Donnerstag, 1. November 2012

Gedanken zum Sport: RedBullisierung

Ich gebe zu, dass die Zeit nicht unbedingt meine Zeitung ist, aber nachdem ich zum unmittelbar bevorstehenden Formel 1-Grand Prix in Abu Dhabi mein Profilbild geändert habe, erreichte mich ein Link eben dieser Zeitung, mit dem Vermerk, dass ich mich bitte melden solle, wenn ich mein Profilbild wieder von RedBull-Racing in ein anderes nicht werbebasiertes Profilbild geändert habe.

Einerseits kann ich die Argumente verstehen und stimme sogar zu. Die Einflussnahme von Red Bull auf den Sport hat DEUTLICH zugenommen. Alte, bestehende (teilweise sogar sogenannte Traditions-) Vereine haben Ihre Namen geändert um einen Vorteil finanzieller Art daraus zu ziehen. Dies ist meiner Meinung nach zu verurteilen, aber leider -wie ich früher schon mal geschrieben habe- nur schwer zu vermeiden.
Will ich Erfolg haben, brauche ich MEISTENS einen finanzkräftigen Sponsoren im Rücken, der mir hilft wieder da hin zu kommen, wo ich nach eigenen Ansprüchen hin gehöre. Diese Rechnung kann natürlich auch nach hinten gehen. Als schönes Beispiel fällt mir gerade die TSG SAP ein, deren Anspruch an sich selber ist, international zu spielen, aber das mit "Talenten aus der eigenen Jugend und Region". Sieht man ja deutlich im Kader: Wiese, Delpierre, Ochs, Salihovic und Derdiyok um nur ein paar zu nennen.

Wenn ich mich nicht ganz irre -ohne zu recherchieren- hat Red Bull seine Finger bei diversen Fussballvereinen im Spiel. Da wären z.B. Red Bull Salzburg, RB Leipzig und auch einer in den USA, der mir grade nicht einfallen will. Finde ich teilweise in Ordnung, teilweise weniger bis gar nicht. Wenn ein Verein, Sponsoren sucht, ist das legitim, wenn dieser Verein aber dafür seine Seele verkauft stehe ich absolut auf der Seite der Fans, die rebellieren.
Bei Red Bull Racing sieht das ganze schon wieder etwas anders aus. Zwar wurde auch dort Wissen und Technik von einem anderen Team eingekauft, aber das gehört -fast genauso wie im Fussball (Stichwort: Transferperiode)- mittlerweile fast schon zum Tagesgeschäft.
Und trotz allem, steht hier Red Bull in der Verantwortung. Mit all seinem Geld und seinem Ruf. Webber war damals bereits ein erfahrener Pilot, Vettel dagegen ein Jungspund. Mittlerweile ist RBR eines der führenden Teams (zusammen mit Mercedes und -so schwer es mir fällt- Ferrari) in der Formel 1. Und meiner Meinung nach nicht unverdient.

Weiterhin finde ich es lobenswert, dass viele Randsportarten durch Red Bull gesponsort werden. Grade die Extrem-Sportarten -von denen man halten kann, was man will- profitieren extrem von dem Sponsoring durch Red Bull. Die Masse an Red Bull-Events ist mitunter schon etwas unerträglich, aber nun mal das Ergebnis einer freien Marktwirtschaft. Ich (als Red Bull) habe Geld, unterstütze Extrem- und Randsportarten, auf die die "Jugend" anspringt, mit Werbung oder Veranstaltungen und mache dadurch Werbung, die ich von der Steuer absetzen kann und meinen Umsatz und Gewinn steigern kann. Tut mir Leid, aber so funktioniert das nun mal. Ich will auch niemanden dazu zwingen Red Bull gut zu finden. Unabhängig von Sportart, -team oder -event.

Das Thema "Stratosphären-Sprung" habe ich erfolgreich ignoriert und es war mir mehr als SCH****EGAL, in welchem Zustand dieser -Moment- Felix Baumgartner auf dem Boden aufkommt. Ähnlich wie diese Red Bull Airrace...
Was man verfolgt und unterstützt ist einem selbst überlassen. Der große Vorteil einer freien Marktwirtschaft... ;)

Wie ich jetzt für mich mit dem Thema Red Bull umgehen soll, weiß ich allerdings immer noch nicht. Im Fussball bin ich der Meinung, dass die Marke nichts zu suchen hat. In der Formel 1 bin ich Fan vom "Werkseigenen" Team. Da mich der Rest nicht interessiert, verfolge ich es nicht weiter. Missachtung ist mitunter die größte Strafe, darf aber nicht verallgemeinert werden.
trotz allem freue ich mich, wenn ich das Wochenende an der Rennstrecke überstanden habe und die ersten paar tausend Fotos mit meiner neuen Kamera gemacht habe. Dann wird auch wieder mein Profilbild geändert und alles ist wie früher. Richtig?
Letztendlich gilt doch nur:

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