Montag, 1. August 2011

Willkommen im Ramadan


Der Ramadan ist der neunte Monat des islamischen Mondkalenders und gleichzeitig der Fastenmonat. Nach dem gregorianischen Kalender verschiebt sich der Beginn des Ramadan um etwa 11 Tage pro Jahr nach vorne. 2012 beginnt der Fastenmonat, in dem der Koran in Vers-Form zur Rechtsleitung erstmalig an die Menschen gesandt wurde, um den 20. Juli. Der genaue Beginn richtet sich danach, wann zum ersten Mal die Sichel des Neumonds gesehen wird und von diesem Tag an soll der gläubige Moslem 29 Tage fasten. Das Fasten darf gebrochen werden, wenn man einen hellen von einem dunklen Faden nicht mehr unterschieden werden kann. Also, wenn die Sonne untergegangen ist und die Nacht angefangen hat. Wenn man die beiden Fäden wieder von einander unterscheiden kann, muss wieder gefastet werden. Wenn ich das ganze ins lächerliche ziehen wollte, würde ich sagen, dass man bei dem ganzen Kunstlicht, das hier von jeder Ecke leuchtet, die Fäden permanent unterscheiden kann. Das Fasten über den Tag bedeutet dass man weder essen, trinken noch rauchen darf. Selbst Kaugummi kauen ist nicht erlaubt.
Schwangere Frauen, Kranke und Kinder vor erreichen der Pubertät sind vom Fastenzwang ausgenommen. Schwangere und Kranke müssen allerdings die Fastenzeit nachholen, wenn "der Zustand zum versäumen abgelegt wurde".
Nahezu alle Geschäfte haben während dem Ramadan geänderte Öffnungszeiten, sofern überhaupt gearbeitet wird. Auf unserer Baustelle nebenan ruht seit heute Morgen alles und es ist irgendwie eine ungewohnte Ruhe. Unser Supermarkt zum Beispiel öffnet jetzt von morgens früh bis 11 Uhr mittags, schliesst dann bis cirka 20 Uhr und hat dann nochmal bis 2 Uhr nachts geöffnet. Allerdings wäre es eine ziemlich blöde Idee am Abend einkaufen zu gehen. Wieso habe ich gestern bereits festgestellt. Ich war zu meiner üblichen Zeit unterwegs und habe anstatt 2-3 Minuten an der Kasse über 30 Minuten warten müssen, bis ich ans Band kam. Es sieht schon irgendwie interessant aus, wenn eine Person 3 bis oben gefüllte Einkaufswagen vor sich herschiebt. Nach Aussagen eines Kollegen wird im Ramadan mehr umgesetzt, als im Rest des Jahres. Nach den Bildern und Eindrücken von gestern, glaube ich das, aber ich kann es auch irgendwie verstehen. Wenn abends für die ganze Familie gekocht wird und Freunde zum Fastenbrechen eingeladen werden, benötigt man schon einiges an Vorräten.
Denn erst nach Einbruch der Dunkelheit wird ausgiebig gegessen und gefeiert. Ich bin schon gespannt, dass selbst zu erleben. Andererseits freue ich mich auch, wenn ich in gut 3 Wochen den Ramadan vorzeitig beende um nach Deutschland in den Urlaub zu kommen.



Zum Schluss nochmal was zum lachen:

Auch "ausländische" Firmen haben sich an den Ramadan zu halten.

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