Dank Facebook habe ich das Bild für den Jahresrückblick. Teilen werde ich ihn nicht, den mein Jahr auf 20 Ereignisse zu beschränken, halte ich für verfehlt und maßlos untertrieben!
Vieles ist passiert. Schönes und leider auch weniger schönes. Beruflich hat sich einiges getan, und doch ist es immer noch das gleiche.
Privat stelle ich kurz vor Ablauf des Jahres 2012 fest, dass ich definitiv zu wenig Sport getrieben habe. Geschwitzt habe ich trotz allem oft genug. Doch der Reihe nach.
Januar 2012:
Mit neuen und alten Kollegen die ein oder andere Aktivität unternommen und dabei privat Einsätze abgearbeitet, als ein alter Kollege verabschiedet und an den Flughafen gebracht wurde. Wir haben das Hard Rock Café Dubai und "die Band" kennen gelernt. Ich habe es sogar geschafft einmal eine Radtour von 130 Kilometern zu machen. Leider viel zu selten. Beruflich gibt es nur diverse Trainings und unspektakulären Einsätze zu berichten. Privat allerdings, dass ich wegen einem Trauerfall in der Familie unplanmäßig und schnell zurück nach Deutschland musste. Das schnell war leider ein wenig zu schnell und ich habe meinen ersten Strafzettel wegen einer Geschwindigkeitsübertretung in den Emiraten kassiert - das sollte ich aber erst im Dezember erfahren.
Interessant waren allerdings die Dubaier Bundesliga-Stammtische. Gemütlich im Ritz-Carlton Dubai Marina sitzen, eine überteuerte Brat- oder Currywurst und deutsches Bier und sky mit deutschem Kommentar. Immerhin weiß ich wieder, warum ich Marcel Reif nicht leiden kann. Diese Stammtische hatten sich aber leider auch relativ schnell erledigt und sind im Sand verlaufen. Von den Organisatoren hört man nichts mehr und ich kann mittlerweile die Bundesliga auch zu Hause schauen.
Februar 2012:
Mein Leben ist eintönig. Der Eindruck zwängt sich mir zumindest auf, wenn ich den Februar durchblättre. In meinem Kalender stehen Trainings, Drills und Einsätze. Na gut. Da steht auch noch Bundesliga-Stammtisch im Ritz, diverse Ausflüge nach Dubai, und ein Charity-Lauf an der Uferpromenade von Fujairah. Doof nur, dass ich tags vorher mit den Kollegen auf der Schicht rund 2 Stunden Fussball gespielt habe. Wir haben zwar gewonnen, aber ich hatte Blasen so groß wie Pfannkuchen, was die lachhaften 1,5 Kilometer zu einer schier endlos langen Distanz heranwachsen ließ. Abschliessend konnte ich im Februar meinen Kollegen Yves dazu "überreden" sich eine Spiegelreflexkamera zu kaufen. Unsere Fotos sind mittlerweile ... größtenteils sagenhaft. Und da wir grade dabei waren Geld auszugeben, habe ich mir ein MacBook gekauft. Unglaublich, wie lange das schon wieder her ist.
März 2012:
Nachdem wir Yves´ Kamera gekauft hatten, begaben wir uns auf einen Workshop, bei dem vieles aus der Schule (ich hatte Photo-Technik mal als Wahlpflichtfach) wieder aktiviert wurde. Seit dem sind die Fotos noch ein Stück besser geworden. Man kann es ja auch auf Facebook nachverfolgen. Ich bin selber immer wieder beeindruckt, wie unsere alten Fotos aussehen und wie sie jetzt aussehen. Okay, stellenweise helfen wir mit Programmen wie Lightroom nach, aber das ist Bildbearbeitung im klassischen Sinn. Dabei wird das Foto nicht verändert.
Zur Abwechslung bin ich mal wieder gelaufen. Wenn ich nicht grade wieder arbeiten war, habe ich es sogar mal nach Abu Dhabi geschafft. Schöne Stadt. Kann ich jedem nur empfehlen mal zu besuchen. Allgemein war ich in diesem Monat viel unterwegs. Mal hier, mal da. Langweilig war es selten. Lustig ist es nur, wenn man alleine unterwegs war und an der üblichen Tankstelle steht und ein Kollege -der auch selbstständig unterwegs ist- anruft und fragt, ob man da steht, wo man steht, weil er auch da steht. Ein großes Land und trotzdem laufen wir uns über die Füße.
