Sonntag, 11. März 2012

One year after

Heute vor 366 Tagen (wegen dem Schaltjahr) wurde Japan von einem schweren Erdbeben, einem Tsunami und mehreren Kernschmelzen im AKW von Fukuschima schwer mitgenommen.
Ich selbst hab im Tennisclub auf dem Laufband gestanden und via BBC Worldnews die Katastrophe LIVE mit angesehen. Eigentlich erschreckend, wie Sensationsgeil unsere Gesellschaft ist, dass so etwas live übertragen wird...
In den letzten Tagen habe ich 2 Dokumentationen über Japan und Fukushima gesehen. Ich finde es ja in Ordnung, wenn die Sendeanstalten (ZDF und RTL) ihrem Informationsauftrag nachkommen, allerdings möchte ich nicht unbedingt, dass Reporter illegal in Sperrgebiete eindringen und sich stark überhöhten Strahlendosen aussetzen. Soweit muss doch eigentlich jeder Mensch selbstständig denken können, aber auch hier geht es vermutlich weniger um die Information an sich, als um Quoten und Marktanteile. Wieder ist es traurig.
Richtig schlimm ist allerdings, das Tepco -der Betreiber des AKW- die Strahlungswerte verfälscht. Teilweise wird 1,50 Meter in der Luft gemessen, obwohl dies am Boden geschehen sollte. Die Grenzwerte waren trotzdem immer noch um ein vielfaches überschritten. Allerdings ist auch die Sperrzone schlecht bis miserabel gesetzt. Durch auflandigen Wind Ist der radioaktive Fallout ins Landesinnere getragen worden und man misst auf dem Festland Japans bis zu 47 Milli-Sievert pro Stunde. Das ist der 412-fache des gesetzlich erlaubten Höchstwertes in Deutschland. Mir wird da Angst und Bange. Auch wenn die Reporter nur ein paar Stunden da waren, das Gefahren-potential ist -meiner Meinung nach- zu groß für eine Story.
Viel schlimmer sind allerdings die Leute, die immer noch dort leben. Viel tun, kann ich für die Menschen dort drüben aber leider nicht.

Wie hat sich das Leben in Deutschland verändert? Soweit ich das von den VAE aus beurteilen kann, nur minimal. Zwar wurden in reinem Aktionismus die Laufzeiten der deutschen AKWs runtergesetzt und einige sind schon nicht mehr am Netz, aber was bringt das, wenn es in grenznahen Bereich in Frankreich passiert? Ja, mit einem Tsunami ist dort nicht unbedingt zu rechnen, aber eine Kernschmelze ist immer wieder möglich. Weiterhin wurde beschlossen, dass erneuerbare Energien gefördert werden, was aber schon wieder gekürzt bis hin zur Streichung ging.

Wir alle sollten trotz allem heute einen Moment lang inne halten und der Opfer gedenken.

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