Letzteres ist ein Zitat vom Reiseweltmeister und Geheimrat Johann Wolfgang von Goethe.
In erster Linie handelt es sich hierbei um die kurze Zusammenfassung und Betrachtung des gleichnamigen Buchs von Frank Rumpf.
Dieses leicht humoristisch gehaltene Buch erinnert mich an das Bahnhasser-Buch, dass ich zu meiner Pendlerzeit in Deutschland gelesen habe (Natürlich im Zug). Laut Inhaltsangabe eignet sich dieses Buch für Gelegenheitsflieger und Meilensammler. Ich bin anderer Ansicht, aber dazu später mehr.
Das Buch an sich ist sehr unterhaltsam geschrieben und es fiel mir schwer, das Buch aus der Hand zu legen. Dazu beigetragen haben auch immer wieder witzige Zitate wie zum Beispiel das oben angegebene Zitat von Goethe, oder „Es kann kaum ein Zufall sein, dass keine Sprache dieser Erde jemals die Redensart hervorgebracht hat: >hübsch wie ein Flughafen<. Flughäfen sind hässlich. Einige sind sehr hässlich. Und manche erreichen ein Ausmaß an Hässlichkeit, das das Resultat einer besonderen Anstrengung sein muss.“ (Douglas Adams). Auch eine humoristische Randnotiz zu Beginn eines Kapitels ist: „Falls Sie bewaffnet sind, melden Sie sich bitte.“ (Air India Sicherheitshinweis).
Die Kapitel an sich sind kurz gehalten, aber auch immer sehr informativ. Ich hätte zum Beispiel nicht gewusst, dass die LSG Sky-Chefs pro Jahr 9 Millionen Flaschen Wein und Sekt ordern. Allerdings sollte man sich jetzt nicht alle Finger lecken, auch wenn Rheingauer oder gute Südafrikanische Weine angeboten werden. Die Relation stimmt nicht. In großen Höhen hat man (trotz Druckkabine) ein vermindertes Geschmacksempfinden. Manche schwören im Flieger auf Gin Tonic, andere auf Tomatensaft, was das beliebteste Getränk über den Wolken ist. Diese Information kann allerdings niemand genauer begründen, aber die Absatzzahlen sprechen eine deutliche Sprache. Dass die Franzosen schon immer etwas speziell sind ist eigentlich landläufig bekannt. So wunderte ich mich auch nicht, als ich las, dass Air France Champagner serviert, aber bei der Bitte nach einem weiteren Gläschen, kein Wort Englisch mehr spricht.
Die Berichte über die Unterschiede der einzelnen Flughäfen und deren Business-Lounges (teilweise mit Badewannen) fand ich doch etwas langatmig und eher weniger interessant. Wer von uns „Otto-Normal-Fliegern“ kommt schon mal in den Genuss Business oder gar FirstClass zu fliegen…? Trotz allem sind die Unterschiede zwischen den 3 Fluggastklassen teilweise schon interessant. Leider fällt im 3. Kapitel schon auf, dass der Autor hauptsächlich mit Lufthansa geflogen ist. Auf ausländische Airlines geht er so gut wie gar nicht ein. Hier mal Etihad erwähnt, da mal Air France oder Emirates.
Was wiederum sehr interessant war, war das Kapitel über die Umweltbilanz des Fliegens. Wer weiß schon, dass ein Flug von Düsseldorf nach Teneriffa 1,7 Tonnen Kohlendioxid freisetzt. Bei Berechnungen von der UNO wurde berechnet, dass ein Volumen von maximal 2 Tonnen zu einer minimalen Verzögerung des Klimawandels freigesetzt werden dürften. Da bleibt nicht mehr viel übrig für den Rest vom Jahr.
Andererseits arbeiten die Flugzeugbauer deutlich intensiver an energiesparenden Maschinen, als man denkt. Der Airbus A380 hat zum Beispiel einen Verbrauch von 3,4 l/100km je Passagier. Vorausgesetzt das Flugzeug ist ausverkauft.1970 lag man da noch bei rund 12 l/100km. 2010 im Schnitt bei rund 5 Liter. Boeing ist auch nicht untätig und experimentiert mit Biosprit-Fliegern, was teilweise auch schon erfolgreich getestet wurde, aber den Kosten/Nutzen-Rahmen sprengen würde, da die Luftfahrt immer noch Unmengen an Sprit braucht. Wo soll man den ganzen Raps usw. anbauen und was macht man mit den dafür gerodeten oder umstrukturierten Nutzflächen? Da fehlen dann Kornfelder oder Wälder. Ist also auch nicht ganz das wahre.