April 2012:
Der April startete großartig. Nathalie war für 5 Tage im Land und wir machten eine schnelle Runde durch die Emirate. Fujairah, Dubai, Abu Dhabi inklusive Emirates Palace mit Upgrade in eine Suite. Und was für eine. Trotz allem werde ich vermutlich nie vergessen, als wir vor dem größten Gebäude der Welt stehen und sie trocken meint: "So groß ist das doch gar nicht." Naja, wenn du meinst... Ebenfalls bemerkenswert, dass innerhalb von 5 Monaten bereits der zweite Carrefour in Fujairah eröffnet hat. Diesmal im City Center. Nette kleine Mall mit viel Möglichkeiten. Und man mag es sich nicht vorstellen, aber gearbeitet habe ich auch wieder. Allerdings ein weiterer Monat ohne großartige Besonderheiten. Abgesehen vielleicht von der Tatsache, dass Ende April der 100. Einsatz für unsere Wache angefallen ist. Aber auch das war traditionell eher klein. Eine Großraum-Mülltonne... Diverse Ausflüge nach Ajman, Ras al-Kaimah, Dubai, Abu Dhabi. Alles war dabei.
Eine weitere Besonderheit gab es dann aber doch noch. Einer unserer einheimischen Kollegen hat geheiratet und seine Schicht geschlossen zur Hochzeitsfeier eingeladen. Ein echtes Erlebnis.
Mai 2012:
Erstaunlicherweise... Drei Wochen lang habe ich im Mai nichts gemacht außer ein paar Fotos und ein paar Runden Rennrad bzw. laufen um den Block. Ende Mai wurde ich dann aktiver. Ein Kollege machte Kurzurlaub in Kuwait und die komplette Schicht ist an einem Dienstag Abend nach Abu Dhabi zum ersten Mal zu Train Yas. Eine Veranstaltung, die ich in der letzten Zeit eher regelmäßig besuche. Wo sonst kann man kostenlos auf einer Formel 1-Strecke laufen oder Rad fahren und wird auch noch kostenlos mit Wasser versorgt, wenn man will. Anstrengend ist nur die Fahrerei aus bzw. nach Fujairah. Ende des Monats gab es auch mal einen erwähnenswerten Einsatz - für die Verhältnisse von Fujairah. Ein Brand, der uns fast die gesamte Nacht wach gehalten hat. Aber auch das haben wir geschafft.
Juni 2012:
Es wird spannend. Mein Vorgesetzter hatte mich nach einem Team Meeting unter 4 Augen sprechen wollen. Ob ich mir nicht vorstellen könnte, als Supervisor an der Civil Defense Academy in Abu Dhabi zu arbeiten. Hört sich alles nicht schlecht an, und am 2.6. wurde meine Bewerbung dazu an die Administration geschickt. Bereits am 5.6. wurde ich von meinem Chef ins Büro bestellt. Er wollte der erste sein, der mir zu meiner Beförderung gratuliert. Die Bewerbung war also innerhalb von 3 Tagen angekommen, durchgelesen und angenommen worden. Wir einigten uns auf Stillschweigen bis zur Bekanntgabe der Beförderung. Weiterhin war unklar, wann es los geht, aber es sollte noch dieses Jahr sein. Arbeitstechnisch war noch bemerkenswert, wie unterschiedlich eine unbekannte Zeitspanne sein kann. Wenn man zu einer Tierrettung alarmiert wird, denkt man ja, dass Tier -in dem Fall eine Katze- würde noch leben. In diesem Fall war das aber deutlich anders. Ich will nicht weiter ins Detail gehen, aber eine Katze, die gerade eben in einen Brunnen gefallen ist, sieht anders aus.
Privat ging es ein paar Mal wieder ins Hard Rock Café nach Dubai. Wie so häufig im letzten halben Jahr. Fotos machen, Bekannte treffen, Kontakte pflegen. Aber nach langer, langer Zeit haben wir von der Schicht es auch mal geschafft ins Kino zu gehen. Ein weiteres, echtes Erlebnis. Ein Film, der im Original -also deutsch und englisch- abgespielt wird und dann mit arabischen (und gelegentlich englischen) Untertiteln abläuft. Ich hatte darüber bereits geschrieben. "Iron sky"hieß der Film. Und da den Monat noch nicht genug los war, waren wir noch ein paar Mal beim "Public Club Viewing". Eine halböffentliche Veranstaltung des German Emirates Club, bei der man das Glück der deutschen Nationalmannschaft bei der EM auf Großleinwand verfolgen konnte. Zumindest so lange, bis ein gewisser Mario Balotelli die Träume zerstörte.
