Montag, 12. September 2011

Hasste mal 1000 Euro???


Der Urlaub 2011 in Deutschland ist zu Ende und ich habe jede Menge Material und Geschichten über Geschehenes, gesehenes, Telefonate und Gedanken, den ich euch jetzt mal so nach und nach hier schreiben möchte.

Beginnen werde ich ziemlich am Ende des Urlaubs, wo ich wegen der lieben DB eine Zeit lang am Mainzer Hauptbahnhof festsaß. An Bahnhöfen und Flughäfen trifft man (grade in Deutschland) die unterschiedlichsten und interessantesten Personen - so auch diesmal...

Als ich am Gleis wartete, gesellte sich eine Gruppe von Alternativen Öko´s, Hippies, Punks, was-auch-immer an den Bahnsteig und wartete dort auf den Zug am Bahnsteig gegenüber. Alles in allem ein bunt gemischter Haufen von Leuten, vor denen uns unsere Eltern immer gewarnt haben. Sie tranken Wodka und Whiskey aus Flaschen, bauten ihre Joints und teilten allen mit, dass es ihnen gut gehen würde. Dazu wurden ein bis drei Gitarren verwendet, die mit in den Bollerwagen lagen. Natürlich ließ der Bahnschutz nicht lange auf sich warten, um die friedlichen Kundenaufzufordern sich doch bitte an die Regeln zu halten, die da wären

- Kein Musizieren auf Bahnhofsgelände.

- Keine Joints zu rauchen.

- Wenn schon rauchen, dann bitte nur in den ausgewiesenen Raucherbereichen, bei denen man sich so schon fühlt, wie am mittelalterlichen Pranger.



Wie man sich vorstellen kann, fanden diese Forderungen wenig Zuspruch. Da aber alle Beteiligten ruhig und sachlich blieben, wurde auch vom Bahnschutz etwas lockerer reagiert, als von anderen Einrichtungen und Organisationen. Zwischenzeitlich waren auch ein paar Bundespolizisten im Bahnsteigbereich, hielten sich aber im Hintergrund. Den sprichwörtlichen Vogel hat allerdings einer von der Hippie-, Punk-, Ökogruppe abgeschossen, als er sich mit Gitarre auf den Boden setzte und für 3 Gleise "Because I got high" gespielt hat... Und zwar in einer Qualität, wo es sogar mir die Kinnlade auf den Boden gehauen hat.


Nachdem auf dem Gleis gegenüber der Zug eingefahren war - und der Musiker somit dem größten Teil seines Publikums beraubt war - stand der Musiker auf und ging auf unserem Bahnsteig mit seiner Klampfe rum und fragte frech "Hast du mal 1000 Euro?"

Wenn man seiner Argumentation (Leute hätten prinzipiell kein Kleingeld, Inflation und FRECHHEIT SIEGT) folgt, kann man ihm nur beipflichten. Für die gute Performance gab es dann auch von mir 2 Euro, obwohl ich sowas ja eigentlich prinzipiell ablehne, weil ich auch nichts geschenkt bekomme. Dem großen unbekannten Musiker aber ein Gruß und die besten Wünsche für die Zukunft.

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