Was mich allerdings überrascht hat: Auf dem Boden arbeiten alle Regierungen (mit mehr oder weniger Erfolg) an einem vereinten Europa. Im europäischen Luftraum gibt es sage und schreibe 27 Flugsicherungen mit 60 Luftkontrollstellen, was für die Airlines mitunter Umwege und somit auch einen höheren Verbrauch bedeutet. In den USA hat man nur 1 Luftaufsichtsbehörde und kann schnurgrade von A nach B fliegen. Auf einem Flug von Brüssel nach Rom durchquert man 8 Luftkontrollstellen! Das EU-Parlament versucht seit dem Jahr 2000 eine einheitliche Flugsicherheit für ganz Europa einzuführen, dies erzielt aber leider keine Fortschritte. Die Frist, die vom Parlament gesetzt wurde läuft nächstes Jahr aus. Mal gespannt, was sich tut. Berechnungen der EU zu Folge könnte mit einer einheitlichen Flugsicherung bis zu 12 % Kohlendioxid eingespart werden. Die Reisezeit in der Luft und die geringeren Gebühren könnte man momentan noch nicht ausrechnen, wäre aber immens.
Ebenfalls wird behandelt, wie sich die Behandlung der Fluggäste im Lauf der Zeit geändert hat. Wo früher der Passagier durch vorsichtiges Handauflegen auf die Schulter nur im absoluten Notfall gestört werden sollte, bekommt man heute bei einem Flug von Düsseldorf nach Bremen bis zu 12 Durchsagen. Zur Not wird das auch in die Kopfhörer eingespielt, wo man grade versucht einem Klavierkonzert auf dem Klassik-Kanal zu folgen. Auch die Vergangenheit und Zukunft des Fliegens und der Flugzeuge selber wird noch einmal beleuchtet. Was sich über Jahrzehnte nicht geändert hat ist, neben der klassischen Flugzeugform, die Beliebtheit des Berufs Pilot, der nur von Krankenpflegern und Feuerwehrleuten übertroffen wird (Quelle: Forsa). Aber auf die Frage, ob wir in Zukunft noch Piloten brauchen, weicht man auf die Schiene aus, wo (zwar selten, aber immer öfter) ohne Bedienpersonal gefahren wird. Ich halte das für Äpfel mit Birnen verglichen. Auf der Schiene ist man immer noch am Boden. Es können zwar auch unvorhersehbare Sachen passieren, aber auf dem Boden ist das meiner Meinung nach nicht ganz so tragisch, wie in 10.000 Meter Höhe. Auch die Zukunft des Fliegens soll sich ändern. Diverse Studien zeigen, wie es werden soll. Die 2-Klassen-Gesellschaft wird noch extremer werden. Für die Urlaubsflieger werden immer größere Maschinen gebaut. Konzepte fassen bereits 3x so viele Personen, wie ein A380. Die VIPs (oder SCHNITTCHEN-ULTRAS wie sie im kigges-Forum mittlerweile genannt werden) können sich bei Lufthansa einen Privatjet kaufen sowie aus und Umbauen lassen. Hier ist allerdings weniger die Rede von den kleinen Learjets, sondern vom kleinsten Airbus (A318) über die Boeing 747-400 bis hin zum A380. Die Kosten für einen A318 wären (Zitat:) „ÜBERSCHAUBAR“ mit 50-100 Millionen Euro. Man sollte sich allerdings beeilen und für die Zwischenzeit einen anderen Flieger parat halten. Die Werft in Hamburg für die nächsten 4 Jahre ausgebucht! Ein Markt besteht also für den privaten Airbus…
Am witzigsten fand ich allerdings die letzten 2 Kapitel des Buchs. Zum einen haben wir da einmal Zahlen und Fakten rund ums fliegen. Die größten Flughöfen, die Sichersten Airlines, wann prozentual die meisten Unfälle passieren (beim Start) und viel unnützes Wissen für die Bordkonversation.
Zum anderen ein Quiz über die eigene Flugtauglichkeit das, wie das ganze Buch, nicht ganz ernst gemeint ist. Ich werde versuchen es euch die Tage mal hier einzustellen.
Als Fazit bleibt nur festzuhalten, dass dieses Buch eine leichte Kost für zwischendurch ist. Und Geheimrat Goethe hatte Recht. Zumindest, wenn man sich ansieht, wie sich die Luftfahrt verändert hat oder noch verändern wird.
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