Ich gebe zu, mein Selbstversuch war nicht freiwillig, da ich keinen Einfluss auf die Buchung hatte, aber was ich mit Lufthansa nach 2 Flügen erlebt habe bringt mich zu dem Schluss, dass ich in Zukunft wieder mit Emirates fliegen will.
Ich war ja richtig optimistisch, als ich noch vor meinem Abflug den Rückflug umbuchen konnte, damit ich Samstags nochmal mit Freunden, Familie und bekannten einen weiteren Tag verbringen kann (und auch nochmal ins Stadion komme). Das das Spiel nicht so toll war und mit 0:4 verloren ging... Dafür kann nicht mal die Lufthansa etwas. Auch ein toller Nebenaspekt war, dass ich innerhalb meiner Freiminuten auch deutsche 01805-Servicenummern anrufen kann, ohne extra dafür extra bezahlen zu müssen. Liegt aber auch nicht am Kranich.
1 Tag vor dem Flug - Ich versuche den "Online-Check in" zu bedienen. Ich bezeichne mich nicht unbedingt als technische Null, aber bis ich mal durch das System der Airline durchgestiegen war... Liegt auch ein wenig an der buchenden Stelle. Ich heiße nicht BERNARDMR! Vielleicht klappt das in Zukunft besser, aber jetzt weiß ich, worauf ich zu achten habe.
Reisetag: Ich bin gerne etwas früher an einem Ort, dass ich mir nicht vorwerfen lassen muss, ich sei unpünktlich. Außerdem habe ich so immer wieder Zeit einige Besorgungen oder sonstige Sachen zu machen. Diesmal nutzte ich die Zeit, um an Dubai International (der teilweise recht unübersichtlich ist) den Foodcourt zu besuchen, um mich ein wenig zu stärken, da bezüglich Essen bei Check-In keine Informationen zu finden waren. Andererseits - es ist ein Nachtflug, wo die meisten Passagiere versuchen werden zu schlafen. Dem war auch so, aber vor den Flug haben die Fluggesellschaften noch den Check-In gesetzt. Das die Kranich-Airline nicht über eigene Check-In-Schalter verfügt kann vorkommen, aber dass das Personal nur schlecht Englisch spricht fand ich doch etwas merkwürdig. Immerhin gab es keine Probleme wegen Handgepäck und zusätzlicher Kameratasche. Die Sicherheitskontrollen sind überall gleich, nur manchmal etwas anders in der Ausführung. Da ich ja aber keine bösen Absichten hatte und das auch von meinen anderen Mitfliegern erwartete, machte ich mir keine weiteren Gedanken. Der Flug an sich ist relativ unspektakulär, aber das ich meine Knie im Rücken des Vordermanns habe und der hinter mir auf die gleiche Weise verfährt, war es doch ziemlich unbequem, aber ein paar Stunden Schlaf hatte ich dann doch. Ungefähr Höhe des Balaton bin ich aufgewacht und kurz drauf wurde auch ein Frühstück serviert. Das man sich das allerdings qualitativ und quantitativ hätte sparen können sagt schon alles. Nach einer sehr sanften Landung im frühmorgendlichen Frankfurt kam der nächste Aufreger. Warum sind nur 2 Schalter der Passkontrolle offen, wenn mehrere Flieger kommen und VIELE Menschen nach Deutschland rein möchten??? Na gut - alles überstanden und herzlich von Schwester und Freundin am Flughafen begrüßt worden.
Während meinem Urlaub in Deutschland versuchte ich dann mein Rennrad als Sportgepäck anzumelden, was auch funktionierte und mich 150 Euro extra kosten wird. Da ich nun auch Lufthansa Economy kennengelernt hatte, wollte ich außerdem versuchen mich in die Business hoch zu buchen. Aber 35.000 Meilen hab ich nicht und ich sehe nicht ein, dieser Gesellschaft für ein klein wenig mehr Komfort Unmengen an Geld in den Rachen zu werfen. Also bleibt es bei Economy und im zweiten Anlauf habe ich dann es auch geschafft mein Rennrad als Sportgepäck anzumelden. Damit aber nicht genug... Emailbestätigungen sind etwas feines - Wenn sie denn den Tatsachen entsprechen.
Die erste Email von LH während meines Urlaubs war "Spezialgepäck (Rennrad) bestätigt." SCHÖN! 01805-Nummern sind ja auch so günstig, dass ich so eine Email erwarten kann.
