Heute erscheint der vorerst letzte Teil der Reihe, da seit gestern mein letzter Urlaub (im November) komplett abgearbeitet ist. Wer sich daran erinnern kann oder ein wenig in meinem Blogarchiv sucht, findet im letzten Teil der "Ready for Boarding"-Reihe den Hinweis, dass alles noch nicht beendet war, bzw. mein letzter Flug nicht der einfachste war. Wer nicht suchen will wird unter http://bernhardsmikrokosmos.blogspot.com/2011/11/ready-for-boarding-ein-weiterer.html und http://bernhardsmikrokosmos.blogspot.com/2011/11/wenn-einer-eine-reise-tut.html fündig.
Was ich in dem Bzug allerdings bislang komplett verschwiegen habe und nur das unmittelbare Umfeld weiß: Als wir endlich in den Flieger eingestiegen waren, sind wir von der Parkposition am Terminal 2 losgerollt und erstmal direkt davor auf der Runway stehen geblieben. Nach ein paar Minuten sind wir dann auf Vorfeldposition gefahren und standen dort erstmal für 5 (in Worten: FÜNF) Stunden mit minimalem Informationsfluss aus dem Cockpit. Irgendwann meldete sich einmal ein LUFTHANSA(!)-Techniker und informierte uns, dass ein Ersatzteil für das Triebwerk nun vorhanden wäre und man es in den nächsten 2 Stunden einbauen werde. Für diese 2 Stunden sollten wir doch bitte nochmal in das Terminal. Während der ganzen Wartezeit kam man mit einigen Leuten ins Gespräch und ich traf noch ein paar andere Frankfurter, die teilweise auch bei einer Freiwilligen Wehr aktiv sind. Wir setzten uns dann gemütlich in die nächste Bar und ließen uns 1-3 Weizen schmecken, nachdem das Essen an Bord schon serviert worden war und nicht wirklich überzeugte. Während diesem Aufenthalt meinte auch einer der Kollegen, dass man bei extremen Verspätungen bei Flugreisen ebenso einen Anspruch auf Entschädigung hat, wie bei Bahnreisen zum Beispiel. Dafür muss man aber -genau wie bei der Bahn- selbstständigaktiv werden. Beim 2. Boarding haben wir uns dann direkt mal mit dem leicht genervt wirkenden Mitarbeiter nach der Adresse des Gulf Air-Servicecenter informiert und nach sage und schreibe 7 Stunden sind wir dann doch noch in Frankfurt gestartet. Was uns in Bahrain erwarten sollte war zu dem Zeitpunkt vollkommen ungewiss. Uns wurde nur gesagt, dass man sich um unsere (mittlerweile schon gelandeten) Anschlussflüge vor Ort kümmern werde.
Den Andrang am Gulf Air-Schalter in Bahrain kann man sich vorstellen. Ein Teil der Passagiere wurde in Hotels untergebracht, weil sie knapp 24 Stunden Aufenthalt hatten, andere -wie ich- bekamen einen Frühstücksgutschein in einem der Restaurants und einen Anschlussflug in 6 Stunden. Da das Frühstück aber erst in 4 Stunden serviert werden sollte, steuerten die Kollegen aus Frankfurt und ich die nächste Bar an und genehmigten uns noch den ein oder anderen Drink. War auch ganz gut so, denn das Frühstück war alles andere als berauschend, geschweige denn üppig. Ebenso die Maschine, die mich von Bahrain nach Dubai bringen sollte. Eine A319 ist nun mal ein kleines Flugzeug, aber am Notausgang kann man auch so einigermaßen bequem sitzen, dass ich noch vor dem Abheben eingeschlafen war und erst bei der Landung in Dubai wieder aufwachte.
Witzig ist, was man bei der Reise in die entgegengesetzte Richtung erlebt. Der Flug Dubai-Bahrain dauert ungefähr 50 Minuten. Bahrain liegt aber in einer anderen Zeitzone, so dass man früher ankommt, bevor man gestartet ist. Wenn man 10 Minuten Verspätung hat, könnte man es fast als beamen bezeichnen. ;-)
Jedenfalls meldete ich mich (mit Hilfe anderer Personen) bei Gulf Air Deutschland und forderte die in einer EU-Richtlinie festgeschriebene Entschädigung und nach langem hin und her überwies mir Gulf Air gestern eben diese. 600 (in Worten: sechshundert) Euro.
Bei einem Flugpreis von 407 Euro inklusive Steuern und Gebühren, könnte man sich fast überlegen so was öfter zu machen. Der große offensichtliche Vorteil der ganzen Geschichte war nun mal, das der Urlaub bezahlt war. Andererseits möchte ich nicht nochmal 7 Stunden auf dem Frankfurter Vorfeld oder im Terminal antun, weil das furchtbar langweilig ist. Wobei ich mittlerweile Besitzer eines iPad bin und man die Langeweile der Wartezeit somit deutlich reduziert werden könnte.
Ich bin jetzt jedenfalls erstmal froh, dass dieses Kapitel (vorrübergehend) abgeschlossen ist.
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