Ich schulde euch noch einen Bericht aus der Reihe "Ready for boarding" und meinen ersten eigenen Erfahrungen mit Etihad.
Auch wenn es nun schon fast einen Monat her ist und seit dem sehr viel passiert ist, muss und will ich euch über meinen Flug ab Abu Dhabi nach Frankfurt und zurück mit Etihad berichten. Ich hatte es euch ja versprochen und auch ein wenig angedroht. Wie ihr mich mittlerweile kennen dürftet, wird es ein wenig ausschweifender und ausgiebiger als wo anders, aber so ist das manchmal im Leben. Dieser Blog beginnt Anfang Dezember letzten Jahres mit der Vorbereitung auf den eigenen Urlaub und das anschliessende Trainingslager von Eintracht Frankfurt in Abu Dhabi.
Tickets waren schon länger gekauft und ich freute mich auf (hoffentlich) weisse Weihnachten, Geburtstag und Silvester bei meinen liebsten in Deutschland. Auch die Tatsache, dass mich ein Bekannter gefragt hatte, ob ich während dem Trainingslager ein paar Fotos machen könnte, die dann in Deutschland gedruckt oder sonst wie publiziert werden. Wann bekommt man schon mal die Möglichkeit das Hobby gegen eine kleine Aufwandsentschädigung mehr oder weniger professionell zu betreiben... Wenn es sich um Mainz gehandelt hätte, wäre es mir zwar lieber gewesen, aber man kann nicht alles haben. Vielleicht nächstes Jahr. Mein Blog soll ja wohl auch von Verantwortlichen von Mainz gelesen werden. Vorab also mal ein paar Fotos vom Hotel nach Deutschland geschickt und mich weiter auf die eigentliche Arbeit konzentriert.
Am Vorabend meines Abflugs aus den Emiraten nach Deutschland wurde es stressig. Ich hatte grade meinen Koffer gepackt, als ich noch andere Objekte schicken sollte. Da durch die Zeitverschiebung die Sonne bereits untergegangen war, wurde das an diesem Tag nichts mehr. Am nächsten Tag hatte ich um 8:10 Uhr (morgens!) Boarding-Zeit. Immerhin war mein Koffer schon aufgegeben, als man mir sagte, das mit dem Concierge alles abgeklärt sei und ich zu Sonnenaufgang mich dort frei bewegen könnte. Sonnenaufgang ist gegen 7 Uhr, das Hotel 35 Kilometer, quer durch die Stadt, vom Flughafen entfernt. Am nächsten Morgen um kurz vor sieben eröffnete man mir, dass ich für halb neun angemeldet sei, es aber kein Problem geben würde. Fotos im Kasten, ein Blick auf die Uhr: PANIK! 7:30 Uhr.
Glücklicherweise ist Freitags morgens nie viel auf den Strassen von Abu Dhabi los und ich kam -unter Einhaltung der vorgeschriebenen bzw. erlaubten Höchstgeschwindigkeiten- an den Flughafen. Passkontrolle: Ein Schlange, die man sich sonst nur im real existierenden Sozialismus vorstellen würde vor mir! Aber zum Glück waren sehr viele von denen nur Angehörige, die ihre Verwandten oder Freunde verabschieden wollten. 8:05 Uhr - Ich bin durch die Passkontrolle und muss nun an das andere Terminal. Wenn man jetzt Frankfurt oder Dubai International vor Augen hat bekommt man es mit der Angst zu tun. Aber da der Hauptstadt-Flughafen ungefähr die Abmessungen vom Berner Flughafen hat, klappte das mehr oder weniger Problemlos. 8:09 ich war am Gate, von Boarding-Vorgängen war nun lange Zeit nichts mehr zu hören. Also mal wieder viel zu viel Stress wegen nichts. Andererseits, wäre ich zu spät gekommen, hätte vermutlich alles geklappt.
Unser kleiner Airbus war zwar überbucht, aber ich bereitete mich auf einen ruhigen Flug vor, bis ich mitbekommen habe, wie viele Kleinkinder mit an Bord sind. Ich habe nichts gegen Kinder, im Gegenteil, aber auf einem Flug sind sie leider meistens nicht so gut zu ertragen, wenn man seine Ruhe haben will. Fast so wie überkommunikative Mitreisende, die neben einem sitzen und sehen, dass man am Laptop arbeiten will und pausenlos mit auf das Display starren. Man kann halt nicht alles haben. Ich hätte das Angebot von Etihad doch annehmen sollen und mich in die Business-Class upgraden sollen. Das nächste Mal vielleicht.