Juli 2012:
Der 1.7. ist ein Datum der Überraschungen. Immerhin wurde ich angerufen, um mir mitzuteilen, dass ich ab morgen nicht mehr in Fujairah arbeiten würde, sondern in den nächsten 5 Tagen meinen Umzug nach Abu Dhabi bewältigen sollte, da ich ab sofort an der Academy als Supervisor tätig wäre. Mit einem immensen Arbeitseinsatz und einer Menge Kilometer, die ich abgespult habe, und der Hilfe meiner tollen Kollegen von der C-Schicht, habe ich es geschafft bis zum 4.7. meinen Umzug über die Bühne zu bringen. Und am 5.7. konnte ich meinen Dienst an neuem Standort aufnehmen. Das EM-Finale wurde zur absoluten Nebensache. Zum einen eh ohne deutsche Beteiligung, zum anderen genug anderes zu tun. Aber der Stress war es wert. Ich bin in Abu Dhabi; Ich bin Supervisor; Ich bin im Tagdienst. Letzteres bedeutet, dass ich jetzt von Sonntag bis Donnerstag von 7:30 bis 14:30 arbeite - Theoretisch! Im Sommer ist es in der Wüste nun mal etwas heißer, also kann in der Zeit das Training auch schon mal früher anfangen. Wenn man dann aber in einem Flashover-Container (zur Übung spezieller Szenarien mit echtem Feuer) ist bei rund 360°C eine Herausforderung. Besonders, wenn man rausgeht und dann sind es immer noch 45°C - im nicht vorhandenen Schatten, aber bald ist Urlaub. Doch davor hat das Leben leider noch einen schweren Verkehrsunfall auf den Weg zur Arbeit gelegt. Das Fazit war ernüchternd. 4 Tote und mehr als 10 Verletzte. Werde ich vermutlich ebenso noch ein wenig im Hinterkopf haben, wie den Einsatz bei dem wir in meinen letztjährigen Geburtstag geraten sind. Und dann kommt erstmal Urlaub und Freizeit. Einige haben mich gesehen, andere nicht und bei ganz anderen habe ich es nicht mal geschafft mich zu melden. Tut mir Leid, aber meine Zeit in Deutschland ist immer sehr knapp bemessen. Allerdings bleibt die Erkenntnis, dass man besser nicht ab Dubai fliegt, wenn man in Abu Dhabi wohnt und das Ziel auch von dort direkt angeflogen wird.
August 2012:
Die Rückkehr im heiligen Monat Ramadan bedeutete erstmal Büro und Ausbildungsunterlagen überarbeiten. Aber auch, dass wir wieder die sogenannte Heißausbildung mit deutschem Personal unserer Firma machen. Lustig wars allemal, wenn auch anstrengend. Danach kamen ein paar Feiertage und wenig private Aktivitäten, da es einfach zu heiß für alles war. Im Bereich Foto hat sich allerdings einiges getan. So wurde ich immerhin gebeten, für die Band, die vor Ramadan im Hard Rock Café spielte, gebeten ein paar Promotion-Fotos für die neue Lokalität -den Music Room in Bur Dubai- zu machen. Meine Fotos scheinen mittlerweile doch recht gut zu sein.
September 2012:
Mittlerweile gibt es nicht einmal mehr viel zu berichten. Was nur Ausdruck ist, wie faul und träge ich geworden bin. Auf dem Papier arbeite ich zwar weniger, aber trotzdem falle ich jeden Tag nach der Arbeit auf die Couch oder das Bett oder den Bürostuhl und bin erstmal zu nichts zu gebrauchen.
Ganz untätig war ich allerdings nicht, denn für Ende September hatten sich meine Eltern zu Besuch angekündigt. Organisation ist alles, sollte aber im nächsten Monat schon über den Haufen geworfen werden.
Oktober 2012:
Auf der Arbeit wird es ernst. Ein Grundkurs fängt an und ich als Ausbilder-Fischchen im Haifischbecken. Der Kurs läuft noch bis Ende des Jahres, aber das Ende werde ich nicht mehr miterleben, da ich meinen Resturlaub nehme um Weihnachten, Geburtstag und Silvester im Freundes- und Familienkreis in Deutschland zu feiern. "Fische sind Freunde, kein Futter" aus Findet Nemo gilt nicht im wirklichen Leben. Es ist nicht immer leicht, aber man wächst mit seinen Aufgaben. Immer wieder bin ich fertig nach der Arbeit, aber vor einer solchen Aufgabe stand ich auch noch nie.
