er nicht.
(Wer rassistische Andeutungen im Text zu finden glaubt, darf sie gern behalten. Denn auch wenn mein fünfter Gast Schweizer wäre, hätte ich mich verteidigt!)
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So oder so ungefähr fühle ich mich momentan als Schweizer - wenn der herangezogene Vergleich auch (ganz bewusst!) sehr extrem ist. Aber er bildet am besten ab, wie ich mich gerade fühle. Nur weil ich "ja" gesagt habe zur Masseineinwanderungsinitiative, wird mir von den Gegnern sehr schnell der Stempel "Rassist" und "dumm" aufgedrückt.
Einige Gedanken vorab:
Wir Schweizer (zumindest ein ganz, ganz, ganz grosser Teil von uns!) sind weder Fremdenhasser noch rassistisch! So lange ein Ausländer sich hier in der Schweiz wie ein anständiger Gast benimmt, sprich: 'In Garten und Haus mithilft', ist er mir immer willkommen! Denn so funktioniert eine Gemeinschaft: Man spricht miteinander, arbeitet miteinander, hilft einander. Wenn ein Gast seinen Teil zur Gemeinschaft beiträgt, kann er von mir aus gerne WG-Bewohner, Nachbar und Freund werden!Schon seit Anfang des 20. Jahrhunderts strömen Leute in unser Land, die in der friedlichen, wohlhabenden Schweiz für sich eine bessere Zukunft erhoffen. Das ist absolut verständlich - eine Pflanze strebt ja auch in Richtung Sonne! Wenn ich in einem Land aufgewachsen wäre, in dem ich für mich und meine Kinder keine Zukunft sähe, würde ich auch versuchen, anderswo mein Glück zu finden. Ich verstehe das - und ich weiss auch, dass ich privilegiert bin, in einem Land wie der Schweiz geboren und aufgewachsen zu sein.
Ich bin nicht gegen Ausländer, aber...
»Ja, aber...« - so kann man in etwa auch meine Gedanken zur Abstimung vom 9. Februar zusammenfassen. Ich hätte gern »Ja, aber...« gestimmt. - Ich bin nicht dagegen, dass Ausländer in die Schweiz kommen und hier arbeiten. Und schon gar nicht bin ich pauschal gegen Vertreter irgend einer Volksgruppe, Nationalität oder Religion! Aber ich bin grundsätzlich gegen drei Dinge, die meiner Meinung nach momentan schieflaufen:
1.) Ich bin dagegen, dass wir wahl- und endlos Menschen bei uns aufnehmen, während es hier in der Schweiz immer ungemütlicher wird.
2.) Ich bin dagegen, dass wir uns immer öfter von der EU vorschreiben lassen müssen, was wir zu tun haben - und dass unsere eigene Regierung mehr den Damen und Herren in Brüssel gefallen will, als dass sie die Sorgen des eigenen Volks (siehe 1) ernst nimmt.
3.) Und nicht zuletzt bin ich gegen den aktuell in der Schweiz herrschenden Umgang mit Asylsuchenden.
...und nun möchte ich mich zu den einzelnen Punkten gern erklären:
Wenn eine 1.50 Meter kleine Frau 10 kg zunimmt, sieht man ihr das sofort an - während das bei einer 1.80-Meter-Frau auf den ersten Blick kaum jemandem auffällt. So in etwa geht es uns in der Schweiz. Wir fühlen uns "überrannt" - und das ist nicht etwa eine subjektive Wahrnehmung. Fast jede vierte Person in unserem Land hat einen ausländischen Pass. (Zum Vergleich: in Deutschland ist es nicht mal jeder Zehnte.) In beiden Fällen nicht mitgezählt sind die vielen Mitbürger, die oft leider nur auf dem Papier zu unserem Kulturkreis gehören.