Auch wenn es am Gate "kuschelig" zuging, so war das gesamte Personal freundlich und geduldig. Es gab keinerlei Probleme mit Handgepäck oder sonst etwas. Die Maschine machte einen guten Eindruck und ich freute mich auf zu Hause. Leider nicht sehr lange, denn sobald wir über das schwarze Meer hinweg waren, ging die "Bitte anschnallen"-Lampe nicht mehr aus. Naja, leichte Turbulenzen, aber schön ist was anderes.
In Deutschland angekommen war das Personal immer noch freundlich und zuvorkommend und ich konnte ein paar schöne Tage mit Familie, zukünftiger Familie und Freunden verbringen. Habe mir neues Foto-Equipment geholt und, und, und. Leider wie fast immer, verging die Zeit viel zu schnell und die Zeit der Rückreise nahte.
Der Koffer gepackt, der neue Foto-Rucksack mit allem wichtigem Inhalt gefüllt an den für mich mittlerweile berüchtigten Frankfurter Flughafen. Wenn es irgendwo Probleme gibt, dann DA...! Und auch diesmal wieder. Der Koffer mit 26 Kilo absolut im grünen Bereich, bis die Tante am Schalter meinte, dass ich mal mein "Handgepäck" auf die Waage stellen sollte. 14 Kilo! Es gab keine Diskussion und die Dame meinte, ich solle Laptop, und anderes Sachen in den Koffer tun. Beim Handgepäck gäbe es keine Diskussion, was die 7 Kilo angeht, weil die Maschine bis auf den letzten Platz (und darüber hinaus) ausgebucht sei. Also am leeren Schalter nebenan versucht so umzupacken, dass das wichtigste und wertvollste gut geschützt ist. Ergebnis: 2 Objektive und Mac-Book im Koffer, 2 bis 3 Kleinigkeiten in der Jacke. Handgepäck 7 Kilo, Koffer 32 Kilo... Bitte einmal nach nebenan um Übergepäck zu bezahlen. Kann es noch besser werden? Es kann! Nachdem ich bei der Dame, die ja auch nur ihren Job macht mich noch ein wenig erkundigt habe, wie hoch denn mein Gepäck versichert sei (wegen Mac-Book und so) meinte sie nur: Den dürfen sie doch zusätzlich mitnehmen und hat ihrer Kollegin einen vernichtenden Blick zugeworfen. Mac also wieder aus dem Koffer raus, wieder auf die Waage: Siehe da. 30 Kilo! Geld zurück! und zu allem Überfluss hatte dann später mein Sitznachbar nicht einmal Handgepäck dabei. Ich krieg ne Krise, aber egal, weil es ist alles gut und heil wieder in Abu Dhabi angekommen. Diesmal konnte ich sogar schlafen. In etwa Höhe Bahrain aufgewacht von Kaffeeduft... War zwar nicht so gut wie zu Hause, aber über den Wolken schmeckt nun mal alles anders. Daher ist dort oben auch so ein hoher Verbrauch an Tomatensaft (unter anderem). Ich kann mir nicht helfen, aber diese Brühe bekomme ich nur mit Wodka, Salz und Pfeffer runter. Aber am Service und der Freundlichkeit des Personals gab es wieder nichts zu meckern. Selbst nach der Landung in Abu Dhabi, als eine Transportkiste für die Eintracht aufs Band kam, stand das Personal bei uns und scherzte. Als mein Koffer nun endlich da war, zur Passkontrolle, wo zwar kein lächeln, aber eine schnelle Abfertigung auf mich wartete. Ab ins Auto, nach Hause und erst einmal RICHTIG schlafen. Die Erkältung, die ich aus Deutschland mitgebracht habe, sollte mich fast 2 Wochen auf Trab halten.
Mein Fazit zum ersten Etihad-Flug: Gerne wieder, aber wenn ich im April nach BERlin muss, werde ich das so planen, dass ich nach Frankfurt fliege und von dort nach Berlin fahre. Das Debakel mit der Dauerbaustelle, die wohl frühestens 2313 eröffnet wird, tue ich mir nicht an.
Zum Thema BER könnte ich natürlich dann auch wunderbar schreiben, aber ich will mich hier jetzt nicht verrennen und hoffe nur, dass Chuck Norris oder Hans Sarpei bald die Leitung dieser Baustelle übernehmen. Bei Chuck wäre dann immerhin morgen um 7:30 Uhr Eröffnung, bei Hans Sarpei schon heute Abend 17 Uhr, denn Jesus ging übers Wasser. Hans Sarpei kann an Land schwimmen!
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