Montag, 13. Februar 2012

Ein Rundumschlag.

Ich gebe zu, dass mich die LAge in Griechenland weder direkt betrifft. Noch dass ich mir ein Bild vor Ort gemacht hätte, aber was da stattfindet bereitet mir schon ein wenig Kopfzerbrechen. Besonders wenn ich Bilder von brennenden Innenstädten sehe, wie dieses Bild, dass ich auf Facebook gefunden habe.
Eingestellt wurde dieses Bild von "europeans against the political system". Eine Seite, die mir etwas Angst macht, aber dazu vielleicht ein andermal mehr.

Natürlich ist einiges falsch gelaufen in Griechenland, der Ursprung des Fehlers steht aber meiner Meinung nach nicht am Griechischen System an sich - auch wenn es über kurz oder lang so kommen musste - sondern an der übereilten, ungeplanten und unnötigen Einführung einer Einheitswährung für gesamt Europa. Ich verurteile die Krawalle ebenso, wie die teilweise übertriebene Härte beim durchgreifen der Polizei. Gewalt ist keine Lösung für ein Staatsproblem. Schon gar nicht, wenn sich unterschiedliche Gesichter mit der gleichen Methode nur die eigenen Taschen voll machen.
Ein Sparpaket für Griechenland ist eine tolle Idee, was aber viele dabei vergessen oder übersehen ist die Tatsache, dass man aus einem Griechen nicht über Nacht einen gefolgsamen Deutschen machen kann, der zu allen Maßnahmen seiner Regierung ja und Amen sagt. Insofern kann ich die griechischen Karikaturisten verstehen, auch wenn ich es grenzwertig finde Frau Merkel in einem Atemzug mit Hitler zu nennen und diese auf eine Stufe zu stellen. Ein wenig mehr "ziviler Ungehorsam" würde auch in Deutschland nicht schaden. Damit meine ich aber nicht, dass irgendwelche Occupied-Bewegungen vor der EZB campen oder andere Demos nach 1 Stunde ungehört verhallen, sondern mal ein-zwei Tage Generalstreik oder ähnliches. Leider ist auch in Deutschland auch jeder auf seinen eigenen Vorteil aus, so dass es nicht so weit kommen wird. Mich würde schon mal interessieren, wie es in Deutschland aussehen würde, wenn mal einen Tag die LKW auf der Autobahn stehen, wie es schon ein paar mal in Frankreich passiert ist.
Ich halte die Euro-Einführung weiterhin für einen Fehler. Man kann nun mal nicht 17 Länder über einen Kamm scheren und sagen: "Ihr habt jetzt alle das gleiche Geld." Man hätte erst einmal dem Europäischen Parlament größere Machtbefugnisse zusprechen müssen. Solange es keine einheitliche europäische Verfassung oder ein Oberhaupt gibt, wird Europa nicht funktionieren. Frankreich wäre immer nur auf seinen Vorteil bedacht, ebenso, wie wir Deutschen. Und ich glaube, dass JEDER sich vorstellen kann, wenn ein Deutscher/eine Deutsche Oberhaupt Europas werden würde. Sofort würde 70 Jahre Vergangenheit vergessen werden und wir wären wieder die bösen Deutschen, die Europa beherrschen wollen. Frankreich wäre aus Prinzip erst einmal gegen alles und so weiter...
Ich könnte noch Stundenlang über dieses Thema schreiben, vermute aber, dass ich damit dann langweilen würde, oder mich in Sachen verrenne, die mir später Leid tun.

Die Euro-Krise, um die es anfänglich in diesem Blog gehen sollte. Ist meiner Meinung nach, noch lange nicht ausgestanden. Selbst wenn wir es schaffen sollten Griechenland zu retten. Spanien, Portugal und Italien stehen schon "Gewehr bei Fuß" um in die freigewordene Stelle zu springen, auch wenn Italien sich bereits jetzt darum bemüht die große Hilflosigkeit abzuwenden.
Und unter dem Strich verwundert es mich nicht, dass sich 11 Jahre nach Euro-Einführung die meisten Menschen ihre alte Währung zurück wünschen. Selbst ich rechne noch gelegentlich in DM um, was aber unrealistisch ist, da sich Lohn- und Lebenshaltungskosten komplett verändert haben und keinen direkten Bezug mehr zu dem damaligen Wechselkurs haben.

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