Der Urlaub der Eltern war in der Endabrechnung auch für mich ein Erlebnis. 2 Wochen konnte ich ihnen meine neue Heimat zeigen. Abu Dhabi, Fujairah, Dubai inklusive Besuch des 101. Stock des Burj Khalifa und eine Desert-Safari samt Übernachtung. Kann ich ebenfalls nur empfehlen. Leider, leider hat sich eines meiner Stamm-Hotels in Dubai sich SEHR unbeliebt gemacht. Also musste die Urlaubsplanung für die Eltern über den Haufen geworfen werden, womit auch in diesem Bereich des Lebens bewiesen wäre - Improvisation ist alles!
Als Ende des Monats ein Kollege von RennradFFM zu Besuch kam, klappte das ganze wesentlich besser. Leider war er mit seinem Sohn unterwegs und Train Yas musste somit leider für uns ausfallen. Aber aufgeschoben....
Als Höhepunkt im Oktober 2012 gab es allerdings eine neue Kamera! Eine Nikon D7000. Schönes Spielzeug und ich finde, dass meine Fotos seit dem noch ein Stück besser geworden sind.
November 2012:
Wow - Was für ein Monat! Er startete laut. SEHR LAUT! Das Motorsport laut ist wußte ich, aber nicht, dass er SO laut ist. Meine neue Kamera kam dafür natürlich gleich zum Einsatz und musste in 4 Tagen knapp 5800 Foto verarbeiten. Eine kleine Auswahl der besten Bilder gibt es auf Facebook und habt ihr vermutlich auch schon gesehen. Ebenso, wie die andere Funktion, die mein neues Spielzeug kann. Eingebauter Timer bedeutet, dass ich wunderbar TimeLapse-Fotosshoots machen kann. Hatte ich mich hier ja auch schon drüber ausgelassen. Ich kann euch versprechen, dass für nächstes Jahr weitere Foto-Projekte geplant sind.
Unter der Woche - nach der Arbeit- bin ich meistens zu platt um noch was zu tun. Hätte nicht gedacht, dass 7 Stunden Arbeit SO anstrengend sein können. Trotz allem konnte ich es mir nicht verkneifen und bin an einem Donnerstag zum Start ins Wochenende nach Dubai zum Konzert von Jennifer Lopez.
Auch wenn ich Anfangs sehr dagegen gewettert habe, gestehe ich heute ein, dass es gar nicht soooo schlecht war, wie ich zuerst behauptet hatte. Die Verkaufsstände im Eingangsbereich waren zwar nervig, ebenso wie die Tour-Shirt-Geschichte, aber unterm Strich war es nettes Entertainment. Nicht vergleichbar mit anderen Konzerten, die mir wesentlich länger im Gedächtnis bleiben werden, aber nett.
Dezember 2012 - Das Ende ist nah:
Der 21.12.2012 spukt schon das gesamte Jahr durch die Medien. Was passiert? Die Mayas hatten ja schon so häufig Recht. Vermutlich wird genauso wenig passieren wie in der Silvesternacht 1999 - nämlich gar nichts. Bin mal gespannt, wie viele von den Weltuntergang-Aftershow-Partys tatsächlich stattfinden werden. Ich werde mir auf jeden Fall an einem möglichen 22.12.2012 ernsthafte Gedanken um diverse Weihnachtsgeschenke machen müssen!. ;)
Die Arbeit geht so Stück für Stück voran und ich hangel mich jeden Tag ein Stück näher an die Rente. Da die aber noch zu weit ist um zu zählen, zähl ich lieber die Tage bis zum Urlaub.
Alles in allem:
Danke für über 13.300 Klicks in den letzten 20 Monaten. Danke für alle Feedbacks, Kommentare oder Emails, die mich in Folge auf den Blog erreicht haben. Ich verabschiede mich hiermit aus dem Jahr 2012 und wünsche euch allen ein frohes und besinnliches Weihnachtsfest, ein paar schöne freie Tag und einen guten Rutsch ins neue Jahr 2013 - sofern es denn kommen sollte. Euch allen wünsche ich Glück, Gesundheit, Erfolg und alles, was man sich sonst nicht für Geld kaufen kann.
Ich versuche auch meinen Schnitt im Blog nächstes Jahr wieder auf altes Niveau zu bringen. Einer meiner guten Vorsätze für das neue Jahr.

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