"Der römische Senat. Der römische Senat ist die älteste Legislative, die man mit Geld kaufen kann."
Mel Brooks, Geschichte der Welt - Teil 1
Leider gehören Korruption, Vetternwirtschaft und Vorteilsnahme zum heutigen politischen Tagesgeschäft. Heute aber möchte ich ein wenig auf die politische Grundordnung eingehen und vorab erklären, dass ich kein großer Anhänger von Extremen bin. Das gilt für links, wie auch für das rechte Lager.
Seit geraumer Zeit versucht man in Deutschland die rechtsextreme NPD durch diverse Gremien und Gerichte verbieten zu lassen, was aber in ebenso regelmäßigen Abständen scheitert.
Es ist auch wenig verwunderlich, dass diese Partei -ebenso wie die Piraten, oder andere- in sozialen Netzwerken auf Stimmenfang gehen. So erreichte mich heute -mal wieder- der Aufruf, gegen die NPD zu stimmen und dafür zu sorgen, dass diese Partei nicht mehr auf Facebook werben darf.
Das ganze war mit dem Kommentar versehen "Wir sind mehr. VIEL mehr".
Prinzipiell gebe ich da meiner Leserin Recht, aber...
Meiner Meinung nach, soll die NPD ruhig auf sich aufmerksam machen und im Gespräch bleiben. Meinetwegen dürfen sie auch in den Bundestag einziehen, solange Sie dabei politisch und rechtsstaatlich auf dem richtigen Weg bleiben. Zu dieser Überlegung kam ich, da ich gelernt habe, dass es in einer Demokratie, die in Deutschland das politische System bildet, eine Meinungs- und Redefreiheit herrscht. Und wir alle wissen, dass grade in der Politik viel geredet, aber nur selten gehandelt wird. Wenn die NPD aber nicht nach geltendem Recht handeln und agieren sollte, ist auch die Gesellschaft gefordert. Da muss dann aber auch die Exekutive die nötigen "Eier in der Hose haben" und muss sich zur Not auch mal unschönere Sachen gefallen lassen, wenn diese der Wiederherstellung des inneren Frieden des Landes dienen. Dazu gehört dann aber auch die Rückendeckung aus der Politik.
Schönes Beispiel dazu ist mal wieder der Fall Markus Gäffgen. Der unter der Androhung von Folter einen Kindesmord gestanden hat, den entsprechenden Polizisten verklagte und Recht bekam. Meiner Meinung nach, ist es ein Unterschied, ob Folter angedroht wird, oder ob gefoltert wird. Der entsprechende Polizist, wusste vermutlich auch, dass er sich auf dünnes Eis begibt, hatte aber wohl die Hoffnung das Kind noch lebend irgendwo finden zu können. Wir alle wissen aber, dass es nicht der Fall war. Jakob von Metzler war zu diesem Zeitpunkt schon längere Zeit tot.
Doch zurück zur NPD. Lasst Sie machen und tun. Ignoriert sie auf eine subtile Art und Weise. Habt ein Auge drauf, teilt aber nicht mehr jede Meldung und startet einen Sturmlauf dagegen. Je länger man die Partei in den Medien und im Gespräch hält, desto mehr interessieren sich dafür. Die Piraten arbeiten auf die gleiche Weise, haben dabei kaum bis keine Ahnung von Politik und ziehen in einen Landtag nach dem nächsten. Laut Umfrage von letzter Woche, können sich 30% der deutschen Staatsbürger (!) vorstellen diese Partei bei der nächsten Bundestagswahl zu wählen und es interessiert niemanden. Traurig!
Mein Vorschlag:
Beobachten, und im Fall des Falles, dass Sie gegen geltendes Recht verstoßen, TÄTIG WERDEN.
Wer was auf Facebook teilt, interessiert im echten Leben sowieso kaum jemanden. Wenn man aber dadurch im Gerede bleibt, macht man sich interessant und erhält Zulauf. Und ich denke, genau das will man vermeiden.
Vielleicht bin ich heute etwas zu polemisch, musste aber mal raus.
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