Menschen aus fremden Kulturkreisen können sich gegenseitig sehr bereichern. Unvergessen meine Begegnungen auf diversen Reisen in ferne Länder, wo ich Einheimische (fernab der Hotelanlagen) kennenlernen durfte!
Aktuell wird aber leider immer augenfälliger, dass zahlreiche Einwanderer eine Mentalität mitbringen, die mit unserer westlichen Weltanschauung inkompatibel ist. Sie kommen mit unseren Werten nicht klar, sind und fühlen sich hier fremd und unverstanden - und wir hingegen können und wollen unsere in den letzten Jahrhunderten und Jahrzehnten erkämpften Rechte und Freiheiten nicht preisgeben. Konflikte sind leider programmiert - die werden sich, wenn überhaupt, erst mit der zweiten und dritten Generation dieser Einwanderer wieder bessern. Viele Menschen in der Schweiz haben schlicht Angst vor dieser Tendenz - auch ich.
Um es nochmals klarzustellen: Mir ist es echt schnurzpiepegal, wenn jeder Vierte, der im Supermarkt an der Kasse ansteht, ein Ausländer ist. Ebenso ist es mir egal, welche Hautfarbe oder welchen Pass mein Sitznachbar im Zug hat. Nicht egal kann mir das aber sein, wenn an Schweizer Schulen kein Krippenspiel mehr aufgeführt werden darf, weil dies (zu) christlich ist und die Gefühle der Einwanderer verletzten könnte. Zumal ja meist nicht das Kind ein Problem damit hat, sondern die Eltern...
Mein "Ja" in der Urne ist also kein Votum gegen Ausländer im Allgemeinen, sondern ist als starkes Zeichen an unsere eigene Regierung und als "Reissleine" gedacht. Für den Frieden in der Schweiz und für die kommenden Generationen.
Zu 2)
Die EU ist meines Erachtens zu schnell gewachsen. Staatengemeinschaften sind wunderbar und eigentlich eine schöne Idee - aber nicht um jeden Preis, und schon gar nicht sollte man wachsen um des Wachsens Willen. Eine Staatengemeinschaft kann meiner Ansicht nach nur dann auf stabilem Fundament gebaut werden, wenn sie nach und nach "natürlich" wächst. Die EU hat in den letzten Jahren und Jahrzehnten Unglaubliches aus dem Boden gestampft. Eigentlich gebührt den "Müttern und Vätern" der EU ja ein Riesenkompliment für diese Herkulesarbeit! Aber ich finde es schlecht, Länder in die EU aufzunehmen, die nicht ganz bestimmte Mindeststandards erfüllen. Zu nachlässig ist man meiner Meinung nach in dieser Hinsicht gewesen, wenn es um die Aufnahme von gewissen Ländern geht. Zu gross ist daher auch das Wohlstandsgefälle innerhalb der EU. Das kann nicht gut gehen - und das bekommen ja auch bereits einzelne EU-Länder zu spüren.
Unsere eigene Regierung, so macht es jedenfalls den Anschein, möchte sich am liebsten so schnell es geht der EU angleichen, anpassen - ja, anschliessen. Kommt hinzu, dass unser Bundesrat dem Volk bei der Abstimmung zur Personenfreizügigkeit mit der EU eine Zuwanderung von weniger als + 10'000 Personen/Jahr prognostiziert hat. Gekommen (und geblieben) sind seither mehr als 80'000 pro Jahr. Das entspricht ziemlich genau der Einwohnerzahl der Stadt Luzern. Man versuche mal, hier in der kleinen Schweiz jedes Jahr Wohnungen, Infrastruktur und vor allem Platz für eine neue Stadt Luzern zu bauen. Klar kurbelt das auch unsere Wirtschaft an - aber ist es gesund??????
Das gestrige "Ja" ist also für viele Stimmbürger nicht in erster Linie ein "Nein" gegenüber Ausländern, sondern ein "Nein" gegenüber der EU und ein "Nein" für das von unserer Regierung als Maxime so hochgelobte Wachstum.