Die zweite Email lautete "Ich Flug steht jetzt zum Online-Check-In bereit". Da das ganze Prozedere am Flughafen abgekürzt werden kann, versuchte ich mich am Online-Check-In und stieß wieder auf unerwartete Probleme. Vom Hinflug wusste ich ja noch, wie ich meinen Vornamen schreiben muss, damit das System einer der grö0ten Airlines der Welt mich findet. Nachdem ich dann aber auf "Weiter" geklickt hatte, stand da: "Für Sie ist kein Flug hinterlegt. Bitte wenden Sie sich an unsere Servicehotline 01805-XXXXXX". Das ganze noch schön dekoriert mit 2 roten Dreiecken und Ausrufezeichen. Die anderen im Haus wollten mich schon Zwangseinweisen - so laut und ungehalten soll ich reagiert haben. Meiner Stimmung wenig zuträglich war, dass nach dem ersten Klingeln dieser Servicenummer eine Bandansage: "Sie rufen außerhalb unserer Geschäftszeit an." kam. Immerhin wurde noch drauf hingewiesen, dass die Geschäftszeiten an Wochenenden und bundeseinheitlichen Feiertagen 90 Minuten später beginnen. Das ich zu dem Zeitpunkt am liebsten schon auf dem Weg zum Flughafen gewesen wäre sei mal dahingestellt, aber von Bad Kreuznach bis Frankfurt ist es nicht so weit. Wie reagiert wohl jemand, der es weiter zum Flughafen hat und dementsprechend früher weg muss? Nun gut, anderthalb Stunden später sagte mir die Servicehotline, dass der Online-Check-In für mich nicht verfügbar sei, weil ich entweder in einer Kategorie bin, wo er prinzipiell nicht zur Verfügung steht, oder ich meine Buchung geändert habe (Stichwort "Sondergepäck"). Damit sei der Online-Check-In ebenfalls NICHT IMMER verfügbar. Was heißt hier bitte: Nicht immer? Und wäre es so ein Problem gewesen, mich bei der Anmeldung des Sondergepäcks oder in der Bestätigungsmail darüber zu informieren?
Scheinbar schon!
Mutter samt Mann und Freundin brachten mich also zum Flughafen und ich stand nach den ersten Verabschiedungen erstmal vor einem Computerterminal, an dem ich hätte Einchecken sollen. Hahaha, aber da drüben sind Lufthansa-Schalter. Also mit Kameratasche, Handgepäck, Koffer und Rennradkoffer an den Schalter. Ein freundlicher aber bestimmter Sicherheitsmitarbeiter wies mich zurecht, dass ich mich hier nicht anstellen könnte, sondern zum "Special Care"-Schalter müsste. Da bekam ich aber gesagt, dass ich dort EBENFALLS am falschen Schalter sei und zu Schalter Nummer XXX müsste. Endlich mal eine Aussage, mit der man arbeiten kann. An diesem Schalter angekommen klappte dann auch endlich alles einwandfrei und ich wurde sogar freundlich behandelt. Dort konnte ich dann nicht nur OHNE Wartezeit mein Spezialgepäck aufgeben, sondern auch meinen Koffer (bei dem knapp 2 Kilo Übergewicht großzügig übersehen wurden) und der Check-In war erledigt. Nun nur noch ins Obergeschoss um mein Spezialgepäck zu bezahlen und alles war erledigt. Wer das Frankfurter Terminal 1 kennt, weiß, dass es dort keine kurzen Wege gibt und ich kurz davor war Kilometergeld zu beantragen.
Passkontrolle war äußerst unspektakulär, aber eine Sicherheitsschleuse war doch ein bisschen wenig. Immerhin wurden während meiner Wartezeit 3 oder 4 weitere Schleusen geöffnet. Das ich den Jackpot gewonnen hatte und mein komplettes Handgepäck ausräumen dürfte um die Elektrogeräte beim Sprengstofftest untersuchen zu lassen, kann vorkommen. Ich hatte ja (Gott sei Dank) genug Zeit bis zum Boarding eingeplant. Diesmal hatte ich mit dem Flug sogar ein wenig Glück. Der Mittelplatz war frei und ich könnte mich zur Seite drehen um ein wenig zu schlafen, weil ich ja am nächsten Tag auf die Arbeit muss. Doch erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. In der Reihe vor mir war ein junges Ehepaar mit Kleinkind (geschätzte 5 Monate). Dass das Kind Probleme mit dem fliegen an sich hatte und nahezu Pausenlos geschrien hat, ist bestimmt nicht die Schuld des Kindes, aber ich war doch reichlich genervt. Dann noch einen überaktiven Rentner hinter mir, der mir vor Aufregung über seinen ersten Flug pausenlos in den Rücken tritt... DANKE, ich bin bedient!
Immerhin war das Rindergulasch ganz annehmbar. Das Bordentertainment dagegen? Der Bordfilm war mehr als schleppend und ich kann niemandem "Mitternacht in Paris" empfehlen. Ich gebe allerdings zu, dass ich kein Freund von Owen Willson als Schauspieler bin. ERstaunlich auch der technische Zustand der 747 (Sachsen) mit der ich geflogen bin. Der erste Monitor der Economy war grünstichig, flackerte alle paar Minuten und fiel stellenweise sogar aus! Das sorgt für Vertrauen in die Maschine und die Airline!.
Und nach der Landung in Dubai stellte ich fest, dass ein Terminal 1 NIE ein Terminal der kurzen Wege ist. Immerhin wurde mir mein Spezialgepäck auf einem Koffertrolley ans Band gebracht, so dass ich schon mal eine Sorge weniger hatte. Pass- und Zollkontrolle waren wieder ereignislos, aber mit LH möchte ich nicht mehr fliegen. Zumindest nicht Economy, so viel komme ich dieser Gesellschaft entgegen, aber auch keinen Schritt mehr. Vielleicht bin ich aber auch einfach zu verwöhnt?!

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