Was ein gelungener Tag. Der Weg nach Abu Dhabi war unspektakulär und ereignislos. Auf Yas Island angekommen, wurden die Augen groß und größer. Ferrari World -das ich bislang nur vom vorbeifahren kannte- ist größer als ursprünglich gedacht, aber das Parkhaus steht leer und die Achterbahn fährt auch nicht. Ein Besuch lohnt sich also bislang noch nicht wirklich. Jedenfalls waren wir in diesem Parkhaus an der falschen Adresse und die Suche nach dem Parkplatz für Yas ARENA geht los. Anwesende Sicherheitskräfte konnten uns nur sagen, dass wir an der Kreuzung entweder nach links oder rechts abbiegen müssen. Leuchtet ein, weil es keine dritte Alternative gibt. Es gäbe sie zwar schon, dann kämen wir aber wieder in das Parkhaus, wo wir eben erst herkamen.
Intuitiv fuhren wir nach rechts und schon standen wir auf einem riesengroßen Feld NEBEN der Ferrari-World. Der Soundcheck war auch zu hören, obwohl wir (für mich mal wieder typisch) gut 4 Stunden zu früh da waren, aber wir wollten ja noch was essen gehen...
Auf Yas Island ist dies allerdings eine recht aussichtslose und dumme Idee, wenn nicht grade eine Veranstaltung auf der benachbarten Rennstrecke ist, für die man Karten hat. Auf der Suche nach einem KFC, Pizza Hut, BK oder McDonalds mussten wir jedenfalls ein Taxi bemühen und bis nach Khalifa City fahren - und natürlich auch wieder zurück. Egal, weil Zeit hatten wir genug und Hunger auch.
Als kurz nach 18:30 Uhr die Tore geöffnet wurden (und nicht erst um 19 Uhr, wie auf den Tickets verkündet) begann meine Hoffnung auf gute Organisation zu schwinden. Der gesamte Einlassbereich war provisorisch auf Bauzäunen zusammengestellt und dieser nur am Boden fixiert. Am rechten VOR-Eingang, durch den man zu der eigentlichen Ticket- und Taschenkontrolle kam, musste von mehreren Sicherheitsmitarbeitern gehalten werden, da die Zäune ansonsten von den Leuten die in die Fan Pit wollten, eingerissen worden wären. Die Durchsagen via Megaphone waren auch nicht wirklich hilfreich, weil die Lautstärke nur auf ein Minimum eingestellt war und der Träger das Megaphone auf den Innenraum gerichtet hatte. Dass man vor dem Zaun nichts versteht ist eigentlich nur logisch. Doch mit der Zeit regelte sich der Druck an der ersten Schleuse und die Hoffnung stieg. Am Merchandising-Stand angekommen ,wurde die Hoffnung auf gute Organisation endgültig zerstört. Andererseits sagte der Südafrikaner neben mir in der Reihe, dass es für dieses Land doch noch gut organisiert sei, womit er leider Recht hat. Jedenfalls konnte man am T-Shirt-Stand -zum Glück aller Mitfahrer- Shirts mit Aufdruck Metallica - Abu Dhabi - Yas Island erstehen. Aber vier Reihen zum anstellen und 3 Verkäufer, die jedesmal bei den einzelnen Shirts die Größen raussuchen müssen, weil die nicht sortiert oder geordnet sind.
Was allerdings um Welten besser funktionierte als der T-Shirt-Verkauf war der Verkauf von Essen und Getränken. Auf der rechten Seiten gab es "Food only", "Food & Drinks", "Drinks only" und "Beer only". Linker Hand hingegen gab es "Food only", "Food & Drinks", "Drinks only" und "only". Gesehen habe ich auch 2 Notausgänge im Bereich der Fan Pit, sowie einen Erste Hilfe-Stand. Was ich aber bei Essen und Trinken sehr gut organisiert fand - Wir mussten nirgends länger als 3 Minuten anstehen und die Zapftechnik bei den Getränken war auch genial. 6 Zapfhähne für die unterschiedlichsten Getränke, darunter ein Schieber, mit dem immer 6 Becher gleichzeitig gefüllt werden konnten. Wenn diese 6 Becher voll waren, wurde das Gestell einfach eine Position weiter geschoben. Leider sind die Fotos davon nichts geworden, aber ihr könnt es euch bestimmt vorstellen.
Was mich allerdings ebenso überraschte - Das Konzert war nicht ausverkauft! Hatte aber auch den positiven Nebenaspekt, dass man nicht eng an eng gedrängt war, sondern ein wenig Luft zum atmen hatte und sich frei bewegen konnte. In der Fan Pit sah das anders aus, aber ist nicht mein Problem.
Die Vorband (Nevercell) aus den VAE spielte Death Metall vom feinsten und ich werde mir die Tage mal ansehen, was von denen so verfügbar ist. Nach einer weiteren scheinbar endlos langen Umbauphase und einem weiteren Soundcheck ging es dann endlich los mit "The ecstasy of gold"! Die Show, die Metallica in den etwas mehr als zwei Stunden ablieferte war einfach der Hammer. Was mich allerdings überraschte war die Tatsache, dass mehr alte, als neue Lieder gespielt wurden. Mir hat es trotzdem Spaß gemacht. Unter anderem bekamen wir Sad but true, One, Nothing else matters, For whom the bell tolls, The memory remains und viele weitere Klassiker auf die Ohren. Ein klein wenig schockiert war ich allerdings, als mich einer meiner Mitfahrer bei "Master of puppets" fragte, wie das Lied denn heißen würde! Wäre diese Person nicht dazu auserkoren gewesen zurück zu fahren, hätte ich ihn/sie stehen lassen und betreffende Person hätte zu sehen sollen, wie sie heim kommt. BANAUSE!!! Die Stimmung konnte mir diese Frechheit allerdings nicht vermiesen und meine Stimme hat sich immer entschlossen am Mittwoch Mittag gegen 17 Uhr (also gut 19 Stunden nach Konzertende) sich bei mir wieder einzufinden.
Am Rande sei noch erwähnt, dass ich mit diesem Konzert (mal wieder) Musikgeschichte mitgeschrieben habe. Nach 2001 (erstes Konzert der Böhsen Onkelz in der Schweiz) nun das erste Konzert von Metallica in den Golfstaaten. Ich hätte nichts dagegen, wenn ich noch weitere Top-Acts hier sehen könnte. Auch wenn Abu Dhabi immer eine Menge Fahrerei ist. Hin und zurück doch knapp 600 Kilometer.
Als Goodie hier der Link zum Video vom Konzert und der Song "Master of Puppets."
Weitere Videos werden folgen und einfach die Tage mal wieder auf meinen Youtube-Account schauen, oder in Facebook oder hier im Blog oder Twitter... Möglichkeiten gibt es ja genug.
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