Zu 3)
Dass Asylsuchende den ganzen Tag lang keine wirkliche Beschäftigung haben und in einem völlig fremden Land ihre Freizeit gestalten sollen, ist für mich nicht begreiflich. Zumal Asylentscheide sich bei uns zum Teil über Monate, ja Jahre hinziehen. Das ist unmenschlich! Aber unser Gesetz sagt: Asylanten dürfen nicht arbeiten! Ich frage: Warum nicht? Warum dürfen sie nicht in den Wald zum Aufräumen und zur Wegpflege, ins Tierheim zum Helfen, oder als helfende Hand in den Zivilschutz? Das würde zwar einigen bürokratischen und personellen Aufwand verursachen, die Leute würden sich aber gebraucht, beschäftigt und wertvoll fühlen.
Dass Asylsuchende den ganzen Tag lang keine wirkliche Beschäftigung haben und in einem völlig fremden Land ihre Freizeit gestalten sollen, ist für mich nicht begreiflich. Zumal Asylentscheide sich bei uns zum Teil über Monate, ja Jahre hinziehen. Das ist unmenschlich! Aber unser Gesetz sagt: Asylanten dürfen nicht arbeiten! Ich frage: Warum nicht? Warum dürfen sie nicht in den Wald zum Aufräumen und zur Wegpflege, ins Tierheim zum Helfen, oder als helfende Hand in den Zivilschutz? Das würde zwar einigen bürokratischen und personellen Aufwand verursachen, die Leute würden sich aber gebraucht, beschäftigt und wertvoll fühlen.
Unser Asylwesen ist kein Asylwesen mehr, sondern eine regelrechte Asylindustrie. Bundesbeamte, Psychologen, Sicherheitskräfte, Diplomaten, Schreibtischtäter, Angestellte von Sozialwerken etc.- sie alle verdienen sich eine goldene Nase an jedem "abzuklärenden" Fall. Das Schlimmste: Diese Industrie schützt sich selber und hat kein Interesse daran, dass das Asylwesen verschlankt und verbessert wird! Es ist wie in der Psychiatrie - die erfindet auch laufend neue Krankheiten, um neue Behandlungen und Medikamente an den Mann, die Frau und das Kind zu bringen. Zum Kotzen! Und darunter leiden einerseits die Asylsuchenden, die von dieser Industrie buchstäblich als "Jongliermasse" behandelt werden - aber es leiden eben auch die Bewohner der Schweiz, die der ganzen Sache ohnmächtig gegenüberstehen.
Kein Wunder, werden zahlreiche Asylsuchenden früher oder später straffällig. Wer will es ihnen verdenken? Sie haben sich hier ein besseres Leben erhofft - und nun landen sie am untersten Ende der "Nahrungskette", kommen sich wertlos und ungewollt vor. Zu Hause wären sie die Könige, hier sind sie die Bettler. Damit kommen viele nicht klar und werden straffällig. Leider sind dies dann natürlich diese Asylbewerber, die unser Landschaftsbild und damit unsere Erfahrung prägen. Und darunter wiederum leiden die friedlichen, unauffälligen Asylbewerber – Flüchtlinge, die unseren Schutz wirklich nötig haben.
Ich fasse zusammen: Ich will nicht »keine Ausländer mehr in der Schweiz«.
Ich will:
- Unabhängigkeit gegenüber der EU
Ich will:
- Unabhängigkeit gegenüber der EU
- Ein funktionierendes, menschenwürdiges Asylwesen
- Dass unser Land den wahren Flüchtlingen helfen kann
- Keinen Sozialtourismus
- Ausländer, die sich bei uns integrieren, unsere Werte mittragen und nach und nach zu einem Teil unserer Gesellschaft werden (wollen!)
- Eine Schweiz, die noch genügend Luft zum Leben bietet und nicht irgendwann einmal zu einer einzigen grossen Stadt zusammenwächst
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