Samstag, 8. September 2012

Die Henne und das Ei...

...die Frage, was zuerst da war wird wohl nie geklärt werden.

Ähnlich erscheint es mir bei der permanent -meist allerdings unterschwelligen- Diskussion über die Fluglärmbelastung der Anwohner im Anflugbereich des Rhein-Main-International Airports Frankfurt am Main.
Natürlich ist es zu verstehen, dass niemand in einem Bereich aufwachsen oder wohnen will, wo man binnen kürzester Zeit den aktuellen Flugplan auswendig kennt und es nur noch bemerkt, wenn eine Maschine mehr als 10 Minuten Verspätung hat - So wie es mir früher mimt der Bahn in Rüdesheim am Rhein erging. Aber man gewöhnt sich an fast alles!.
Natürlich gibt es gesetzlich festgeschrieben Lärmbelastungsgrenzen, aber wen interessieren die schon, außer der Anwohner eben besagter Anflugschneisen?
Bei Lufthansa bestimmt niemanden. Die haben im Moment ganz andere Probleme. Zum Beispiel das UFO den gesamten Betrieb lahmlegt. Und damit meine ich NICHT das Szenario, dass die Tage vom Miniatur Wunderland auf Facebook geteilt wurde. Wer es nicht gesehen haben sollte:
Ein Jammer, dass die Situation zu ernst ist, um sich Witze darüber zu erlauben, aber wenn selbst im Vereinseigenen Fussballforum offtopic darüber geschrieben wird, ist es doch höchste Zeit für einen Blog zu dem Thema.

Fakt 1: Der Frankfurter Flughafen wächst und ist einer der Top Jobmotoren für das Umland. Immer mehr Menschen wollen/müssen fliegen und da ist Frankfurt (nicht diese Startbahn im Hunsrück) einer DER Anlaufpunkte für Mitteldeutschland. Der nächste internationale Flughafen ist nun mal mehrere hundert Kilometer entfernt.
Fakt 2: Das Flugzeuge Krach/Lärm verursachen ist nicht erst seit gestern bekannt!
Fakt 3: Die Menschen, die unmittelbar von dem Fluglärm betroffen sind tun mir Leid. Zumindest in einem gewissen Mass.
Warum? Ganz einfach. Man kann sich in Deutschland (meistens) seinen Wohnort ziemlich frei wählen. Ich bekomme kostenlos in Abu Dhabi eine Wohnung (Angenehmes Benefit von meinem Arbeitgeber) und wenn mir die nicht gefallen sollte (was nicht der Fall ist) kann ich mir auf eigene Kosten gerne eine neue suchen, wo ich dann allerdings selbst die Miete zahlen müsste.

Der schmale Grat zwischen Gesundheit der Bürger (Betreff: Lärmbelastung) ist ein nicht nur schmal, sondern -meiner Meinung nach- ein Tanz auf der Rasierklinge!
Immer mehr Menschen wollen immer komfortabler in den Urlaub oder auf Geschäftsreise gehen, was bedeutet, dass der Flughafen wachsen muss. Wachsender Flughafen -und folglich auch Flugverkehr- bedeuten allerdings auch mehr Emissionen jeglicher Art.

Nur mal so zum Vergleich, hat man im Gegensatz zu Dubai (Dubai International Airport DXB), Abu Dhabi Al Bateen International und zu Shanghai in Frankfurt und Umgebung noch ein relativ gutes Leben.
Allerdings vermute ich mal so frei von der Leber hinweg, dass da auch weniger scharfe Bestimmungen gelten, wie in Deutschland. Einzig bei Dubai International kenne ich so ein wenig die Umgebung und weiß, dass ich da auch nicht unbedingt wohnen wollte...


Bei Al Baten weiß ich, dass da nicht SO häufig Flugverkehr ist, weil dieser Flughafen nahezu ausschliesslich für Regierungsflüge benutzt wird. Also in einem recht überschaubaren Mass. Shanghai allerdings stelle ich mir als Anwohner allerdings als die Hölle auf Erden vor.
Was aber nichts an der Tatsache ändert, dass die alles umfassende Frage klärt. Nein, dass WARUM löse ich ein anderes mal, oder ich versuche es zumindest.
Was bringt die Flugkontrolle dazu regelmäßig die Überflugrouten zu ändern? Der Mehrverkehr an Luftfahrzeugen kann es nur bedingt sein. Aber auch auf der Gegenseite müssen Fragen erlaubt sein. Die Zunahme des Luftverkehrs war anzunehmen, als warum wohnt man in der Anflugschneise?
Wenn man weniger für Bauland zahlt als sonst üblich in der Region hat das vermutlich seinen Grund. Dieses Argument lässt sich 1 zu 1 auf die Mieten übertragen.
-Falls ich falsch liegen sollte, dürft ihr mich gerne korrigieren-
Vielleicht argumentiere ich auch einfach etwas naiv, weil ich weder als Rüdesheimer, noch als Frankfurt oder Mainz-Ebersheimer von den Auswirkungen des Flughafens betroffen war. Oder mal einfach gefragt: Wer war früher da: Der Flughafen, oder die Anwohner, die sich heute über den Flughafen beschweren?
Versteht mich nicht falsch, aber ich halte dies für eines der "Luxus"-Problem von uns Deutschen. Es gibt wahrlich dringenderes, was behoben/korrigiert werden sollte, wie z.B. die Minijobs oder die komplette Hartz IV-Problematik.
Trotz allem wünsche ich einen angenehmen Tag in Deutschland bei Sommerähnlichen Temperaturen.

1 Kommentar:

can hat gesagt…

Dem kann ich weitestgehend nur zustimmen. Zu Bedenken ist noch, dass nicht jeder 'fluglaermbetroffene' Bewohner in der Einflugschneise sich als solcher fühlt und artikuliert. Es gehört auch noch ein gutes Stück persönliche, individuelle Betroffenheit dazu (nicht jeder ist so lärmempfindlich, wie es von einzelnen gerne zum Maßstab gemacht wird).

Was mich aber am meisten stört, ist die daraus resultierende Kompromisslosigkeit, auch gerade von Lokalpolitikern.